Sonntag, 22. Mai 2016

Im Paradies für Schokoholics: Schokoladenverkostung im Camondas Schokoladenkontor

Wie die meisten anderen Menschen auch liebe ich Schokolade - und da das natürlich auch von meinen lieben Mitmenschen nicht unbemerkt bleibt, bekam ich vor kurzem einen Gutschein für eine Schokoladenverkostung im Camondas Schokoladenkontor in Dresden geschenkt. In den drei Filialen von Camondas in der Dresdner Innenstadt gehe ich schon seit längerem liebend gern einkaufen, wenn ich ein schönes Geschenk suche oder mir selbst eine besondere Schokolade gönnen möchte. Das Konzept hat mich gleich überzeugt, denn die Macher von Camondas besuchen Chocolatiers in kleinen Manufakturen auf der ganzen Welt, von Frankreich oder Italien bis nach Ecuador oder Sao Tomé, und nehmen jene Schokoladen, Pralinen und andere Schokoladenprodukte, die sie besonders überzeugen, in ihr Sortiment auf. Die Läden sind sehr gemütlich und stimmig eingerichtet und verfügen über eine kleine Bar und Sitzecke, wo man sich Kaffeespezialitäten, heiße Schokoladen, flüssiges Nougat in der Waffel oder selbstgemachtes Schokoladeneis schmecken lassen kann. Weiterer Pluspunkt: Die Mitarbeiter von Camondas sind nicht einfach nur Verkäufer, sondern wirkliche Schokoladen-Spezialisten, die bei Bedarf wunderbare Empfehlungen aussprechen und bei der Suche nach der für einen persönlich perfekten Schokolade unterstützen.


Die Verkostung findet in der Filiale am Neumarkt direkt gegenüber der Frauenkirche statt und vom Verkostungsraum im dritten Obergeschoss aus hat man denn auch einen fantastischen Blick auf das berühmte Bauwerk. Der Raum ist liebevoll eingerichtet und dekoriert mit allerlei Objekten mit Schokoladenbezug, etwa alten Emailleschildern, Schokoladenformen, Kakaosäcken, etc., aber auch mit einem Sortiment an Schokoladen aus aller Welt. Man merkt bei der Betrachtung des Raumes gleich, dass Camondas sich mit dem Gedanken trägt, ein kleines Schokoladenmuseum in Dresden zu eröffnen.


Wir sechs Verkostungsteilnehmer werden mit einem Gläschen Schokoladenlikör, wahlweise mit Orange oder mit Minze aromatisiert, empfangen. Anschließend folgt der "Theorieteil", der jedoch alles andere als trocken daher kommt. Wir sehen Fotos von Besuchen des Camondas-Teams auf Kakaoplantagen in aller Welt, bekommen erklärt, wo genau und unter welchen Bedingungen die Kakaopflanze wächst und welche Kakaosorten es gibt. Außerdem erfahren wir, in welchen Schritten Schokolade hergestellt wird und welche Inhaltsstoffe sie enthält. Auch ethisch-moralische Themen, etwa das Problem der Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen, deren Thematisierung wir etwa im ansonsten ebenfalls empfehlenswerten Chocoversum von Hachez in Hamburg vermisst hatten, werden angesprochen und kritisch betrachtet, was mir sehr gut gefallen hat.


Nach dieser durchaus spannenden Einführung gehen wir dann zur eigentlichen Verkostung über. Dafür reiht sich auf unserem Tisch bereits eine "Schokoladen-Tonleiter", d.h. es liegen insgesamt 15 Tafeln Schokolade auf dem Tisch, die wir verkosten werden. Dabei reicht die Auswahl von weißen über Vollmilch- bis hin zu dunklen Schokoladen. Spannend: Es werden sowohl konventionelle Sorten wie Milka oder Lindt als auch Schokoladen verschiedenster Hersteller aus aller Welt, die sich im Camondas-Sortiment befinden, mit einbezogen. Jeder Teilnehmer hat vor sich ein Formular, in das wir unsere Eindrücke beim Probieren der Schokoladen eintragen können - sehr praktisch, wenn man einige Wochen später darüber bloggen möchte! ;-) Wie auch bei Verkostungen von Wein oder Käse beginnt man bei der Schokolade mit den mildesten, also den weißen Sorten, und wagt sich dann zu Kräftigerem vor - d.h. über die Vollmilchschokoladen zu den dunklen Tafeln. Zum Neutralisieren der Geschmacksnerven stehen Wasser und Brot bereit.


Und dann geht es auch schon los mit den weißen Schokoladen! Wir probieren hier die weiße Schokolade von Milka und zum Vergleich die weiße Schokolade der italienischen Manufaktur Amedei aus der Toskana und die weiße Schokolade mit Matcha der Manufaktur Beschle aus Basel in der Schweiz. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bisher schon das ein oder andere Mal die weiße Milka im Supermarkt gekauft und auch recht gern gegesen habe. Ehe ich mich versah, war dann meistens auch gleich die ganze Tafel aufgegessen... und bei der Verkostung erfahre ich auch, warum das so war. Und nein, es liegt nicht daran, dass die Milka soooooo lecker wäre... sondern daran, dass sie einfach am besten schmeckt, wenn man ein Stück gerade in den Mund genommen hat, der Geschmack aber dann unheimlich schnell nachlässt und stattdessen nur ein eher säuerlicher, gar nicht besonders angenehmer Nachgeschmack zurückbleibt. Und was macht man dagegen? Klar... das nächste Stück essen. Ich muss sagen, diese Erkenntnis war für mich doch ein kleines Aha-Erlebnis. Logisch, dass die Milka nicht gerade eine super Schokolade ist, war mir auch vorher bewusst, aber dass auf so ausgeklügelte Art und Weise quasi dafür gesorgt wird, dass wir auch reichlich Schokolade essen, hat mir doch noch mal die Augen geöffnet.


Im Vergleich mit der weißen Schokolade von Amedei fällt auf, dass diese einen viel feineren, glatteren Schmelz hat als die Milka, die doch eher körnig wirkt. Auch überzeugt die Amedei-Schokolade mit ihrem milchigen, leicht nussigen Geschmack, während die Milka einfach nur sehr süß ist. Mein Favorit unter den weißen Schokoladen war jedoch die Matcha-Schokolade von Beschle, die mich mit ihrem grasig-frischen Geschmack und dem feinen Zitronenaroma sofort überzeugt hat.

Weiter geht es mit den Vollmilchschokoladen! Auch hier wartet als erstes wieder der "Klassiker", die Milka Alpenmilch, auf uns und hinterlässt einen ganz ähnlichen Eindruck wie ihre hellere Schwester: sehr süß, körnig im Schmelz, säuerlicher Nachgeschmack. Dass es im Vollmilch-Segment viel, viel besser geht, beweisen anschließend "Grand Lait 45%" der Pariser Manufaktur Michel Cluizel und die "Milk of Gods 44%" der englischen Manufaktur Willies Cacao. Eine glattere, zartschmelzendere Schokolade als die "Grand Lait" habe ich glaube ich noch nie gegessen, sehr beeindruckend! Kein Wunder, so erfahren wir, denn der Inhaber von Michel Cluizel hat sogar über das Conchieren von Schokolade promoviert... Die Schokolade hat zwar eine leckere Karamell- und Honignote, doch geschmacklich gefällt mir die "Milk of Gods" besser, da sie einen pureren Milchschokoladengeschmack hat. In Sachen Konsistenz kann sie der "Grand Lait" jedoch nicht das Wasser reichen.


Doch meine zwei Favoriten aus dem Vollmilchsegment folgen erst noch: Sehr speziell, für mich aber lecker schmeckt die Vollmilchschokolade mit Bergamotte von Dolci Pensieri di Calabria aus Süditalien. Einzelne Teilnehmer fühlten sich zwar geschmacklich an Saunaaufguss erinnert, ich mochte den kräuterig-zitronigen Geschmack aber gern. Mein absoluter Liebling jedoch war die Vollmilch mit Fleur de Sel der Sächsischen Schokoladenmanufaktur aus Heidenau bei Dresden. Ich liebe Schokolade mit Fleur de Sel einfach! Dass gleich in der Nähe von Dresden so tolle Schokolade hergestellt wird, wusste ich jedoch bisher noch nicht...

Anschließend ging es weiter zu den dunklen Schokoladen. Hier muss ich anmerken, dass ich zwar sehr probierfreudig bin, jedoch noch nicht so richtig auf den Geschmack dunkler Schokolade gekommen bin. Zwar hat mir die Verkostung gezeigt, dass dunkle Schokolade durchaus nicht bitter sein muss und ganz viele spannende Geschmacksnuancen beinhalten kann. Dennoch waren auch bei der Verkostung die weißen und die Vollmilchsorten eindeutig meine Lieblinge. Auch hier beginnen wir mit konventioneller Schokolade, nämlich der 70-prozentigen von Lindt. Diese Schokolade kannte ich bereits und sie galt mir immer als abschreckendes Beispiel dunkler Schokolade - einfach nur bitter und sehr sauer im Abgang. Dass es durchaus auch anders geht, beweisen die "Bolivia Sauvage 70%" von Eberhard Schell aus Gundelsheim in Baden-Württemberg und die "Criollo Chuao 70%" der Manufaktur Domori aus Turin. Beide Schokoladen sind zartschmelzend, überhaupt nicht bitter und gänzlich ohne säuerlichen Nachgeschmack. Die "Bolivia Sauvage" ist sogar unglaublich mild für eine dunkle Schokolade und hat eine leichte Fruchtnote, während die "Criollo Chuao" regelrecht zitronig-frisch schmeckt und ein dezentes Kaffeearoma aufweist.


