Mittwoch, 11. Januar 2017

Gesundes Soulfood: Pastinaken-Kartoffel-Gulasch

Ist es bei euch auch so kalt und verschneit? Aus meinem Fenster sehe ich aktuell ein richtiges Winterwunderland, und das, obwohl ich mitten in der Großstadt wohne! Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass wir in den letzten Wintern hier in Dresden einmal so viel Schnee gehabt hätten... Ich selbst habe ein eher ambivalentes Verhältnis zum Schnee: Einerseits sieht es wirklich schön aus, es strahlt (von drinnen betrachtet) Ruhe und Gemütlichkeit aus, und ab und an stapfe ich auch mal gerne durch und freue mich über das knirschende Geräusch unter meinen Schuhen. Im Alltag nervt mich das Weiße aber auch manchmal ein wenig, aus ganz praktischen Gründen: Wer freut sich schon darüber, morgens zeitiger aufstehen zu müssen, um das Auto freizulegen, während man in der dicken Winterjacke vor sich hin schwitzt? Und wer mag den Matsch der Winterschuhe in der Wohnung? Ich jedenfalls nicht.


Hinzu kommt ja, dass ich, wie sicher einige von euch auch, mir vorgenommen habe, im neuen Jahr wieder gesünder zu essen und auf mehr Obst und Gemüse zu setzen - während der Körper nun angesichts von Schnee und Kälte nach Soulfood schreit. Aber zumindest für dieses Problem habe ich heute eine Lösung parat! Wie wäre es mit einem vegetarischen Gericht, das viel Gemüse enthält und trotzdem so richtig herzhaft, würzig und deftig schmeckt? Ich präsentiere: Pastinaken-Kartoffel-Gulasch! Das Rezept habe ich bei Christina gefunden und es hat mich über die stressige letzte Woche vor Weihnachten gerettet, als die Zeit immer knapp, der Bedarf an gesundem Essen vor den Feiertagen aber noch einmal hoch war. Einmal ein ganzer Topf gekocht, für mehrere Tage versorgt - perfekt.

Außer Pastinaken und Kartoffeln kommen auch noch reichlich Zwiebeln und Paprika mit in den Topf, wie sich das für ein gutes "Gulasch" gehört. Dank Tomatenmark, Sojasauce, Balsamico und vielen Gewürzen entsteht eine wunderbar dunkle, aromatische Sauce, in die ich mich echt hätte reinlegen können! Soulfood und gesund auf einen Streich, wer sagt denn bitte, dass das nicht geht?! :-)

Rezept
für zwei Portionen (ich habe gleich die doppelte Menge gekocht, und das war kein Fehler!)

1 EL Olivenöl
2 EL Tomatenmark
2 mittelgroße Zwiebeln
125g Kartoffeln (geputzt gewogen)
150g Pastinaken (geputzt gewogen)
2 Paprikaschoten (eine grün, eine rot – oder wie ihr wollt)
1 TL Paprikapulver, scharf
1 TL Piment d'Espelette
1 TL Senfsaat
1/2 TL Kreuzkümmel
400 ml Gemüsebrühe
1 EL Sojasauce
1 EL Aceto Balsamico di Modena
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
viel frische Petersilie (fein gehackt)

Die Zwiebeln schälen und längs in gröbere Scheiben schneiden. Paprikaschoten putzen und grob in größere Würfel schneiden, ebenso mit den Kartoffeln und den Pastinaken verfahren – es kann also alles etwas rustikaler aussehen.

Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, dann zuerst das Tomatenmark und die Zwiebeln mit dazugeben und anrösten, dabei stetig rühren, die Zwiebeln sollen nicht bräunen!
Im nächsten Schritt Kartoffeln, Pastinaken und Paprika hinzugeben. Weitere zwei bis drei Minuten rühren. Anschließend mit Gemüsebrühe ablöschen, Sojasauce und Essig dazugeben und 15 bis 20 Minuten bei geschlossenem Deckel auf mittlerer Stufe vor sich hin köcheln lassen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken. Mit viel gehackter Petersilie servieren.

Quelle

Dienstag, 3. Januar 2017

Apfelkuchen-Smoothiebowl

Liebt ihr den Beginn eines neuen Jahres auch so sehr wie ich? Jedes Jahr Anfang Januar, wenn noch die durchgeweichten Überreste des Silvesterfeuerwerks auf den Straßen liegen, ein leichter Rauchgeruch in der Luft hängt und der Himmel komischerweise fast immer wolkenverhangen und dunkelgrau ist, spüre ich diese ganz besondere Stimmung. Eine Mischung aus Reflexion und innerer Einkehr, weil ich in den Tagen davor das alte Jahr Revue passieren lassen und mir so meine Gedanken dazu gemacht habe, und gleichzeitig Aufbruchstimmung, Tatendrang und Motivation. Kein Wunder also, dass ich ein absoluter Fan von Neujahrsvorsätzen bin. Ja ich weiß, man kann an jedem Tag im Jahr etwas ändern, und das habe ich auch schon das ein oder andere Mal (erfolgreich) getan. Trotzdem fällt es mir zum Anfang eines neuen Jahres irgendwie leichter. Ebenso, wie mir die kleinen Dinge des Alltags, die man gerne mal vor sich herschiebt (und die dann letztendlich doch meist schneller erledigt sind als gedacht), am Anfang eines neuen Jahres leichter von der Hand gehen. Und ehe ich mich versehe, ist dann doch plötzlich der Kleiderschrank aufgeräumt, die Computer-Software auf den neuesten Stand gebracht oder der neue Drucker gekauft und installiert... ja, das mag banal klingen, aber für mich ist das schon so eine Art kleine "Neujahrs-Magie".