Nach diesen beiden dunklen "Einsteiger-Schokoladen" wenden wir uns zum Abschluss einigen spezielleren Tafeln aus aller Welt zu. Etwas ganz Besonderes ist die "Soft 73,5%" von Claudio Corallo von der Insel Sao Tomé vor der Westküste Afrikas. Der gebürtige Italiener Corallo ist dorthin ausgewandert, um seine etwas radikale Vision von der perfekten Schokolade zu leben. Für seine Schokoladen wird der Kakao 16 Tage lang fermentiert, was die Schokolade sehr würzig macht, außerdem wird sie überhaupt nicht conchiert und ist dadurch recht grob in der Konsistenz. Sie enthält viele Kakaostückchen und schmeckt erstaunlich süß. Insgesamt zwar gewöhnungsbedürftig von der Konsistenz her, geschmacklich für mich jedoch die beste dunkle Schokolade, die wir verkostet haben. Es folgt die "Blend 75% + Nibs" von Venchi aus Italien, die zartschmelzend ist und durch die enthaltenen Kakaonibs einen angenehmen Crunch bekommt. Auch sie schmeckt erstaunlich süß für eine 75-prozentige Schokolade und hat ein leichtes Cognac-Aroma.

Auf die Tatsache, dass Schokolade ursprünglich als Medizin erfunden und genutzt wurde, beruft sich die vorletzte Schokolade, die wir verkosten, nämlich die "Lavender & Red Salt 84%" von Antidote aus der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Sie enthält 50% rohen, d.h. ungerösteten Kakao und soll daher besonders förderlich für die Gesundheit sein. Die Schokolade hat eine überraschend cremige Konsistenz, doch das intensive, leicht säuerlich-blumige Aroma ist nicht so mein Fall. Neugierig probieren wir ganz zum Schluss noch die "Il 100%", die Schokolade aus 100 Prozent Kakao von Domori aus Italien. Wer vermutet, dass das nicht schmecken kann... hat nicht ganz unrecht, wie ich finde. Man darf natürlich nicht mit der Erwartung herangehen, eine Süßigkeit zu essen, und dennoch: Die Schokolade ist bitter, säuerlich und hinterlässt einen irgendwie öligen Film im Mund. Nicht mein Ding, gehört der Vollständigkeit halber aber dazu und war auch interessant, es mal probiert zu haben.


Damit ist die spannende Verkostung nach ca. zwei Stunden auch leider schon zuende. Wir bekommen noch eine heiße Schokolade - wahlweise aus weißer, Vollmilch- oder dunkler Schokolade - und verlassen anschließend mit zufriedenem Lächeln die Camondas-Filiale. Ein überaus gelungener Nachmittag lag hinter uns! Wir haben viel über Schokolade erfahren, die hochwertigen Sorten schätzen gelernt und hatten das eine oder andere Aha-Erlebnis, jedoch ohne dass zu sehr moralisiert oder mit erhobenem Zeigefinger referiert wurde. Auch hatten wir zu keinem Punkt der Veranstaltung das Gefühl, dass es sich um eine plumpe Werbeveranstaltung handelt, im Gegenteil, es war spannend gemacht und man spürte richtig die Leidenschaft, mit der die Mitarbeiter von Camondas ihre Arbeit und ihre Produkte betrachten. Mir hat der Nachmittag auf jeden Fall dahingehend die Augen geöffnet, dass ich meinen Schokoladenkonsum mehr hinterfrage und lieber seltener in eine hochwertige Schokolade investiere, von der ich dann auch länger was habe, als alle paar Tage eine Supermarkttafel herunterzuschlingen... dieser Vorsatz klappt seitdem ziemlich gut und ich habe auch nach der Verkostung inzwischen schon einige tolle Schokoladen probiert! Für die Verkostung und überhaupt für den Einkauf bei Camondas kann ich daher eine große Empfehlung aussprechen.


Ich hoffe, euch hat mein kleiner Bericht aus dem Schokoladen-Paradies gefallen. Wir haltet ihr es mit Schokolade? Kauft ihr (auch) im Supermarkt oder eher seltener hochwertige Schokoladen? Könnt ihr mir eine Sorte empfehlen, die ich probieren muss?

Ich habe den Gutschein für die Verkostung privat geschenkt bekommen und berichte darüber, weil mich die Veranstaltung persönlich absolut überzeugt hat. Der Artikel gibt meine persönliche Meinung wieder und ist weder von Camondas noch von einem der genannten Schokoladenhersteller beeinflusst oder gesponsort worden.

Freitag, 20. Mai 2016

Knusprig gebackene Kartoffelschalen mit Guacamole-Füllung

Hey ihr Lieben, es ist Freitag und am Wochenende soll super Wetter werden! So ein schönes Wochenende läute ich am liebsten ein, indem ich mich gemütlich auf meinen Balkon setze, ein Gläschen Wein oder einen leckeren Aperitif in der Hand, ein bisschen das Treiben auf der Straße beobachte und ein bisschen ins Grüne schaue. So ein Aperitif am Freitag wird aber natürlich gleich noch schöner, wenn es leckeres Fingerfood dazu gibt - und da habe ich heute genau das richtige Rezept für euch! Kartoffeln gibt es bei mir fast immer mit Schale - zum einen weil ich finde, dass es bei den Bio-Kartoffeln aus meiner Gemüsekiste echt gut schmeckt, und zum anderen weil ich da ein bisschen faul bin :-) Aber seid ihr schon mal darauf gekommen, Kartoffeln getrennt in Schale und Innenleben zuzubereiten? So wird es bei diesem Rezept gemacht, jedenfalls im zweiten Schritt. Das Ergebnis sind super-krosse, knusprige und leckere Kartoffelschalen, die sich richtig gut füllen lassen. Knuspert wie Chips, ist aber viel wandelbarer und, da nur wenig Öl zum Einsatz kommt und nicht frittiert wird, auch wesentlich gesünder.


Als Füllung eignet sich eine cremige, leicht stückige Guacamole am besten. Ich mache sie immer mal anders, wobei meine Basis-Variante nur Avocado, Knoblauch, Limette und Salz enthält. Dieses Mal habe ich zusätzlich aber noch Lauchzwiebel, Tomate, Kreuzkümmel und geräuchertes Paprikapulver hinzugefügt. Ich könnte mich in Guacamole jedes Mal reinlegen :-) Und das Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Texturen - krosse Kartoffel und cremige Guacamole - ist einfach grandios! Ein Jammer, dass ich dieses Gericht noch nicht eher ausprobiert habe, denn das Rezept dafür hat mich schon seit Jahren (ja, ich glaube es waren jetzt VIER Jahre!) im Kochbuch "Mon premier dîner végétarien", das ich mir seinerzeit in Frankreich gekauft habe, angelacht. (Nebenbei bemerkt verrät der Titel, übersetzt "Mein erstes vegetarisches Essen/Menü", einiges darüber, dass auch nur ab und zu mal vegetarisch zu essen in unserem Nachbarland häufig noch nicht so selbstverständlich ist.)

Ich finde jedenfalls, diese krossen Kartoffelschalen mit Guacamole sind super-tolles Fingerfood und eignen sich als Vorspeise für ein mexikanisch angehauchtes Menü ebenso gut wie fürs Buffet. Sie sind auch gar nicht kompliziert oder aufwändig zu machen, nur ein wenig Geduld haben muss man, um die Kartoffeln weich genug zu backen und das Innere herauskratzen zu können - aber eigentlich muss man dafür nur den Ofen bewachen! Die Zubereitung sollte man zeitlich allerdings so planen, dass man die Kartoffeln relativ schnell servieren kann, damit sie auch schön knusprig bleiben - das gilt insbesondere, nachdem ihr sie mit der Guacamole gefüllt habt. Statt Guacamole schmecken übrigens ganz sicher auch andere cremige Füllungen, etwa eine Frischkäse- oder Fetacreme. Und das Innere der Kartoffeln, das hier keine Verwendung findet, könnt ihr z.B. für ein Püree oder einen Kartoffel-Brotaufstrich aufheben - ich habe es allerdings gleich mit der Gabel zerdrückt, mit etwas Olivenöl und Fleur de Sel vermischt und mir schmecken lassen, während die Schalen im Ofen knusprig gebacken wurden ;-)

Rezept
für vier Personen als Vorspeise oder Fingerfood

8 kleinere Kartoffeln mit dünner Schale
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 reife Avocados
2 Lauchzwiebeln (alternativ 1 Schalotte oder 1/2 rote Zwiebel)
2 Tomaten
2 Knoblauchzehen
1 rote Chilischote
1 Limette
Kreuzkümmel
geräuchertes Paprikapulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Kartoffeln waschen, abbürsten und trocknen. Kartoffeln auf das Backblech legen und im vorgeheizten Ofen ca. eine Stunde backen, bis das Innere schön weich ist.

Kartoffeln aus dem Ofen nehmen, auf einen Teller legen und einige Minuten auskühlen lassen, bis man sie anfassen kann. Dann Kartoffeln halbieren und mit einem Teelöffel vorsichtig das Innere herauskratzen, ohne die Schale zu verletzen (geht aber ganz leicht, mir ist bei 20 Kartoffelhälften nur bei einer ein wenig die Schale gerissen, und ich bin wahrlich nicht besonders geschickt ^^). Kartoffelschalen innen mit Öl einpinseln, großzügig salzen, wieder aufs Blech legen und noch einmal 15 - 20 Minuten im Ofen backen, bis sie richtig schön braun und knusprig sind.

In der Zwischenzeit die Guacamole zubereiten. Dafür Avocados halbieren, Kern und Fruchfleisch herauslösen. Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden, dann mit einer Gabel zerdrücken (muss nicht ganz fein sein). Lauchzwiebeln putzen, waschen und in feine Ringe schneiden. Tomaten waschen, halbieren, Strunk und Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in feine Würfel schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Chilischote waschen, halbieren, Kerne herauskratzen und Schote ebenfalls fein hacken. Limette halbieren und auspressen. Alle Zutaten zur Avocado geben und mit der Gabel gut vermischen.

Guacamole mit Salz sowie nach Wunsch mit Pfeffer (lasse ich meist weg), Kreuzkümmel und geräuchertem Paprikapulver abschmecken. Kartoffeln aus dem Ofen holen, mit der Guacamole füllen und möglichst gleich servieren.

Quelle 
Alice Hart: Mon premier dîner végétarien

Sonntag, 15. Mai 2016

Oreo-Schoko-Pancakes mit Pistazieneis und Erdbeeren

Woah, war das lecker! Der Titel dieses Beitrags hört sich ja schon sehr dekadent an, und genauso herrlich luxuriös, quasi verboten gut, hat dieses Gericht auch geschmeckt. Noch dekadenter wird es, wenn man es, wie wir, zum Sonntags-Frühstück(!) verspeist, dazu sei aber angemerkt, dass wir sonntags zuweilen zu Zeiten frühstücken, an denen sich andere Leute gerade zum Nachmittags-Kuchen die zweite Tasse Kaffee einschenken ;-) Die Oreo-Pancakes hatte ich vor einigen Wochen bei Zucker, Zimt und Liebe gesehen und mich gleich in sie verliebt. Da der Blog allgemein ein Garant für Wow-Rezepte ist, habe ich mir auch hier viel versprochen und wurde nicht enttäuscht. Die Pancakes sind fluffig und schmecken richtig schön schokoladig - dazu kommt noch ein schöner Crunch-Effekt, wenn man auf die vielen kleinen Oreo-Stückchen beißt. Perfekt! Wenn man die Pancakes mit den "normalen" Oreos mit heller Füllung zubereitet, werden sie übrigens heller mit nur kleinen dunklen Schokosprengseln, so wie ihr es hier bei Zucker, Zimt und Liebe seht. Ich habe meine jedoch mit den Oreos mit dunkler Füllung zubereitet, die ich noch ein bisschen lieber mag, daher sind meine Pancakes entsprechend schokoladenfarben :-)


Beim Pistazieneis, der zweiten Eissorte, die ich mit meiner neuen Eismaschine zubereitet habe, war es ursprünglich das erklärte Ziel, ein Eis herzustellen, das irgendwie an das weltbeste Pistazieneis (nein, eigentlich überhaupt das weltbeste Eis) heran kommt, das wir letztes Jahr bei Grom in Rom gegessen haben. Dieses Ziel habe ich verfehlt - allerdings vor allem deshalb, weil das Rezept für mein Eis hier einfach ganz anders war als das puristische Pistazieneis bei Grom. Denn dieses Eis hier wird aus im Ofen gerösteten und anschließend gemahlenen Pistazien zubereitet. Die gemahlenen Pistazien schmeckten dann fast schon ein bisschen wie Kaffeesatz, und ich habe mich zwischenzeitlich wirklich gefragt, ob ich die jetzt tatsächlich unter meine Eismasse rühren sollte. Habe ich dann aber doch getan, und das war gut so! Denn am Eis entfalten die Pistazien richtig schön ihr Röstaroma, das in tollem Kontrast zur samtigen Eismasse steht. Durch das Rösten der Pistazien (sie werden dabei richtig dunkelbraun) wird das Pistazieneis allerdings eher bräunlich als grün, aber was soll's, die optischen Minuspunkte gleichen wir ja durch hübsche Farbtupfer in Form von Erdbeeren aus!

Insgesamt ein ganz tolles Frühstück, Kaffeetrinken, Dessert, oder zu welcher Gelegenheit auch immer ihr dieses Gericht so reichen wollt :-)

Rezepte

geröstetes Pistazieneis
ergibt ca. 1 Liter

70g geschälte, ungesalzene Pistazien
450 ml Milch
1 EL + 1 TL Speisestärke
40g Frischkäse
1/2 TL feines Meersalz
300g Sahne
150g Zucker
2 EL Glukosesirup
4 Tropfen Bittermandelaroma

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Pistazien auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und 10 - 12 Minuten im Ofen rösten, bis sie gerade anfangen zu bräunen. Aus dem Ofen nehmen und in der Küchenmaschine zu einer glatten Paste zermahlen.

Etwa 2 EL der Milch mit Speisestärke in einer kleinen Schüssel glatt rühren. In einer mittelgroßen Schüssel Frischkäse, Pistazienpaste und Salz verrühren. Eine große Schüssel mit Eiswürfeln und Wasser füllen.

Die übrige Milch mit Sahne, Zucker und Glukosesirup in einem 4-Liter-Topf bei mittlerer Hitze aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Vom Herd nehmen und langsam die Stärkemischung einrühren. Die Mischung wieder zum Kochen bringen und bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 1 Min. kochen, bis sie leicht angedickt ist, dann vom Herd nehmen.

Die heiße Mischung nach und nach unter die Frischkäsemischung rühren, bis alles ganz glatt ist. Die Eiscremebasis in einen großen, wiederverschließbaren Gefrierbeutel füllen und in das Eisbad legen. Etwa 30 Min. kühlen, bis die Mischung ganz kalt ist.

Die Eiscremebasis in den Kühlbehälter der Eismaschine füllen und den Motor anschalten. Den Mandelextrakt durch die Öffnung einträufeln und die Maschine laufen lassen, bis das Eis dick und cremig ist (hat bei mir ca. 45 Minuten gedauert).

Die Eiscreme in eine Aufbewahrungsbox füllen. Ein Stück Pergamentpapier auf die Oberfläche drücken und mit einem Deckel luftdicht verschließen. Im Tiefkühlfach in mindestens 4 Stunden fest werden lassen.

Quelle
Jeni Britton Bauer: Das beste Eis der Welt


Oreo-Pancakes
für ca. 10 - 15 Pancakes (abhängig von der Größe)

Trockene Zutaten
175g Mehl
2 TL Backpulver
3 EL Zucker
1 Prise Salz
4 Oreo Kekse, fein gehackt

Flüssige Zutaten
30g geschmolzene, abgekühlte Butter
250ml Buttermilch
2 Eier (Gr. M)

außerdem
4 Oreos, grob gehackt zum Bestreuen
Kokosöl oder Sonnenblumenöl zum Ausbacken

Zunächst Mehl, Backpulver, Zucker, Salz und Oreokrümel miteinander vermischen. Beiseite stellen. Die geschmolzene Butter mit der Buttermilch und den Eiern vermengen. Flüssige Mixtur nun zur Mehlmischung geben und mit einem Rührbesen rasch vermengen. Auf keinen Fall übermixen (und bitte kein Handrührgerät verwenden).

Den Teig ca. 5 Minuten ruhen lassen. Unterdessen eine Pfanne auf den Herd stellen, erhitzen und mit Kokosöl (oder Sonnenblumenöl, falls kein Kokosöl vorhanden) leicht fetten. Auf mittlerer Temperatur nun beginnen, die Pfannkuchen auszubacken. Hierzu pro Pancake immer ca. eine halbe Eisportioniererkelle voll Teig in die Pfanne geben. Auf die Oberseite nun grob gehackte Oreostücke verteilen. Wenn am Rand der Pancakes Blasen erkennbar sind vorsichtig wenden und kurz weiterbacken, bis die zweite Seite auch fertig gebacken und der Pancake gar ist. 

Quelle
Zucker, Zimt und Liebe  


Anrichten

Zum Servieren je einen Pancake auf einem Teller anrichten und eine Kugel Eis darauf setzen. Einige grob geschnittene Erdbeeren drum herum verteilen. Mit Puderzucker bestäuben mit gehackten Pistazien bestreuen.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Last-Minute-Geschenk zum Muttertag: Selbstgemachter Eierlikör

Puuuuuuh, am Sonntag ist ja schon Muttertag! Das hatte ich bis heute noch gar nicht richtig auf dem Schirm... und das natürlich nicht, weil ich meine Mama zum Muttertag nicht überraschen und verwöhnen möchte. Allerdings sind meine Eltern derzeit im Urlaub im sonnigen Italien (von wo sie mir hoffentlich tolles Olivenöl mitbringen :-)), so dass wir den Muttertag erst ein Wochenende später "nachfeiern". Darüber hätte ich dann jedoch fast vergessen, dass die meisten von euch sicher bereits an diesem Wochenende ihre Mütter beschenken möchten, und dass ihr dafür vielleicht noch ein schönes Do-it-yourself-Rezept gebrauchen könntet. Aber zum Glück ist es mir ja noch rechtzeitig eingefallen, und wie es der Zufall will, habe ich eine Last-Minute-Geschenkidee in meiner "Warteschleife"! Es handelt sich um einen echten Klassiker, nämlich um megaleckeren selbstgemachten Eierlikör.


Eierlikör hat ja leider ein etwas angestaubtes Oma-Image, und das völlig zu Unrecht, wie ich finde. Denn er schmeckt nicht nur richtig gut, sondern hat auch gleich so was Heimeliges, Gemütliches an sich. Ein Schlückchen davon und man hat das Gefühl, dass hier die Welt noch in Ordnung ist (und nein, das soll nicht heißen, dass Alkohol die Lösung für all eure Probleme wäre... ihr versteht mich schon). Mir fällt eigentlich kein Getränk ein, das besser zum Muttertag passt, zu frisch gebrühtem Kaffee, einem Stück leckerem selbstgebackenem Kuchen, und danach genehmigen wir uns alle ein Schlückchen... hmmmmm!