Ähnlich wie mit solchen organisatorischen Dingen geht es mir auch mit dem Essen. Am Anfang eines Jahres gestalte ich ganz automatisch meinen Speiseplan wieder gesünder und freue mich darauf, dass Obst & Gemüse den Platz von Weihnachtsplätzchen, Gänsebraten & Co. einnehmen. Viele gesunde Rezepte, die mir nicht nur, aber auch zum Anfang eines neuen Jahres besonders gut schmecken, habe ich für euch in dieser Liste notiert. Und heute kommt dort ein weiteres Rezept hinzu, das ich jetzt im Winter zum Frühstück ganz besonders mag: die Apfelkuchen-Smoothiebowl! Wenn ihr Apfelkuchen liebt (und wer liebt Apfelkuchen nicht?), dann wird euch dieses gesunde Frühstücksrezept sicher genau so begeistern wie mich.

Ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn jemand behauptet, dass ein gesundes Frühstück genau so wie ein Kuchen / Dessert / anderes gehaltvolles Gericht schmeckt, aber in diesem Fall stimmt es wirklich! Ich habe als Topping mein selbstgemachtes zuckerfreies Vanille-Zimt-Granola verwendet, was perfekt gepasst hat. Ein anderes leckeres (Knusper)Müsli schmeckt aber sicher ebenso gut.

Fröhlichen Start in den Tag und ins neue Jahr!

Rezept
für zwei Portionen

3 Äpfel
400 ml Mandelmilch
100g Naturjoghurt (gern auch Soja- oder Kokosjoghurt)
4 EL Apfelmus
4 EL feine Haferflocken
1 TL Zimt

Topping
1 Apfel
Ahornsirup

Die 3 Äpfel waschen und grob würfeln. Zusammen mit der Mandelmilch, dem Joghurt, Apfelmus, Zimt und Haferflocken in einem Standmixer oder mit dem Pürierstab zu einem dickflüssigen Smoothie pürieren.

Den Apfelkuchen-Smoothie auf Schüsseln aufteilen und mit fein gewürfeltem Apfel, Müsli und Ahornsirup bestreut bzw. beträufelt servieren.

Quelle

Freitag, 30. Dezember 2016

Persönlicher Jahresrückblick und Ausblick 2016/17

Yeah, die Zeit der Blog-Jahresrückblicke beginnt wieder! Ich bin ein bekennender Fan dieses Formats und schmökere liebend gern in den Rückblicken meiner Blogger-Kollegen - Ehrensache, dass ich daher auch in diesem Jahr wieder einen eigenen Rückblick beisteuere. In den Wochen vor Weihnachten habe ich eine kleine Blogpause gemacht und mir - neben dem üblichen Vorweihnachtstrubel - auch ein bisschen Zeit für mich, zum Nachdenken und Reflektieren genommen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich dieses Jahr im Vergleich zu den vorherigen Jahren nicht so viel an Weihnachtsrezepten beitragen kann und möchte, und habe die kleine Auszeit für mich sehr genossen. Pünktlich zum neuen Jahr bin ich aber mit neuer Kraft und Motivation und vielen Ideen zurück, und starte jetzt mit diesem Jahresrückblick wieder durch! (Ab der nächsten Woche gibt es dann auch wieder neue Rezepte auf dem Blog.)

Eines meiner Lieblingsfrühstücke - Orangen-Mandel-Shake

Dass 2016 in der Gesamt-Perspektive ein schwieriges Jahr war, das uns oftmals mindestens zum Kopfschütteln brachte, häufig auch zu Fassungslosigkeit und Verzweiflung führte, muss ich euch nicht sagen. Und darum soll es hier auch nicht gehen, denn darauf zurückzublicken, zu reflektieren und zu analysieren, das können andere besser als ich. Hier geht es um mein persönliches Jahr, und das war eines der besten, die ich je hatte :-) Den Jahresrückblick habe ich auch dieses Mal wieder in meine bewährten Kategorien der letzten Jahre eingeteilt. Viel Spaß beim Lesen!

Damit es etwas bunter wird, findet ihr dazwischen meine schönsten Food- und Travel-Fotos aus diesem Jahr.

Bunt und gesund - die indische Currysuppe Mulligatawny

Privates

An den "großen Fronten des Lebens" hat sich 2016 im Vergleich zu 2015 weniger verändert. Ich bin sowohl meiner Wohnung als auch meiner Heimatstadt Dresden und meinem Job in diesem Jahr treu geblieben. Auf der Arbeit hat es bedingt durch eine Unternehmensfusion jedoch Änderungen meines Verantwortungbereichs, meiner Tätigkeiten und bestimmter Strukturen gegeben, die jedoch nur zu meinem Vorteil waren. So bin ich von meiner vorherigen Tätigkeit als (überwiegend) Social Media-Managerin in den Bereich PR & Unternehmenskommunikation gewechselt und sehr glücklich über diese Veränderung und den vielfältigeren Aufgabenbereich, in dem ich in der gesamten Firma mehr mitgestalten kann. Gerade in der ersten Hälfte des Jahres bedeutete das jedoch viel Arbeit, denn der Bereich musste im Zuge der Fusion neu aufgestellt werden und es gab eigentlich nichts, das wir nicht überarbeiten und aktualisieren mussten...

Guacamole - das erste Fotoshooting mit einem Galgenstativ

Zur Mitte des Jahres hat sich mein Wunsch nach mehr beruflicher Verantwortung nochmals erfüllt und ich leite seitdem ein kleines Team im Bereich PR & Unternehmenskommunikation. Das war für mich ein wichtiger Schritt, den ich gern gehen wollte und über den ich sehr froh bin. Ich bin jemand, der viel Motivation daraus zieht, sich selbst, andere und die Firma in Hinblick auf Strukturen, Kultur, etc. weiterzuentwickeln und habe nun noch mehr die Möglichkeit dazu. Gleichzeitig stand ich vor neuen Herausforderungen, vor Fragen, die ich mir vorher noch nicht gestellt hatte, hatte Gelegenheit, Dinge auszuprobieren und zu reflektieren. Das war wirklich ein tolles Gefühl für mich.