Dabei hat selbstgemachter Eierlikör gleich eine Handvoll Vorteile: Er hat eine ganz tolle dickflüssige, leicht puddingartige Konsistenz - es fällt dadurch vielleicht erst mal schwer, den Likör aus der Flasche zu bekommen, aber wenn er dann erst mal draußen ist, hat er doch fast schon Dessert-Qualität :-) Ihr wisst, was drin ist, d.h. ihr könnt Bio-Eier vom Bauern eures Vertrauens verwenden und wirklich guten Rum statt billigem Fusel. Eierlikör selbst zu machen, macht auf jeden Fall Eindruck, und ihr müsst ja keinem verraten, dass es eigentlich ganz leicht geht ;-) Und außerdem werdet ihr einige Eiweiße übrig haben und könnt so eurer Mama z.B. noch eine tolle Zitronentarte mit Baiser backen... (Eiweiße lassen sich übrigens auch super in Zip-Gefrierbeuteln einfrieren. Dann aber unbedingt auf dem Beutel notieren, wie viele Eiweiße sich darin befinden!)

Und falls Eierlikör trotz aller guten Argumente nicht das richtige Geschenk für eure Mama sein sollte, findet ihr hier noch weitere Ideen...

Rezept
für ca. 1 Liter

8 frische Eigelb (Größe M) 
3 TL Vanillezucker
250g Puderzucker
1 Dose (340 ml) Kondensmilch (7,5% Fett)
1/4 Liter weißer Rum

Für den Eierlikör die Eigelbe und den Vanillezucker in einer Metallschüssel verrühren. Nach und nach Puderzucker, Kondensmilch und Rum unterrühren. Die Eierlikör-Masse mit den Schneebesen des Rührgerätes über dem heißen Wasserbad ca. 6 Minuten dickcremig aufschlagen. Den Eierlikör mit Hilfe eines Trichters in weite Flaschen füllen.

Der Eierlikör hält sich gut verschlossen im Kühlschrank ca. 4 Wochen.

Quelle
Lecker!

Dienstag, 3. Mai 2016

[Monatsrückblick] Spices of April 2016

Woooohoooo... heute habe ich etwas Neues für euch, nämlich eine neue Blog-Kategorie, die Spices of... Dahinter verbirgt sich in Anlehnung an meinen Blognamen alles, was dem letzten Monat für mich die richtige Würze gegeben hat - oder, altmodisch gesagt: ein Monatsrückblick. Warum und wieso soll es das ab jetzt geben und was erwartet euch darin? Ganz einfach: Neben den tollen Rezepten und den schönen Geschichten, die es monatlich auf den Blog schaffen, koche, denke, entdecke und erlebe ich natürlich noch ganz viel mehr. Manchmal sind es kleine Dinge, die keinen ganzen Blogartikel hergeben, die es aber trotzdem wert sind, erwähnt zu werden. Oder aber Sachen, die mit dem Kochen und Essen gar nicht so viel zu tun haben, die ich euch aber trotzdem erzählen möchte.


Warum muss das denn sein auf einem Foodblog? Zum einen natürlich, weil ich mich für viele schöne Dinge interessiere und diesen hier auch gerne ein bisschen Raum geben möchte - egal, ob es ein tolles Essen, ein neues Gewürz, ein schönes Ausflugsziel, ein tolles Konzert oder ein spannendes Buch ist. Außerdem bekomme ich häufiger Nachrichten, in denen sich Leser wünschen, noch ein bisschen mehr von der Person hinter dem Blog zu erfahren, und ich kann das selbst gut nachvollziehen, denn ich mag solche etwas persönlicheren Artikel auf anderen Blogs auch sehr gern. Deswegen also jetzt eine neue Kategorie, immer am Ende eines Monats bzw. am Anfang des nächsten (heute ist ja schon der 3. Mai und ich bin damit eigentlich etwas spät...), mit einem kleinen Rückblick auf die tollen Dinge des letzten Monats und einem Ausblick darauf, worauf ich mich im folgenden Monat besonders freue. Aber nun genug drum herumgeredet, los geht's!

[Rückblick] Spices of April 2016

... in meiner Küche

Kulinarisch lässt sich der April bei mir mit drei Worten zusammenfassen: Spargel! Rhabarber! Eis! Nein, nicht Spargel-Rhabarber-Eis, ich meine schon alles davon einzeln und für sich ;-) Der Beginn der Spargel-Saison ist für mich in jedem Jahr ein Fest. Den ersten weißen Spargel aus Deutschland esse ich ganz klassisch mit zerlassener Butter und etwas gekochtem Schinken, so auch in diesem Jahr. Dann werde ich experimentierfreudiger und es gibt Köstlichkeiten wie Spargel-Lachs-Lasagne, Erdbeer-Spargel-Salat oder grünen Spargel vom Blech. Wie ich gestehen muss, habe ich dieses Jahr bisher nur liebgewonnene Rezepte aus den letzten Jahren gekocht und noch nichts gänzlich Neues ausprobiert, aber das kommt noch. Hier findet ihr meine liebsten Spargel-Rezepte aus den letzten Jahren.


Ebenso sehnsüchtig erwartet wie der Spargel wird bei mir der Rhabarber, denn schließlich ist er der erste Frühlingsbote, der sich nach dem langen Winter auf den Märkten einstellt. Auch hier habe ich die Saison mit Klassikern begonnen, nämlich mit dem köstlichsten Rhabarber-Kompott mit Himbeeren, Vanille und Weißwein (das nicht nur gut zu Topfenknödeln, sondern auch einfach zu Vanille- oder Grießpudding schmeckt) und mit Christinas grandiosem Rhabarber-Tomaten-Ketchup, der Geheimwaffe für Käsebrote aller Art.


Und schließlich gilt es, meine neue "Mitbewohnerin" vorzustellen: Anfang des Monats ist nach langem Überlegen ("Aber ich habe doch gar keinen Platz...!") nun doch eine Eismaschine bei mir eingezogen. Aufgrund der kleinen Abmessungen meines Tiefkühlfachs, das es mir nicht erlaubt, den Behälter der Maschine 24 Stunden vorzukühlen, habe ich mich für dieses Modell mit Kompressor entschieden und bin sehr zufrieden. Aller bisher getesteten Eis-Sorten - Erdbeer-Buttermilch mit weißer Schokolade, geröstetes Pistazieneis, super-cremiges Milchschokoladeneis und Honig-Erdnuss-Eis mit dunklen Schokostückchen - sind super gelungen und ich sehe mit großer Freude dem ersten Sommer mit Eismaschine entgegen!


... und außerhalb der Küche

Neuigkeiten an der Blog-Front - oder auch: Five minutes of fame ;-) Vor ein paar Tagen war die Dresdner Morgenpost, eine lokale, ja sagen wir es ruhig, Boulevardzeitung, zu Gast in meiner Küche. Wir haben ein bisschen geplaudert, ich habe dazu einen Erdbeer-Spargel-Salat mit Serranoschinken und Orangenvinaigrette zubereitet (abgewandelt nach diesem Rezept) und wir haben die einzelnen Steps fotografiert. Gestern ist nun der Artikel über mich und meinen Blog erschienen...


... außerdem sind die neuen Visitenkarten für meinen Blog von Moo-Cards eingetroffen und ich finde sie sehr schön! Natürlich, die Karten sind nicht die günstigsten, aber sie sind hochwertig, haben eine sehr gute Papierqualität, und ich konnte mich so für acht verschiedene Motive für die Rückseite entscheiden. Nun freu ich mich schon darauf, die Karten an den Mann bzw. die Frau zu bringen :-)


Auch kulinarisch war ich diesen Monat wieder ein bisschen unterwegs, dieses Mal jedoch nicht auf Reisen, sondern in der Heimat. Mit eat-the-world habe ich eine Foodtour durch die Dresdner Neustadt, quasi unser "Szeneviertel", unternommen und mich durch Käse, Pelmeni, Carrot Cake, Gewürze und Pralinen geschlemmt. Hier sind schon mal ein paar Inspirationen, der ausführliche Bericht auf dem Blog mit vielen Tipps für euren kulinarischen Dresden-Besuch folgt aber natürlich noch.


Eine kleine Reise gab es für mich auch im April - es ging für drei Tage in den Spreewald. Ok das ist nicht wirklich weit weg, aber auf die Entfernung kommt es ja gar nicht an, sondern darauf, dass man etwas Neues entdeckt und eine tolle Zeit hat! Ausgangspunkt für unsere Erkundungen war das an die Spreewald-Therme angeschlossene Thermenhotel in Burg, was mir mit seinem modernen Design und dem riesigen Bio-Frühstücksbuffet voller Erzeugnisse von regionalen Produzenten sehr gut gefallen hat. Von dort aus haben wir Fahrradtouren und Wanderungen entlang der malerischen Kanäle unternommen - und blauer Himmel, Sonnenschein und das satte Grün der Landschaft haben dafür gesorgt, dass ich so richtig auftanken konnte.


Zu guter Letzt habe ich noch einen Musik-Tipp für euch: Mein Konzert-Highlight in diesem Monat war die Record Release Party von No King. No Crown in der Dresdner Scheune vor knapp zwei Wochen. Wer auf stimmungsvolle, tiefgründige und berührende Singer-Songwriter-Musik steht, sollte sich das Album "Without Yesterday" unbedingt mal anhören. Und das sage ich nicht, weil der Sänger außerdem ein geschätzter Arbeitskollege von mir ist, sondern weil ich viele Songs wie z.B. "Homesick" absolut grandios finde und seit knapp zwei Wochen einen Ohrwurm davon habe :-)

[Ausblick] Spices of May 2016

Im Mai freue ich mich auf...

... noch mehr Spargel, Rhabarber und Eis. Auf die ersten heimischen Erdbeeren. Darauf, nach dem vielen Eis auch mal wieder einen Kuchen zu backen. Und auf eine Maibowle mit ordentlich *hicks*

... auf eine Schokoladenverkostung in der Camondas Schokoladenmanufaktur in Dresden.

... auf ein Dinner for Two im Elements Deli.

... auf ein Wanderwochenende in der Sächsischen Schweiz.

... auf ein Wochenende in Berlin beim Foodblog Day (ist von euch auch jemand dabei?), außerdem auf einige Wiedersehen und hoffentlich endlich mal auf meinen ersten Besuch im Schloss Sanssouci.


Und nun würde ich gern noch wissen:
Hat euch die neue Serie gefallen? Soll ich das weiterführen? Welche Themen würdet ihr euch dafür noch wünschen?

*Alle Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf meiner persönlichen Meinung und sind nicht gesponsort.

Samstag, 30. April 2016

Einen Brunch ausrichten: Das Mittagsbuffet

Heute gibt es den dritten und letzten Teil meiner kleinen Blogserie zum Thema Brunch! Nachdem ich euch im ersten Teil allgemeine Tipps zur Organisation eines Brunchs gegeben und im zweiten Teil mein Frühstücksbuffet mit verschiedenen Aufstrichen vorgestellt hatte, folgt heute die zweite namensgebende Komponente des Brunchs - der Lunch. Fürs Lunchbuffet habe ich bei meinem Brunch drei Gerichte vorgesehen. Wie schon im ersten Teil der Reihe erwähnt, empfiehlt es sich, sich ein Gericht auszusuchen, mit dem ihr eure Gäste so richtig beeindrucken wollt - sozusagen euer "Tadaaaaaa-Gericht" ;-) Bei mir fiel die Wahl diesbezüglich auf eine Komponente des Mittagessens, nämlich auf den Lammeintopf mit weißen Bohnen und Nusspesto. Bedauerlicherweise habe ich ausgerechnet von diesem Gericht als einzigem kein Foto gemacht - der Grund ist aber ein durchaus positiver, denn es war einfach verdammt schnell aufgegessen und als erste Komponente auf dem Buffet wirklich restlos alle! Ich hoffe, ihr glaubt mir auch ohne Beweisfoto, dass über Stunden hinweg langsam geschmortes Lammfleisch mit Wurzelgemüse, Lammfond, Wein und weißen Bohnen richtig klasse schmeckt, und gebt dem Gericht an einem kühleren Frühlingstag eine Chanche :-)


Auf mein Lunchbuffet gesellte sich außerdem eine Ricotta-Kräuter-Tarte, die durch knusprigen Boden und einen cremigen, zart-würzigen Guss aus Ricotta, Thymian, Majoran, Zwiebeln und Knoblauch überzeugte. Ich habe die Tarte am Vortag gebacken und über Nacht bei Zimmertemperatur abgedeckt stehen lassen. Am nächsten Tag habe ich sie dann kalt serviert, was bei dieser Tarte ebenso gut schmeckt wie warm.


Die dritte Komponente schließlich war ein Linsensalat mit Balsamico-Dressing und Feta. Ich liebe meinen Linsensalat so richtig schön süß-sauer abgeschmeckt und habe daher auch hier mit ordentlich gutem Balsamico-Essig sowie Honig nicht gespart. Und dass Linsen und Feta super zusammenpassen, muss ich euch sicherlich auch nicht erst sagen :-) Auch den Salat habe ich wie die Tarte am Vortag zubereitet, bei Zimmertemperatur über Nacht abgedeckt stehen lassen und dann kalt serviert (bitte probiert ihn vorher noch mal und schmeckt ggf. erneut ab).


Damit sind wir am Ende meiner kleinen Brunch-Reihe angelangt - ich hoffe es hat euch gefallen und ich konnte vielleicht den einen oder anderen inspirieren, auch einmal einen Brunch auszurichten :-)

Rezepte

Lammeintopf mit weißen Bohnen und Nusspesto
für vier Personen

250g getrocknete, kleine weiße Bohnen
2 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
6 Zweige Thymian
100g durchwachsener Räucherspeck
2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer aus der Mühle
500g Lammfleisch (aus der Schulter)
2 große, dicke Möhren
1 Stück Knollensellerie (ca. 100g)
1 EL Tomatenmark
1/8 l Weißwein (ersatzweise Lammfond)
400 ml Lammfond (aus dem Glas)
400g festkochende Kartoffeln
Olivenöl zum Braten
3 EL gemahlene Haselnüsse
6 Stängel Petersilie
1/2 Bio-Zitrone
8 EL Olivenöl

Für den Eintopf die Bohnen in reichlich kaltem Wasser 12 Stunden – am besten über Nacht – einweichen. Am nächsten Tag den Knoblauch und die Zwiebeln schälen. Eine Knoblauchzehe halbieren, die Zwiebeln fein würfeln. Den Thymian abbrausen.

Die Bohnen in ein Sieb gießen, mit ca. 1,5 Litern frischem Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Halbierte Knoblauchzehe, etwa ein Drittel der Zwiebeln, Speck, 1 Lorbeerblatt und 2 Thymianzweige dazugeben und alles bei mittlerer Hitze 1 Stunde 15 Min. zugedeckt kochen lassen, bis die Bohnen gar, aber nicht zu weich sind. Kurz vor Garzeitende salzen und pfeffern.

Inzwischen von dem Lammfleisch Fett und Sehnen wegschneiden und das Fleisch 3 cm groß würfeln. Möhren und Sellerie schälen und in 1 cm große Würfel schneiden. Übrige Knoblauchzehe in feine Würfel schneiden.

So viel Öl in einem Topf erhitzen, dass der Boden ganz knapp bedeckt ist. Darin das Fleisch rundherum bei großer Hitze anbraten, salzen und pfeffern, herausnehmen. Im Bratensatz (eventuell noch ein wenig Öl dazugeben) übrige Zwiebeln und Knoblauch goldgelb anbraten. Die Gemüsewürfel dazugeben und unter Rühren 2 - 3 Min. mitbraten. Tomatenmark unterrühren und kurz mitrösten. Mit etwas Wein ablöschen und einkochen lassen, dann restlichen Wein und Fond dazugießen, übriges Lorbeerblatt, restliche Thymianzweige und das Fleisch unterrühren, salzen, pfeffern und 1 Stunde bei kleiner Hitze zugedeckt köcheln lassen.

Inzwischen Kartoffeln waschen, schälen und in 2-3 cm große Würfel schneiden. Bohnen in ein Sieb gießen, dabei das Kochwasser auffangen. Speck, Thymian und Lorbeerblatt herausnehmen und wegwerfen. Bohnen, Kartoffeln und 450 ml Bohnenkochwasser zum Lammfleisch geben und alles zugedeckt weitere 30 - 45 Min. garen.

Währenddessen für das Pesto Nüsse in einer Pfanne ohne Fett unter Rühren rösten, bis sie duften, herausnehmen, abkühlen lassen. Petersilie abbrausen, trocken schütteln und grob schneiden. Zitrone heiß waschen und abtrocknen, Schale fein abreiben, Saft auspressen. Zitronenschale, Nüsse, Petersilie, Öl und 2 - 3 EL Wasser im elektrischen Blitzhacker oder mit einem Pürierstab fein zerkleinern. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Eintopf in tiefen Tellern verteilen, Pesto darüberträufeln.

Quelle
Tanja Dusy: Winterküche


Ricotta-Kräuter-Tarte
für eine Tarteform (26 cm Durchmesser)

für den Teig
250g Mehl
1/2 TL Salz
150g kalte Butter
1 Eigelb (M)
2 EL Weißweinessig

für den Belag
200g Schalotten
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Majoran
10 Zweige Thymian
2 EL Olivenöl
4 Eier
500g Ricotto
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Chilipulver
1 Eiweiß (M)
Butter für die Form
Mehl zum Arbeiten
Hülsenfrüchte zum Blindbacken

Für den Teig das Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen. Die Butter in Flöckchen dazugeben und alles mit einem Messer zerhacken. Das Eigelb dazugeben und ebenfalls mithacken. Essig darüberträufeln, dann die Mischung mit den Händen erst möglichst schnell bröselig zerreiben, dann zu einem glatten Teig kneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mind. 30 Min. im Kühlschrank ruhen lassen.

Für den Belag Schalotten und Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Kräuter waschen und trocken schütteln, Blättchen von den Zweigen zupfen und fein hacken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, darin die Schalotten und den Knoblauch bei mittlerer Hitze langsam goldgelb andünsten. Vom Herd nehmen, die Kräuter unterrühren und etwas abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180° (Umluft 160°) vorheizen. Eine Tarteform (eine Springform geht auch) mit Butter einfetten. Den Teig auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche dünn ausrollen und die Form damit auslegen, dabei einen Rand hochziehen. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen und mit Backpapier auslegen, Hülsenfrüchte darauf verteilen. Form in den Ofen (Mitte) schieben, den Teigboden ca. 20 Min. vorbacken.

Inzwischen 1 Ei trennen, Eigelb und übrige 3 Eier gründlich mit dem Ricotta verrühren. Die Zwiebel-Kräuter-Mischung untermengen und die Masse nicht zu sparsam mit Salz, Pfeffer und etwas Chilipulver würzen. Die 2 Eiweiße mit 1 Prise Salz steif schlagen und unter die Ricottamasse heben.

Die Form aus dem Ofen nehmen, Backpapier samt Hülsenfrüchten abnehmen und die Ricottamasse gleichmäßig auf den Teig verteilen. Dann die Tarte im Ofen (Mitte) 30-35 Min. backen, bis sie leicht gebräunt und fest ist. Tarte warm oder kalt und nach Wunsch mit einigen in feine Streifen geschnittenen eingelegten Paprika und/oder einigen Kräuterblättchen belegt servieren.