Nudelsalat mit eingelegten Paprika, weißen Bohnen und Tunfisch

Gesundheit, Ernährung & Sport

Gesundheitlich war zu Beginn des Jahres 2016 leider absolut der Wurm drin bei mir. Direkt in der ersten Woche des Jahres habe ich eine Grippe bekommen, die mich über zwei Wochen lang wirklich komplett lahmgelegt hat. An die Grippe schloss sich nahtlos eine Bronchitis mit wochenlangem starkem Husten an. Dadurch hatte ich zum einen noch mehrere Wochen lang Probleme mit meiner Atmung und zum anderen waren durch das langanhaltende Husten die Muskeln zwischen meinen Rippen so verkrampft, dass ich wochenlang starke Schmerzen bei fast jeder Bewegung hatte. Das war gar nicht schön... Seit Mitte März 2016 bin ich aber wieder fit und hatte den Rest des Jahres über mit keinerlei Krankheiten, noch nicht einmal mit einer simplen Erkältung, mehr zu kämpfen.

Auch das habe ich 2016 gelernt - Eier unfallfrei pochieren!

In Hinblick auf meine guten Vorsätze bezüglich Ernährung und Sport ist 2016 daher nicht so gelaufen, wie ich zunächst geplant hatte. Durch die lange Krankheits-Phase bedingt habe ich die ersten drei Monate des Jahres nicht auf meine Ernährung geachtet (was gewichtsmäßig jedoch nicht schlimm war, denn meistens hatte ich wenig bis keinen Appetit) und konnte auch keinen Sport machen. Das hat jedoch leider dazu geführt, dass ich auch, als es mir besser ging, in Hinblick auf Ernährung und Sport nicht in Tritt gekommen bin. Ich habe mein Fitnessstudio daher monatelang nicht von innen gesehen und auch sicher einige Kilo zugenommen (auch wenn ich mich nicht gewogen habe, aber die engen Hosen sprachen für sich).

orientalischer Gemüsetopf mit Feta

Der Wendepunkt kam mit unserer Reise nach New York Ende September/Anfang Oktober. Zum einen habe ich mich an fettigem und süßem Essen dort so übergessen, dass ich es nach unserer Rückkehr nicht mehr sehen konnte. Zum anderen hat mir der "American Way of Life" deutlich vor Augen geführt, wohin es führt, wenn man dauerhaft zu viel isst und sich zu wenig bewegt. Dahingehend war die Reise wirklich ein (dringend benötigtes) Aha-Erlebnis. Seit unserer Rückkehr Anfang Oktober fiel es mir nicht schwer, mich gesünder zu ernähren, mehr Lebensmittel selbst herzustellen, statt auf Fertigprodukte zu setzen (und damit meine ich nicht, dass ich sonst Fertiggerichte gegessen habe - es geht hier um Produkte wie Müsli, Gemüsebrühepulver, Brotaufstriche, etc.) und regelmäßig Sport zu machen.

selbstgemachtes Gemüsebrühepulver

Im Moment sieht meine Sportroutine so aus, dass ich zweimal pro Woche ins Fitnessstudio gehe. Dort mache ich an einem Tag Kraft- und Ausdauertraining, an einem anderen Tag gehe ich schwimmen und besuche einen eher gesundheitsorientierten Kurs wie z.B. Pilates oder Rückenfit. Außerdem mache ich einmal pro Woche zuhause Yoga (in der Regel samstags nach dem Aufstehen, mein Start-ins-Wochenende-Ritual) und lege so oft wie möglich meinen Arbeits- bzw. Heimweg zu Fuß zurück (ca. 30 Minuten Laufzeit, die Strecke laufe ich ca. 5 - 6 Mal pro Woche).

Dauerbrenner 2016: Tacotorte mit Chili con Carne gefüllt

Durch den Sport und die Bewegung an der frischen Luft hat sich auch mein Entspannungsverhalten in den letzten Monaten merklich verbessert. Ich bin jemand, der gerne plant und sich immer eher zu viel als zu wenig vornimmt. Ich neige dazu, auch kleinste Zeitbudgets sofort zu verplanen, bei meiner Zeitplanung sehr optimistisch zu sein und mich dann stressen zu lassen, wenn alles nicht so klappt wie gedacht (was meistens der Fall ist, da ich wie gesagt dazu neige, viel zu eng zu planen). In den letzten Wochen habe ich geübt, meine Planung realistischer zu machen, nicht jedes Zeitfenster zu verplanen, sondern ausreichend Zeit für Entspannung und ja, auch für Schlaf vorzusehen, und mich bei Dingen, die mich stressen, zu fragen, ob diese wirklich unbedingt erledigt werden müssen, und wenn ja, wirklich jetzt und wirklich von mir. Sehr oft stellt sich nämlich heraus, dass ich die Einzige bin, die sich Stress macht, dass etwas erledigt werden muss, und zwar nur, weil ich der Meinung bin, dass sich das eben so gehört - und nicht, weil irgendjemand anderes darauf angewiesen ist. Das versuche ich mehr zu hinterfragen und meist klappt das schon ganz gut - ich bin zwar sicher noch lange nicht da, wo ich hin will, aber ich werde auf jeden Fall immer gelassener ;-)

Blick auf Lissabon vom Miradouro de São Pedro de Alcântara

Reisen


Auch 2016 war für mich wieder ein tolles Reisejahr. In der ersten Jahreshälfte konzentrierten sich die Reisen vornehmlich auf Deutschland. Nachdem ich von Januar bis März zum einen sehr viel gearbeitet und zum anderen mit meiner Gesundheit zu tun hatte, war eine erholsame Auszeit dringend nötig. Mir (mir!) war mal so gar nicht danach, etwas Neues zu entdecken, ich wollte einfach nur Ruhe und Entspannung. Daber haben wir uns für ein verlängertes Wochenende in ein schönes Wellnesshotel im Harz zurückgezogen, sind tagelang nur zwischen Zimmer, Wellnessbereich und Hotelrestaurant gependelt und haben neue Kraft gesammelt. Nachdem ich wieder richtig fit war und auch der Frühling in den Startlöchern stand, ging es im April für ein verlängertes Wochenende in den Spreewald, wo wir Fahrradtouren entlang der Kanäle unternommen haben. Im Mai reiste ich dann zum Food Blog Day nach Berlin und verband das mit einigen privaten Treffen sowie einem Tag in Potsdam, an dem wir das Holländische Viertel und Schloss Sanssouci besichtigt haben. Ich war zuvor noch nie in Potsdam und bin seitdem ganz begeistert von dieser schönen Stadt!