Quelle
Tanja Dusy: Sommerküche


Balsamico-Linsensalat mit Feta
für vier Personen als Beilage

2 Schalotten 
2 Möhren 
4 EL Öl 
200g Berg- oder Pardinalinsen 
2 Lorbeerblätter 
5 – 7 EL dunkler Balsamico-Essig 
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Honig
1 Bund glatte Petersilie 
200g Feta

Schalotten und Möhren schälen, sehr fein würfeln. 2 EL Öl im Topf erhitzen und beides darin andünsten. Linsen, Lorbeer und 600 ml Wasser zufügen. Aufkochen und zugedeckt 25–30 Minuten garen.

Lorbeer entfernen, Linsen evtl. abtropfen lassen. Mit Essig, Salz, Pfeffer und Honig abschmecken. Petersilie waschen, trocken schütteln, in Streifen schneiden und untermischen. Auskühlen lassen.

Feta zerkrümeln und über den Salat streuen.

Quelle
abgewandelt nach Lecker!



Sonntag, 24. April 2016

Einen Brunch ausrichten: Die Frühstücksecke - Aufstrichbuffet


Nachdem ich euch im letzten Post einige Tipps gegeben hatte, wie man einen Brunch planen und ausrichten kann, ohne als Besitzer einer kleinen Küche in Stress und Chaos zu versinken, wird es langsam Zeit, dass ich euch die ersten Rezepte meines Brunch-Buffets vorstelle! Den Anfang macht heute die Frühstücks-Ecke. Wie im letzten Beitrag schon berichtet, empfehle ich, bei einem Brunch das Augenmerk auf ein "Tadaaaaaa!"-Gericht zu legen und den Rest eher etwas unkomplizierter zu halten. Da sich mein Prunkstück unter den Mittagessen-Komponenten befand, wollte ich es beim Frühstück etwas einfacher halten und Rezepte auswählen, die sich allesamt schon am Vortag gut vorbereiten lassen und am Tag des Brunchs nur noch hübsch angerichtet werden müssen. Daher habe ich mich dafür entschieden, verschiedene Aufstriche zuzubereiten. Zusammen mit unterschiedlichen Brot- und Baguettesorten, einer Wurst-/Schinkenplatte und einer Platte mit Räucherlachs ergab das ein wunderbares Frühstück :-)


Insgesamt habe ich drei Aufstriche ausgewählt und darauf geachtet, dass diese unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Stile repräsentieren und somit hoffentlich für jeden Brunch-Gast etwas passendes dabei ist. Als Klassiker habe ich einen Eiersalat aufgetischt. Der schmeckt immer gut und ist eigentlich bei so gut wie jedem beliebt. Damit es nicht ganz so klassisch-eintönig wird, habe ich den Eiersalat allerdings dieses Mal mit Erbsen, Mandarinen und etwas Currypulver zubereitet. Die fruchtig-würzige Note hat mir richtig gut geschmeckt! Wer mag, kann auch noch kleine Garnelen (vorgegart) an den Eiersalat geben, das passt auch sehr gut - ich habe darauf verzichtet, da nicht alle meine Gäste Fisch und Meeresfrüchte mögen.


Eher etwas moderner und frühlingsfrisch - auch in Hinblick auf die hübsche, leuchtend-grüne Farbe - kam die Erbsencrème daher. Sie wird aus Erbsen, Pastinaken, Gemüsebrühe, Zitrone und frisch geriebenem Meerrettich zubereitet, schmeckt eher mild und passt besonders gut unter ein Scheibchen Räucherlachs. Alternativ harmoniert übrigens auch Büffelmozzarella ganz wunderbar damit!


Und schließlich wollte ich auch noch die Käse-Fans und Liebhaber mediterraner Aromen glücklich machen, was mir mit einer mediterranen Käsecrème aus Frischkäse, Feta, getrockneten Tomaten, Oliven sowie Kräutern und Gewürzen hoffentlich gelungen ist! Dieser Aufstrich ist sehr kräftig-würzig und harmoniert gut mit Parmaschinken oder italienischer Salami als Brotbelag.


Damit wäre mein Frühstücksbuffet komplett - im nächsten Post zeige ich euch dann die Rezepte für die Mittagsgerichte bei meinem Brunch :-)

Rezepte

Eiersalat mit Mandarinen und Curry

für eine mittelgroße Schüssel

4 Eier
100g TK-Erbsen
1 Dose Mandarinen (314 ml)
100g Salat-Mayonnaise
150g Naturjoghurt
1-2 TL Curry (bei mir eher mehr)
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2-3 Lauchzwiebeln
Kresse zum Garnieren

Eier hart kochen. Dann abschrecken, schälen und auskühlen lassen. Erbsen auftauen lassen. Mandarinen abtropfen lassen, Saft dabei auffangen. Mayonnaise, Joghurt, Curry und 5-6 EL Mandarinensaft verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Lauchzwiebeln putzen, waschen und fein schneiden. Eier achteln. Beides mit Erbsen, Mandarinen und Sauce mischen. In eine Schüssel füllen und mit Kresse garnieren.

Quelle
Lecker!


Erbsen-Meerrettich-Crème
für eine kleine Schüssel

1 kleine Petersilienwurzel
200g grüne Erbsen (TK)
75 ml Gemüsebrühe
etwas Zitronensaft
1 TL frisch geriebener Meerrettich (alternativ Meerrettich aus dem Glas)
Salz
Pfeffer aus der Mühle
ggf. Radieschen und Dill zum Garnieren

Petersilienwurzel putzen, waschen, fein würfeln. Mit den Erbsen in der Brühe zugedeckt etwa 10 Minuten garen. Mit dem Pürierstab pürieren. Mit Zitronensaft, Meerrettich und Gewürzen abschmecken. Erbsencrème in eine Schüssel geben und mit Radieschenscheiben sowie etwas feingeschnittenem Dill garnieren.

Quelle
Apotheken-Umschau


mediterrane Käsecrème
für eine kleine Schüssel

200g Feta
100g Frischkäse natur
5 getrocknete Tomaten in Öl
10 schwarze Oliven, entsteint
1 EL Tomatenmark
einige Blätter frischer Basilikum
1 Knoblauchzehe, geschält
Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Alle Zutaten bis auf Olivenöl und Gewürze in einem Blender/Mixer gut vermixen/pürieren. Anschließend soviel Olivenöl dazu geben, dass es eine geschmeidige Masse entsteht. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Quelle

Dienstag, 19. April 2016

Tutorial: Einen Brunch ausrichten (und möglichst stressfrei genießen)

Mögt ihr Brunchen auch so gern wie ich? Ich finde, es gibt nichts Gemütlicheres, als den lieben langen Sonntag mit Essen, Genießen und Erzählen zu verbringen. Deswegen und weil ich in Zeitschriften und auf Blogs immer viele tolle Frühstücks- und Fingerfood-Rezepte sehe, die ich alle unbedingt einmal ausprobieren will, hatte ich mir schon lange vorgenommen, mal einen Brunch bei mir zuhause auszurichten. Warum ich trotzdem eine ganze Weile gezögert habe? Ganz einfach: Wegen der ziemlich beengten Platzverhältnisse in meiner Wohnung. Die Wohnung ist 50 Quadratmeter groß, wovon das Herzstück, das Wohnzimmer mit offener Küche, ca. 25 Quadratmeter einnimmt. Die Küche ist wirklich nur eine Zeile mit einem kleinen, gerade einmal 40 cm breiten Stück Arbeitsfläche - nicht eben üppig bemessen für eine ambitionierte Hobby-Köchin und Foodbloggerin ;-) Der direkt an die Küche angrenzende Esstisch ist je nach Tageszeit und Anlass auch mein Schreibtisch. Hier habe ich zur Verdeutlichung mal einen Blick auf Küche und Essbereich von der Couch aus gesehen für euch - das Bild habe ich letztes Jahr wenige Tage nach meinem Einzug gemacht, es fehlte damals z.B. noch die Wanddeko über dem Esstisch:


So sehr ich meine Wohnung und meine offene Küche auch liebe, wirklich geeignet für einen Brunch schien sie mir nicht. Denn wie das in kleinen Wohnungen so ist, ist alles nur begrenzt vorhanden: Sitzplätze für die Gäste, Platz zum Aufbauen fürs Buffet, ausreichend Schüsseln, Platten zum Anrichten oder einheitliche Teller und Besteck... nicht gerade optimale Voraussetzungen also! Doch ich habe mich trotzdem an die Organisation eines Brunchs gewagt. Und mir überlegt, dass ich meine Erfahrungen beim Planen und Vorbereiten gern in einem kleinen Tutorial mit euch teilen möchte. Um ein paar Anregungen zu geben, wie man so einen Brunch möglichst stressfrei plant und auch als Gastgeber bestmöglich genießen sowie viel Zeit mit den Gästen verbringen kann. Und um ein paar Punkte zu bedenken zu geben, die besonders für andere Besitzer kleiner Wohnungen und kleiner Küchen nützlich sein können ;-) Zum Brunch wird es daher in der nächsten Woche eine kleine Serie auf dem Blog geben - heute beginne ich mit Tipps zur Planung und Organisation und danach folgen die Rezepte für Frühstück, warme Gerichte sowie Desserts.


7 Tipps, wie ihr möglichst stressfrei einen Brunch ausrichtet
  • Rechtzeitige Planung ist alles!
Besonders wichtig für einen stressfreien Brunch ist es, mit der Planung des Buffets rechtzeitig zu beginnen. Ich habe unterschiedliche Methoden, um mir Rezepte zu markieren, die ich unbedingt auspobieren will (und sollte diese vielleicht mal vereinheitlichen, aber das ist ein anderes Thema...). Ich verteile z.B. Klebezettel in Kochbüchern und Zeitschriften, schreibe mir Ideen in ein Notizbuch, speichere Rezepte aus Foodblogs in einem Favoriten-Ordner im Browser ab oder markiere Favoriten in Rezepte-Apps. Zwei Wochen vor dem Brunch-Termin habe ich mir schon einmal Zeit genommen, um alle relevanten Rezeptquellen zu sichten und mir einen Überblick zu verschaffen, welche Brunch-geeigneten Rezepte ich mir bereits abgespeichert bzw. markiert habe. Daraus habe ich dann bis eine Woche vor dem Brunch eine Liste mit den Bestandteilen meines Buffets zusammengestellt. Diese Vorgehensweise gibt euch genug Zeit, falls ihr beim Planen z.B. feststellt, dass ihr Fleisch vorbestellen, noch mal in den Delikatessenladen am anderen Ende der Stadt fahren oder gar noch etwas online ordern möchtet.


  • Was darf beim Brunch nicht fehlen?
Ein Brunch besteht für mich klassischerweise aus drei Bestandteilen: Einem Frühstücksbuffet, ein oder mehreren warmen Komponenten (Mittagessen) sowie einem Dessertbuffet. Je nach persönlichen Vorlieben könnt ihr jedoch die Anteile dieser drei Komponenten am Buffet variieren oder sogar eine davon ganz weglassen, z.B. nur ein Mittagessen- und Dessertbuffet machen, wenn ihr wie wir keine Frühaufsteher seid und erst mittags einladen möchtet. Ok, streng genommen wäre es dann kein Brunch mehr, aber wer wird denn da so genau sein ;-) Ich habe mich jedoch für meine Planung an die drei Bereiche gehalten und für jede davon 3 - 5 Komponenten ausgewählt.


So sah meine Brunch-Planung dann aus:

Frühstück
  • Eiersalat mit Curry-Mayonnaise
  • mediterraner Frischkäse mit getrockneten Tomaten, Oliven und Feta
  • Erbsen-Minz-Brotaufstrich
  • kleine Spieße mit Chorizo, Kirschtomaten, Mini-Mozzarella und Oliven
  • Platte mit Parmaschinken und italienischer Salami
  • Platte mit Räucherlachs
  • verschiedenes Brot und Baguette, Butter
Mittagessen
  • Lammeintopf mit weißen Bohnen und Kräuter-Nuss-Pesto
  • Ricotta-Kräuter-Tarte
  • Linsensalat mit Balsamico und Feta
Dessert
  • Pasteís de Nata
  • Schokowaffel-Türmchen mit Sahne und Himbeeren
  • Obstplatte 
Getränke
  • Kaffee, Milch, Zucker
  • Wasser mit Zitronenscheiben und Minzblättern
  • verschiedene Säfte
  • Prosecco, Bier 

  • Ihr braucht nur ein Knaller-Gericht
Versteht mich nicht falsch, damit meine ich nicht, dass der Rest eures Brunchbuffets nicht schmecken muss oder lieblos zubereitet sein darf. Aber ihr solltet euch überlegen, was DAS Gericht auf eurem Buffet ist - jenes, mit dem ihr eure Gäste so richtig umhauen wollt, worüber alle reden werden und jeder das Rezept haben will. In dieses Gericht könnt und solltet ihr dann auch richtig Mühe und Aufwand stecken und ggf. auch gern mal ein paar Stunden investieren. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass alle anderen Gerichte eine Spur unkomplizierter sein dürfen und ihr dabei auf Rezepte setzen könnt, die einfach und schnell gehen und gut vorzubereiten sind. Ihr habt schließlich schon euer "Tadaaaaaa-Gericht", an das sich alle erinnern werden! Der Rest sollte gut dazu passen, das Gericht unterstützen, aber nicht in den Schatten stellen. So könnt ihr den Aufwand für euch in einem realistischen Maß halten. Gericht bedeutet hier übrigens nicht, dass es sich um ein Hauptgericht eures Brunchs handeln muss. Je nach persönlicher Vorliebe könnt ihr auch einen besonders tollen Kuchen backen, euer Brot selbst backen, verschiedene selbstgespresste Säfte anbieten...

Mein Knaller-Gericht war der Lammeintopf mit weißen Bohnen und Kräuter-Nuss-Pesto. Dafür habe ich am Tag vor dem Brunch gern einiges an Schnippel-Arbeit sowie mehrere Stunden Schmoren und Herd-Bewachen in Kauf genommen. Der würzige Eintopf mit superzartem Fleisch hat es absolut gerechtfertigt und auch meine Gäste waren einhellig der Meinung, dass dies das Highlight des Brunchs war. Bei den anderen Gerichten habe ich dafür auf schon bewährte und/oder sehr unkomplizierte Rezepte gesetzt.


  • Wählt Gerichte aus, die sich gut vorbereiten lassen
Gerade in kleinen Wohnungen und Küchen ist gute Vorbereitung essenziell, denn ihr habt einfach nicht genügend Platz, um in letzter Minute noch viele Arbeiten zu erledigen, zumal wenn ihr euer Buffet auf dem Herd und/oder der Arbeitsfläche anrichten müsst. Ich habe daher meine Gerichte so gewählt, dass sich 90 Prozent der Tätigkeiten am Vortag machen ließen. Am Tag des Brunchs blieb mir nur noch, das Buffet aufzubauen, die Platten anzurichten, Tisch zu decken, Brot zu schneiden und den Eintopf noch einmal warmzumachen. Das war optimal und so stressfrei, wie es nur geht. Ich würde daher raten, eure Gerichte so auszusuchen, dass ihr maximal eine Sache noch am Tag des Brunchs wirklich zubereiten müsst. So spart ihr euch auch Chaos in der Küche, das ihr kurz vor knapp noch aufräumen müsst.




  • Bleibt realistisch: Gut gekauft ist besser als hektisch selbstgemacht
Auch wenn ihr vielleicht den Anspruch habt, aber ihr könnt realistischerweise nicht alles komplett selbst machen. Wie oben schon erwähnt, konzentriert euch auf ein Knaller-Gericht sowie einige unterstützende Gerichte. Habt keine Scheu davor, die Basics zu kaufen: Wenn ihr einen Bäcker kennt, der richtig leckeres Brot backt, dann kauft es dort und nehmt euch nicht vor, es auch noch selbst zu backen. Auch ein paar leckere Antipasti oder Brotaufstriche aus dem Feinkostladen können euer Buffet bereichern, ohne dass ihr großen Aufwand investieren müsst. Vergesst nicht: Eure Gäste wollen in erster Linie eine entspannte Zeit mit euch verbringen und nicht den Nachweis haben, dass ihr auch wirklich alle Küchenfertigkeiten und Techniken beherrscht! ;-)


  • Plant so genau wie möglich
Um den Brunch für mich möglichst stressfrei zu halten, habe ich nicht nur mein oben schon erwähntes Menü geplant. Im zweiten Schritt habe ich einen Zeitplan aufgestellt, um mir genau zu überlegen, was ich schon in den Tagen vor dem Brunch vorbereiten kann und in welcher Reihenfolge ich dabei am besten vorgehen sollte. So eine Checkliste hilft euch auch, wenn es am Tag vor dem Brunch oder am Brunch-Morgen bei euch doch etwas hektischer zugeht und ihr sicher sein wollt, nichts zu vergessen. Gerade für die Besitzer kleiner Wohnungen und Küchen ist es darüber hinaus ratsam, noch einen weiteren Planungsschritt zu machen und euch zu überlegen, was ihr auf dem Buffet wo anrichten und platzieren wollt (ich hatte z.B. erst mehr Komponenten geplant, als ich realistischerweise in der Küche und auf den Tischen in meinem Wohnzimmer wirklich unterbringen konnte). Bedenkt dabei auch, dass ihr Platz benötigt für: Geschirr, Besteck, Gläser, Getränke sowie eine Abstellfläche für nicht mehr benötigstes Geschirr. Diese solltet ihr auch gleich am Anfang den Gästen zeigen, so habt ihr Ordnung in eurer kleinen Küche und es sieht auch für die Gäste schöner aus. Des Weiteren habe ich mir auch genau überlegt und aufgeschrieben, was ich auf welcher Platte, in welcher Schüssel, etc. anrichten möchte, um einen Überblick zu haben, ob ich den Brunch mit dem bei mir vorhandenen Geschirr bewältigen kann oder ggf. noch etwas kaufen bzw. ausleihen muss. Bei aller Planung jedoch nicht vergessen: Irgendwas wird immer unvorhergesehen passieren, und das ist auch nicht schlimm, sondern menschlich und sympathisch, also locker bleiben ;-)


  • Bezieht eure Gäste mit ein
Da ihr selbstredend nur nette Leute einladet, sind diese selbstverständlich auch hilfsbereit und unterstützen euch bei Bedarf gern, ihr müsst es ihnen nur sagen! Das heißt, wenn ihr etwa feststellt, dass es euch an ein paar Tellern, Schüsseln, Klappstühlen oder was auch immer mangelt, dann leiht sie euch vorher von euren Gästen aus oder bittet sie, diese mitzubringen. Wenn eure Gäste ähnlich kochbegeistert wie ihr seid und gerne mithelfen möchten, könnt ihr sie auch Sachen für das Brunch-Buffet mitbringen lassen. Ich hatte z.B. direkt als ich die Einladung zum Brunch ausgesprochen hatte, einige Hilfsangebote von Gästen bekommen und habe mich dazu entschlossen, die Komponenten fürs Dessertbuffet von meinen Gästen mitbringen zu lassen (bis auf die Obstplatte, die ich selbst hergerichtet habe). So spart ihr euch Arbeit, eure Gäste freuen sich euch zu helfen und auch ihr könnt euch (zumindest partiell) noch überraschen lassen, was es bei eurem Brunch so gibt :-)


Das war mein kleines Brunch-Tutorial und ich hoffe, es hat euch gefallen! In den nächsten Posts warten dann die Rezepte auf euch. Habt ihr weitere Ideen, wie die Planung eines Brunchs möglichst stressfrei gelingt?