In Porto am Ufer des Douro

Im Juni ging es dann zum ersten Mal in diesem Jahr ins Ausland, und zwar nach Portugal. Wir hatten bereits 2014 im Rahmen einer Städtereise Lissabon besucht und uns dort sehr wohl gefühlt - nur das Wetter spielte damals nicht so richtig mit, so dass wir aufgrund des starken Regens leider nicht alles besichtigen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Bei schönstem mediterranem Sonnenlicht kehrten wir daher nun im Juni zurück und verbrachten noch einmal zwei herrliche Tage in der tollen Stadt an der Tejo-Mündung. Dieses Mal wollten wir jedoch noch mehr von Portugal sehen und reisten daher von Lissabon aus mit dem Mietwagen weiter in die Nähe von Porto, wo wir uns ein schönes Ferienhaus gemietet hatten. Von dort aus erkundeten wir Portugals zweitgrößte Stadt Porto, die uns nicht weniger beeindruckt hat als Lissabon, fuhren ins Weinanbaugebiet Dourotal, in die Serra da Estrela, Portugals höchstes Gebirge, und an den Atlantik. Was für eine schöne Reise - Portugal, wir kommen sicher wieder! Im August bekam ich dann Besuch und verbrachte einige Urlaubstage in der Heimat. Anschließend fuhr ich noch gemeinsam mit dem Besuch für zwei Tage in die tschechische Hauptstadt Prag, die nur knapp zwei Stunden von Dresden entfernt liegt. Auch wenn ich schon mehrfach da war, lohnt sich ein Besuch immer wieder!

Weinreben auf dem Weingut Quinta da Pacheca im Dourotal

Ende September stand unsere größte Reise in diesem Jahr an - für 10 Tage ging es nach New York! Für mich war diese Reise wahnsinnig aufregend und gleichzeitig auch eine Art Reise in die Vergangenheit, denn in New York war ich bereits vor 20 Jahren einmal gewesen und dieser Trip hatte sich wahnsinnig stark in mein Gedächtnis eingebrannt. Nun war es für mich sehr spannend zu sehen, wie sich die Stadt seitdem entwickelt hatte - und auch euch habe ich im Rahmen von diversen Travelguides und Fooddiarys ausführlich davon berichtet. Jetzt über den Jahreswechsel steht bei uns traditionell wieder eine Silvesterreise an - und auch da geht es dieses Jahr an ein für mich ganz besonderes Ziel, nämlich nach Paris. Dort habe ich 2007 im Rahmen meines Studiums ein Semester verbracht und seitdem liebe ich die französische Hauptstadt und bin ca. alle zwei Jahre wieder hin gereist. Dieses Mal ist es die erste Paris-Reise mit meinem Freund und ich freue mich riesig darauf, ihm all die Plätze zu zeigen, die mir wichtig sind und mit denen ich Erinnerungen verbinde. Mehr davon berichte ich dann im neuen Jahr :-)

leere Strände am Atlantik bei São Jacinto

Mein Blog im Jahr 2016

Mein Blog ist im Juli 2016 sechs Jahre alt geworden - das habe ich dieses Jahr zwar nicht besonders gefeiert, dennoch hatte ich das ganze Jahr über sehr viel Spaß und Freude am Blog und habe mit viel Motivation gekocht, geschrieben und fotografiert. Dabei sind in diesem Jahr 59 Beiträge entstanden - damit ist 2016 rein zahlenmäßig zwar mein "zweitschlechtestes" Bloggerjahr, allerdings nur knapp. In den vorherigen Jahren habe ich in der Regel zwischen 60 und 70 Beiträgen verfasst. Die etwas geringere Zahl erklärt sich jedoch zum Teil durch die Länge der verfassten Beiträge - denn nachdem ich im Jahr 2015 bereits mit ersten Reiseberichten begonnen habe, habe ich in diesem Jahr meine Begeisterung für dieses Genre so richtig entdeckt und zahlreiche lange Artikel zu Reisen und Events verfasst, z.B. zu Riga, Portugal, Prag und New York. Auch sind einige Artikel zu kulinarischen Aktivitäten in meiner Heimatstadt Dresden entstanden, z.B. zu einem Kochkurs, einer Schokoladenverkostung und einer kulinarischen Stadtführung. Diese Artikel machen zwar viel Arbeit, ich habe jedoch unheimlich viel Freude daran und will den Bereich daher auch im nächsten Jahr weiter pflegen und noch um ein paar mehr regionale Tipps (z.B. Restaurantguides zu Dresden und Umgebung) ausbauen.

Blick über Prag von der Burg aus

Nachdem ich im Dezember 2015 meine erste richtige Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen habe, habe ich mich im Jahr 2016 viel im Fotografieren geübt, vieles gelesen und ausprobiert. Ich bin zwar noch lange nicht da, wo ich sein möchte, aber ich habe schon viel gelernt, komme besser zurecht und mir gelingen häufiger als früher Fotos, mit denen ich zufrieden bin. Auch beim Bearbeiten meiner Bilder mit Photoshop bin ich besser geworden. Und nicht zuletzt nenne ich auch mehr Foto-Equipment mein Eigen - neben der Kamera kamen in diesem Jahr noch eine 50mm-Festbrennweite, ein Stativ und zwei Softboxen hinzu. Über die fotografische Entwicklung meines Blogs habe ich kürzlich erst ausführlich im Rahmen eines Blog-Events geschrieben (obwohl es meinen Blog bereits seit über sechs Jahren gibt, fand die größte Entwicklung tatsächlich 2016 statt).

Brooklyn Bridge und Skyline von Manhattan

Dieses Jahr hatte ich außerdem zum ersten Mal eine Journalistin und einen Fotografen in meiner Küche zu Gast. Gemeinsam haben wir einen Erdbeer-Spargel-Salat mit Serranoschinken und Orangenvinaigrette zubereitet und anschließend sind ein Interview mit mir und mein Rezept in der Dresdner Morgenpost erschienen. Das war ein tolles Erlebnis - und meine Familie war stolz wie Bolle ;-) Außerdem habe ich mit dem Food Blog Day in Berlin in diesem Jahr an meinem ersten größeren Foodblogger-Event teilgenommen, was echt eine super Erfahrung für mich war - vor allem der Workshop zum Thema Foodstyling und -fotografie mit Aurélie Bastian.

Eure liebsten Artikel 2016

1. Mulligatawny - indische Currysuppe
2. Gehobelter Zuccinisalat mit Sardellen, Pecorino und Haselnüssen
3. Erdbeer-Cheesecake mit Schokowaffel-Boden

Meine Lieblingsrezepte 2016

1. Taco-Torte mit Chili-Füllung
2. Ravioli mit cremiger Kürbissauce
3. Oreo-Pancakes mit geröstetem Pistazieneis und Erdbeeren

am Times Square

Blog-Ausblick 2017

Für 2017 habe ich mir für meinen Blog einiges vorgenommen! Gleich zu Anfang des Jahres starten wir mit fundamentalen Änderungen in Hinblick auf den technischen Unterbau und das Design des Blogs - nach 6,5 Jahren sind die auch dringend notwendig, auch wenn es mir schon ein bisschen vor der vielen Arbeit graut ;-) Außerdem möchte ich mich auch im neuen Jahr weiter der (Food-)Fotografie widmen, noch mehr ausprobieren und dazulernen. Im Januar steht zudem ein erstes Projekt an, bei dem ich den Blog und das Thema soziales Engagement miteinander verbinden kann und ich bin schon sehr gespannt, was daraus wird. Und nicht zuletzt möchte ich auch im neuen Jahr weiterhin regelmäßig Reiseberichte zu Orten in Nah und Fern, aber auch zu meiner Heimatstadt Dresden hier veröffentlichen. Ich habe auf jeden Fall viel vor und bin voller Motivation!

Ich hoffe, euch hat mein etwas persönlicherer Jahresrückblick und –ausblick gefallen und ich wünsche euch für das neue Jahr alles Gute, viel Gesundheit, Glück und Erfolg sowie tolle und inspirierende kulinarische Momente! Lasst es euch gut gehen, und wenn ihr mögt, erzählt mir doch ein bisschen von euren Plänen und Vorsätzen fürs neue Jahr :-)

Skyline von Manhattan von New Jersey aus gesehen

Dienstag, 27. Dezember 2016

[New York, Teil 5] Restaurantguide & Fooddiary

Nun habe ich euch in den letzten knapp zwei Monaten so viel über New York erzählt, nur über einen sehr wichtigen Punkt haben wir bisher kaum gesprochen: über das Essen! Zeit, das jetzt nachzuholen - denn darauf, euch von diesem Aspekt unserer Reise zu erzählen, freue ich mich am allermeisten :-) Als absolute Weltstadt und Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen ist New York natürlich auch an der kulinarischen Front unglaublich bunt. Ich glaube, es gibt fast keine Küche und keine Ernährungsweise der Welt, der man in New York nicht fröhnen kann. Bei unserer Reise lag der Fokus (bis auf einige Ausnahmen) jedoch ganz klar darauf, typische New Yorker Spezialitäten und die Klassiker der amerikanischen Küche zu probieren - und das haben wir reichlich getan!


Heute möchte ich euch vorstellen, wo wir in New York gegessen und was wir probiert haben, und euch damit auch viele Tipps für einen New York-Aufenthalt mit an die Hand geben. Dieser Artikel ist ziemlich Fast Food-lastig, denn Fast Food ist in New York nicht nur allgegenwärtig, sondern auch ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil der amerikanischen (Ess-)Kultur. Daher haben wir in New York ein bisschen über Kalorien und Prinzipien gesunder Ernährung hinweg gesehen und wirklich ordentlich geschlemmt. Ab und an ist gegen einen handwerklich gut gemachten Burger o.ä. ja auch gar nichts einzuwenden, so lange er nicht zur täglichen Gewohnheit (auch außerhalb des Urlaubs) wird ;-) Hier sind sie nun, meine kulinarischen Tipps für eine New York-Reise:

1) Typisch New York

a. Katz's Deli

Über Katz's Deli habe ich bereits recht ausführlich in meinem Travelguide zu East Village, Greenwich Village und Meatpacking District berichtet. Katz's ist einer der ältesten jüdischen Feinkostläden der Stadt und eine New Yorker Institution schlechthin! Auch wenn der Laden inzwischen von vielen Touristen besucht wird, besinnt man sich bei den kulinarischen Spezialitäten nach wie vor auf die alten Traditionen. Und das bedeutet: Blintzes, Knish, Latkes, Nudelkugel, Matzo Ball Soup und andere Klassiker der jüdischen Küche.


Daneben ist Katz's für seine Fleisch- und Wurstspezialitäten, vor allem Pastrami, Corned Beef und harte Salami, berühmt. Aus diesen Zutaten entstehen zusammen mit Sauerkraut, Käse und verschiedenen Saucen im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Sandwiches. Grundsätzlich absolut köstlich, doch Vorsicht: Die mächtigen Sandwiches sind mit bis zu 300 Gramm Fleisch belegt und haben es wirklich in sich! Ein ganzes Sandwich könnte gerade für nicht ganz so starke Esser zu viel sein. Tipp: Teilt euch ein Sandwich oder bestellt das Menü mit einer Matzo Ball- oder Nudelsuppe und einem halben Sandwich, das dürfte besser zu bewältigen sein ;-)


b. Lexington Candy Shop

Ähnlich wie Katz's ist auch der Lexington Candy Shop an der Upper East Side, gegründet 1925, eine echte New Yorker Institution. Und nein, auch wenn der Name es vermuten lässt - es handelt sich nicht um ein Geschäft für Süßwaren, sondern um ein klassisches, alteingesessenes New Yorker Diner. Es sieht darin genau so aus, wie man Diner aus amerikanischen Filmen oder Serien kennt, und alles wirkt so, als wäre hier spätestens in den 50er Jahren die Zeit stehen geblieben. Die Bedienung ist flink, herzlich und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.