Donnerstag, 14. April 2016

Gemüse auf italienisch: Caponata Siciliana

Nach all den süßen Leckereien, Eis, Shakes & Co. wird es mal wieder Zeit für ein herzhaftes Gericht! Denn ja, wir essen hier nicht nur Eis und Kuchen, sondern kochen auch, und das meist (der Biokiste sei Dank) mit sehr viel leckerem Gemüse. Vor kurzem war mir nach einem mediterranen Gemüsegericht und ich habe mir die Caponata aus dem Buch "Reisehunger" von Nicole Stich ausgesucht. Die Caponata ist ein Gemüseragout italienischen, genauer gesagt sizilianischen Ursprungs, und ähnelt in ihren Zutaten (Aubergine, Paprika, Tomaten, natürlich viel Knoblauch und Olivenöl) der französischen Ratatouille.


In unserem Rezept wurde die Caponata jedoch deutlich raffinierter gewürzt, als ich es von der Ratatouille kenne (ohne den von mir sehr geschätzten Franzosen zu nahe treten zu wollen... vielleicht hatte ich einfach noch nicht das richtige Rezept). Denn an diese Caponata kommen unter anderem noch Sardellen, Pinienkerne und Rosinen, abgeschmeckt wird mit reichlich Aceto Balsamico. Mhmmmm, war das aromatisch und lecker! Schmeckte schon fast ein bisschen nach Sommer...

Ich habe die Caponata (sie schmeckt am besten lauwarm) übrigens als Vorspeise zusammen mit einigen Scheiben cremigem Büffelmozzarella pro Person serviert. Außerdem stand noch dieser umwerfende Zucchinisalat mit auf dem Tisch. Die Caponata-Reste schmeckten am nächsten Tag jedoch auch sehr gut zu einem Teller Pasta und passen bestimmt auch zu gebratenem Fleisch oder Fisch ganz wunderbar.


Rezept
für 4 Personen (als Vorspeise)

50-75 ml Olivenöl
300g gelbe oder rote Kirschtomaten
500g Auberginen
1 rote oder gelbe Paprikaschote
1 große rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
40g schwarze Oliven (ohne Stein)
4 Anchovisfilets
60g Sultaninen
40g Pinienkerne
3-4 EL guter Aceto balsamico
2 TL Zucker
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
3-4 Stängel Basilikum
250 g Burrata oder Büffelmozzarella

Den Backofen auf 200° vorheizen. Eine große Auflaufform mit etwas Olivenöl einpinseln. Die Kirschtomaten waschen, halbieren und mit den Schnittflächen nach oben in die Form setzen. Im Ofen (Mitte) rösten, bis die Tomaten zu schrumpeln beginnen und die ersten dunklen Flecken bekommen (das ist nach 15 - 20 Min. der Fall). Aus dem Ofen nehmen.

Inzwischen das restliche Gemüse waschen und putzen. Die Auberginen in 2 cm große Würfel, die Paprikaschote in 1 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und in dünne Spalten schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Oliven in dünne Ringe schneiden, Anchovisfilets fein hacken.

Eine große Pfanne mit hohem Rand erhitzen. Auberginenwürfel hineingeben, sofort gleichmäßig mit 3 - 4 EL Olivenöl beträufeln, gründlich durchmengen und bei starker Hitze ca. 5 Min. scharf anbraten (die Würfel sollen etwas Farbe annehmen). Paprikaschote und Zwiebel dazugeben und alles weitere 5 Min. bei mittlerer Hitze braten. Knoblauch, Oliven und Anchovis, Sultaninen und Pinienkerne untermischen und noch mal 5 Min. bei geringer Hitze sanft schmoren lassen, dabei ab und zu umrühren.

Das Gemüse mit 2 - 3 EL Wasser und dem Aceto balsamico ablöschen. Die Ofentomaten vorsichtig unterrühren und die Caponata mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Basilikumblättchen von den Stängeln zupfen, grob hacken und unter die Caponata mischen. Warm oder abgekühlt  mit der Burrata bzw. dem Büffelmozzarella anrichten.

Quelle
Nicole Stich: Reisehunger  

Montag, 11. April 2016

Erdbeer-Buttermilch-Eis mit weißer Schokolade

Ich habe es wieder getan... ich habe mir ein neues Küchengerät zugelegt! Letztes Wochenende ist eine schicke Eismaschine mit Kompressor bei mir eingezogen. Damit hatte ich im letzten Sommer schon einmal geliebäugelt, denn ich esse seeeeeeehhhhhhhhrrrrrrrr gerne Eis. Allerdings habe ich mir den Kauf dann auch gleich wieder selbst verboten, denn in meiner Mini-Küche ist ohnehin schon jedes Fleckchen ausgenutzt, die Küchengeräte stapeln sich sogar auf den Schränken und eine gar nicht mal so kleine und leichte Eismaschine dort unterzubringen, erschien mir schwierig. (Wer mal einen Blick in meine Küche werfen möchte, kann das übrigens in diesem schon etwas älteren Artikel tun. Die Küche steht zwar mittlerweile in einer anderen Wohnung, die Möbel sind aber immer noch dieselben und an den Platzverhältnissen hat sich auch kaum etwas geändert.) Nun war ich aber letztens zum Kochkurs im Schmidt's und spätestens beim Nachtisch war klar, dass ich wohl nicht weiterleben kann, wenn ich nicht die Möglichkeit habe, mir regelmäßig dieses weiße Mokka-Eis zuhause zu machen. Gesagt, getan - die Eismaschine zog ein...


...und wurde natürlich auch gleich eingeweiht, und zwar mit einem Rezept aus dem Buch "Das beste Eis der Welt" von Jeni Britton Bauer. Ich bin zwar kein besonderer Freund solcher nicht eben bescheidener Buchtitel, aber die bisher ausprobierten Rezepte waren doch alle top :-) Als erstes lachte mich ein Erdbeer-Buttermilch-Eis an, das ich selbst noch mit weißer Schokolade verfeinert habe. Für das Eis werden Erdbeeren im Ofen gebacken und püriert, später kommt das selbstgemachte Erdbeerpüree dann zur Eismasse und in die Eismaschine. Ich war sehr gespannt, wie das gelingen würde, aber das Ergebnis war richtig klasse! Ein super-cremiges, zartschmelzendes Eis von perfekter Konsistenz, das nicht zu süß war und einen dezenten, feinen Erdbeergeschmack hatte (der sicher mit aromatischeren Erdbeeren etwas später in der Erdbeersaison noch intensiver gewesen wäre). Auch die weißen Schokostückchen waren eine super Idee! Beim nächsten Mal würde ich allerdings wahrscheinlich die Schokolade schmelzen und in den letzten Minuten der Eiszubereitung durch die Einfüllöffnung in die Eismaschine laufen lassen, so dass man feine, stracciatella-artige Schokostückchen erhält. Aber man lernt nie aus und für den ersten Versuch war es richtig, richtig gut!

Rezept
für ca. 1 Liter Eis

350 ml Vollmilch
2 EL Speisestärke
60g Frischkäse (Raumtemperatur)
1/2 TL feines Meersalz
300g Sahne
150g + 80g Zucker
2 EL Glukosesirup
60 ml Buttermilch
300g Erdbeeren
3 EL frischgepresster Zitronensaft
50g weiße Schokolade
1 großer Zip-Gefrierbeutel
1 Bogen Pergamentpapier oder Backpapier

Zunächst das Erdbeerpüree zubereiten. Dafür den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Erdbeeren waschen, putzen und in ca. 1 cm breite Scheiben schneiden. Erdbeeren und Zucker in einer Auflaufform vermischen, im Ofen ca. 8 Min. rösten, bis die Beeren weich sind, und dann leicht abkühlen lassen. Die Beeren zusammen mit dem Zitronensaft pürieren. Vom Püree 120 ml abmessen und für das Eis beiseitestellen. Den Rest anderweitig verwenden, etwa als Sauce für die Erdbeer-Eisbecher :-)

Für die Eiscremebasis in einer kleinen Schüssel etwa 2 EL der Milch mit der Speisestärke glatt rühren. Den Frischkäse mit Salz in einer mittelgroßen Schüssel verrühren. Eine große Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln füllen.

Die übrige Milch mit Sahne, Zucker und Glukosesirup in einem großen Topf bei mittlerer Hitze aufkochen und 4 Min. sprudelnd kochen lassen. Vom Herd nehmen und langsam die Stärkemischung einrühren. Wieder aufkochen und mit einem hitzefesten Spatel ca. 1 Min. rühren, bis die Mischung andickt. Vom Herd nehmen.

Die heiße Mischung zum Frischkäse geben und langsam glatt rühren. Das Erdbeerpüree und die Buttermilch unterrühren. Die Eiscremebasis in einen großen wiederverschließbaren Gefrierbeutel füllen, in das Eisbad legen und ca. 30 Min. kühlen. Anschließend die Eiscremebasis in den gekühlten Behälter der Eismaschine füllen, Maschine anschalten und laufen lassen, bis das Eis dick und cremig ist (hat bei mir etwa 30 Min. gedauert).

In der Zwischenzeit weiße Schokolade grob hacken. Wenn das Eis fertig ist, die Schokostückchen unterrühren. Die Eiscreme in eine gut verschließbare Aufbewahrungsbox geben, ein Stück Pergamentpapier (oder Backpapier) auf die Oberfläche drücken und mit dem Deckel gut verschließen. Im Tiefkühlgerät in mind. 4 Stunden richtig fest werden lassen. Ca. 15 Min. vor dem Verzehr aus dem Tiefkühler nehmen, damit sich das Eis gut portionieren lässt.

Quelle
Jeni Britton Bauer: Das beste Eis der Welt