Auf der Speisekarte stehen Diner-Klassiker wie Pancakes, Omelettes, Grilled Cheeses, Sandwiches, Burger, Milchshakes, aber auch Kuchen, Torten und Desserts. Wir waren an einem Regentag da und hatten keine Eile, wieder nach draußen zu kommen, daher haben wir uns munter durch die Karte probiert. Getestet haben wir: die Blueberry Pancakes mit Butter und Ahornsirup, das Omelette mit Cheddar, das Grilled Cheese Sandwich und den Schoko-Milchshake. Ein älterer Herr am Nebentisch, der nach eigenen Aussagen schon seit Jahrzehnten in den Lexington Candy Shop kommt, empfahl uns außerdem noch den Coconut Cake, doch ein Stück des gut und gerne 10 Zentimeter hohen Kuchens passte dann beim besten Willen nicht mehr rein ;-) Alles, was wir probiert haben, hat uns vorzüglich geschmeckt - wer auf ein bisschen (kulinarische) Nostalgie steht, sollte sich den Lexington Candy Shop also nicht entgehen lassen.


c. La Bagel Delight Dumbo

Wer an New Yorker Spezialitäten denkt, der denkt automatisch an Bagels, oder? Die fluffigen Hefeteigkringel dürfen bei einem typischen New Yorker Frühstück jedenfalls nicht fehlen! Klar, dass auch wir uns auf die Suche nach leckeren Bagels gemacht haben. Ein empfehlenswerter Laden ist La Bagel Delight, der sich im Viertel Dumbo (Down under the Manhattan Bridge Overpass) in Brooklyn befindet. In dem typischen Bagelshop gibt es nicht etwa nur eine Sorte Bagel, die dann klassisch mit Frischkäse und Räucherlachs belegt wird - nein, hier hat man die Qual der Wahl!


Ungefähr 15 verschiedene Sorten Bagels werden hier kontinuierlich frisch produziert, darunter z.B. Mohn, Sesam, Vollkorn, aber auch Herzhaftes wie Onion & Garlic oder Süßes wie etwa Bagel mit Orange und Rosinen. Auch die Frischkäse-Sorten, von denen es ca. 20 herzhafte und süße Varianten gibt, sind hausgemacht. Insgesamt zählt man auf den Schildern an den Wänden über 100 verschiedene Varianten, wie man sich seine Bagels belegen lassen kann. Wir entschieden uns neben dem Klassiker mit Creamcheese und Lachs noch für einen Mister Bagel (Spiegelei, Bacon, Schinken und Käse auf Onion-Garlic-Bagel, sehr würzig und lecker!). Außerdem haben wir die Zitronen-Joghurt-Muffins probiert. Aber Achtung, auch hier sind die Portionen sehr groß - je ein Bagel und ein Muffin haben uns tatsächlich einen ganzen Tag lang satt gemacht ;-)


Im La Bagel Delight kann man übrigens nicht im Laden essen. Bei schönem Wetter macht das aber gar nichts, denn nach wenigen Schritten gelangt ihr zum Brooklyn Bridge Park am Ufer des East River und könnt eure Bagels mit herrlichem Skyline-Blick verzehren. Bei schlechtem Wetter empfehle ich euch, lieber einen anderen Bagelshop mit Sitzplätzen zu besuchen.

d. Magnolia Bakery

Wohl die bekannteste Bäckerei New Yorks - nicht nur bei Sex and the City-Fans! Die Magnolia Bakery hat mehrere Filialen in Manhattan, u.a. in der Grand Central Station, Penn Station, im Rockefeller Center und im Bloomingdale's. In der Magnolia Bakery entstehen aus Butter, Zucker, Sahne & Co. kleine (und gehaltvolle) Meisterwerke. Die Törtchen, Cupcakes, Muffins, etc. sind so schön anzusehen, dass man sich kaum traut, sie zu essen. Schön ist, dass man den Zuckerbäckern über die Schulter schauen kann, während sie z.B. die Cupcakes dekorieren - absolut faszinierend!


Wir haben den Lime Cheesecake, Red Velvet Cheesecake, die Coconut Cupcakes und die Brownies probiert und alles hat absolut dekadent und fantastisch geschmeckt! Es ist allerdings alles sehr sehr süß, doch wer ein absoluter Süßschnabel ist, wird es sicher mögen (alle anderen sollten es bei einem Stück Kuchen oder einem Cupcake belassen und zur Sicherheit vielleicht eine Salami von Katz's in der Tasche haben ;-)). Ich empfehle die Magnolia Bakery auf jeden Fall, würde euch aber raten, einen Besuch eher an den Anfang eines New York-Trips zu legen - nach mehreren Tagen im Big Apple mit ungesundem Essen habt ihr möglicherweise sonst wie wir das Problem, dass ihr mit dem "Zuckerschock" nicht mehr so gut klar kommt...


2) Fast Food-Klassiker

a. Smokey Burger

Hierbei handelt es sich eher um "Slow Fast Food", denn Smokey Burger ist keine Kette, sondern ein rustikales kleines Burger-Restaurant, wo die Burger handgemacht sind und ausschließlich aus Bio-Zutaten bestehen, die nach Möglichkeit aus der Region kommen. Obwohl der Laden nur zwei Ecken vom Times Square entfernt liegt, walzen hier keine Touristenströme vorbei und es ist angenehm ruhig. Neben klassischen Hamburgern und Cheeseburgern bietet Smokey Burger auch Kreationen aus Elch-, Bison-, Wild- oder Entenfleisch, aus Fisch und Meeresfrüchten, sowie zwei vegetarische Burger an.


Wir haben den Mighty Bison Deluxe (Bisonpatty, Käse, Chipotle-Sauce, Avocado, karamellisierte Zwiebeln, gegrillte Paprika und Jalapeños) und den Young, Wild and Free (Lachspatty, karamellisierte Zwiebeln, Mango und Limetten-Aioli) probiert - klingen diese Zusammenstellungen nicht toll? Wir fanden es absolut außergewöhnlich und sehr, sehr lecker! Zu den Burgern gibt es Pommes, Pommes mit Käsesauce, Süßkartoffelpommes, Zwiebelringe, Coleslaw oder grünen Salat. Bei den Getränken sind die hausgemachten Root Sodas, vor allem das scharfe Ginger Brew und das fruchtige Blueberry Soda, sehr zu empfehlen. Daumen hoch, toller Laden!

b. Shake Shack

Shake Shack ist in den USA momentan DER angesagte Burgerladen und hat zahlreiche Filialen in New York. So einfach ist es jedoch gar nicht, dort essen zu gehen, denn die Schlangen sind mega-lang! In den Filialen in Manhattan ist es keine Seltenheit, dass man eine halbe Stunde oder noch länger vor der Tür warten und anschließend noch einmal mindestens ebenso lange drinnen anstehen muss... nicht so unser Ding. Wir dachten daher schon, dass wir unseren New York-Besuch ohne ein Essen bei Shake Shack verbringen würden - bis wir auf die weniger stark frequentierten Filialen in Brooklyn gestoßen sind. Unser Tipp also: Wenn ihr unbedingt bei Shake Shack essen wollt, dann probiert es nicht in Manhattan, sondern in einem anderen Stadtteil.


Was uns nun zu der Frage führt: Muss man denn bei Shake Shack essen? Unser Fazit fällt - für eine Burgerkette - insgesamt ziemlich gut aus. Die Burger (von denen es nur vier Stück gibt - Hamburger, Cheeseburger, Chickenburger, Vegetarian) schmecken gut. Sie sind auf jeden Fall besser als die Konkurrenz von McDonald's, Burger King & Co., können aber nicht mit einem individuellen Handmade Burger wie z.B. bei Smokey Burger mithalten. Richtig, richtig lecker sind die Cheese Fries! Sie haben mir sogar besser geschmeckt als die von Smokey Burger, weil sie noch richtig kross und nicht zu sehr von der Käsesauce durchgeweicht waren. Trotzdem - eine Stunde warten würde ich dafür nicht. Wenn ihr aber eine nicht so stark frequentierte Filiale findet, probiert es ruhig mal aus.

c. Taco Bell

Noch eine Fast Food-Kette mit Kultstatus, die es in Deutschland nicht gibt. Taco Bell konzentriert sich auf die mexikanische Küche und serviert Tacos, Tortillas, Burritos, Quesadillas, Nachos & Co. In Manhattan gibt es ein paar Filialen, jedoch gar nicht so viele (verglichen mit Ketten wie z.B. Dunkin' Donuts, die an jeder Ecke zu finden sind). Rund um unser Apartment in New Jersey war Taco Bell stärker vertreten.


Wenn ihr das erste Mal bei Taco Bell seid, wird euch die Auswahl und die schiere Masse an Kombinationsmöglichkeiten wahrscheinlich ziemlich erschlagen. Daher eine kleine Empfehlung für alle, die gerne Käse mögen: Probiert den Cheesy Gordita Crunch (dazu wird ein knuspriger in einen weichen Taco gesetzt, zwischen den beiden Taco-Schichten befindet sich geschmolzener Käse, das "Innenleben" besteht aus Hackfleisch, Salat und Saucen) und/oder den Quesarito (Burrito mit Hackfleisch, Reis, flüssigem Käse und Sour Cream gefüllt). Einer von beiden reicht bei normalem Hunger, wer großen Hunger hat, schafft auch beide. Aber Vorsicht: Es gibt jede Menge Witze darüber, wie sich Essen bei Taco Bell auf eure Verdauung auswirkt - und sie sind leider nicht völlig aus der Luft gegriffen. So, don't blame me...


d. Sbarro

Sbarro ist eine italienische Pizza- und Pasta-Kette, die 1956 gegründet wurde und mittlerweile über mehr als 800 Filialen weltweit verfügt. Dort findet man Pizza "by the slice", in den USA beliebte Nudelgerichte (z.B. Baked Ziti = Nudelauflauf mit Tomatensauce und Mozzarella oder Spaghetti mit Tomatensauce und Fleischbällchen) und auch ein Buffet mit verschiedenen Nudelsorten, Aufläufen, Antipasti, etc., wo man sich einen Teller füllen lassen kann und anschließend nach Gewicht bezahlt.


Der Pizzateig wird jeden Tag in jeder Filiale frisch von Hand zubereitet und auch Tomatensauce und Mozzarella sind hausgemacht - und das schmeckt man auch. Die Pizza war schön dünn und knusprig, gut und ausreichend belegt und hat richtig lecker geschmeckt - wirklich so, wie eine Pizza für mich sein muss! Neben der dünnen NY Style Pizza gibt es auch die dickere und fluffigere "sizilianische Pizza". Sbarro ist für eine kurze Pause und einen Snack zwischendurch beim Sightseeing auf jeden Fall geeignet.


e. GRK Fresh Greek

GRK Fresh Greek ist eine kleine griechische Fast Food-Kette mit insgesamt vier Filialen, davon drei in Manhattan (Financial District, Flatiron District und Midtown East) sowie einer in Washington, D.C. Von der Einrichtung, dem gesamten Stil und Konzept her erinnert der Laden etwas an ein Vapiano, also eine etwas "gehobenere" Fast Food-Location, nur eben mit griechischem Essen. Zur Auswahl steht zum einen Kebab, wobei man wählen kann, welche Fleischsorte man möchte (Huhn oder Lamm), ob es auf dem Teller oder im Pitabrot serviert werden soll, welche Tzatziki und welche Beilagen man möchte.


Außerdem gibt es Salat (griechischen Bauernsalat und Linsensalat), Suppen (Linsensuppe und Hühnersuppe mit Zitrone), Reisnudelauflauf mit Tomatensauce und Feta (vegetarisch), griechischen Joghurt und Frozen Yoghurt. Wir haben den Lamm-Kebab mit Pommes, Salat und Tzatziki sowie den Reisnudelauflauf probiert und waren sehr zufrieden. Durchaus für ein Essen zwischendurch geeignet, vor allem, wenn man mal auf der Suche nach einer vegetarischen Option, Suppe oder Salate ist!

3) Hochwertig & gesund

a.) Fresh & Co.

Wenn ihr euch in New York gesund, nährstoffreich und vielleicht auch vegetarisch, vegan oder glutenfrei ernähren möchtet, ist Fresh & Co. eine gute Adresse. In den ca. 20 Filialen in Manhattan gibt es gesundes Frühstück (z.B. Pancakes, Quinoa-Bowls, Bagels, Müsli), Salate, Grain Bowls (Vollkornreis oder Quinoa mit vielfältigen, leckeren Toppings), Sandwiches, Wraps, Suppen, gesunde Desserts, Säfte und Smoothies. Wir haben den Kale Ceasar Salad (mit Grünkohl, Tomaten, Hähnchen, Croûtons, Parmesan und Ceasar-Dressing) und den Falafel Salad (mit Grünkohl, Gurken, Tomaten, Kichererbsen, Falafel, Tahini- und Chili-Dressing) probiert, außerdem eine Suppe, ein Sandwich und den Rote-Bete-Karotten-Smoothie.


Alles war sehr frisch und lecker und hat uns mit den Vitaminen versorgt, die wir nach mehreren Tagen ungesunden Essens so dringend brauchten. Bei der nächsten New York-Reise würde ich regelmäßig (jeden zweiten Tag oder so) hier oder in einem vergleichbaren Lokal essen und so versuchen, den Fast Food-Overkill zu vermeiden ^^ Einziges Manko: Auch wenn man im Laden isst, werden die Speisen so in Plastik eingepackt, als ob man sie mitnehmen wolle. Ich war davon etwas irritiert (zumal in einem Laden, der sich gesundem und saisonalem Essen verschrieben hat, da ist der gedankliche Schritt zur Nachhaltigkeit ja nicht mehr weit) - so seien halt die Vorschriften, sagte mir die Mitarbeiterin... :-(

b.) Union Square Greenmarket

Auch hierüber habe ich in meinem Travelguide zu East Village, Greenwich Village und dem Meatpacking District schon geschrieben. Der Union Square Greenmarket ist einer der größten und schönsten Farmers' Markets (Bauernmärkte) von NYC, und ein Bummel lohnt sich für alle, die sich für gesundes, gutes, regionales und saisonales Essen interessieren (oder schöne Streetfotografie-Shots machen möchten).


Auf dem Markt kann man vor allem Obst und Gemüse kaufen, es gibt aber auch Stände mit Fleisch und Wurst, Käse, Marmelade, Honig, Brot und Gebäck, Säften, Kräutern oder Pflanzen. Wer hier einkaufen möchte, sollte jedoch beachten, dass die zweifelsohne tollen Lebensmittel in der Regel (wie häufig in New York bzw. den USA) auch ziemlich ordentliche Preise haben... Der Markt findet montags, mittwochs, freitags und samstags von 8 - 18 Uhr statt, samstags gibt es wohl das größte Angebot (wir waren aber an einem Mittwoch da und auch da hat sich der Bummel gelohnt).


c. Dean & DeLuca

Dean & DeLuca ist einer der besten Feinkostläden in New York mit mehreren Filialen. Neben ausgefallenen und exotischen Obst- und Gemüsesorten findet man dort z.B. eine große Käsetheke, edelstes Fleisch und Fisch, eine Sushi-Bar, eine riesige Auswahl an Gewürzen, Ölen, Essigen, Marmeladen, Aufstrichen, Chutneys, Gebäck, aber natürlich auch Weine, Spirituosen, Tees, Kaffeebohnen, etc. - also alles, was das Genießerherz begehrt! Unbedingt mal durchbummeln, auch wenn ihr nur schauen und staunen wollt.


Bei einigen Sachen lohnt sich der Einkauf auch, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich vorteilhaft ist (z.B. bei lateinamerikanischen Gewürzen, die in den USA meist günstiger sind, als wenn man sie in Europa online bestellt) oder weil es die Sachen hier nicht ohne Weiteres gibt (z.B. Produkte aus den berühmten Meyer Lemons). Ich habe mir als Andenken geräucherte Salzflocken, Meyer Lemon Curd und Feigen-Balsamico-Chutney mitgenommen.


Fazit*

Das war meine kulinarische Tour durch New York und ich hoffe, sie hat euch gefallen! Insgesamt muss ich sagen, dass ich das Essen in New York zunächst sehr genossen habe - es kam dann aber der Punkt, wo es mir zu viel wurde. Zu viel Fleisch, zu viel Fast Food, zu viel Fettiges, zu viel Süßes - zu viel von allem einfach. Natürlich, werdet ihr sagen, das ist ja kein Wunder, wenn man sich ein paar Tage lang so ernährt - aber muss man ja nicht machen. Recht habt ihr, einerseits - denn natürlich gibt es mit Läden wie Fresh & Co. und vielen anderen genug Möglichkeiten, auch anders zu essen. New York ist schließlich eine Weltmetropole und bietet, wie ich eingangs schon geschrieben habe, kulinarisch einfach alles.


Aber ich muss tatsächlich sagen, dass es gar nicht so einfach war, sich unkompliziert und einigermaßen preisbewusst gesund zu ernähren. Und damit meine ich nicht, dass ich auf jeden Cent gucke - das tue ich beim Thema Ernährung nicht und gutes Essen ist es mir auch wert. Aber in New York standen die Preise für riesige Mengen Fast Food und für sehr kleine Mengen gesunden Essens oft in einem wirklich krassen Missverhältnis. Das hatte ich in diesem Maß nicht erwartet.


Dennoch, mit ein bisschen Planung, Überlegung und Recherche ist es natürlich gut möglich, sich in NYC gesund, ausgewogen und bei Bedarf auch vegetarisch oder vegan zu ernähren. Beim nächsten Mal würde ich da auch einiges etwas anders organisieren ;-) Auf jeden Fall hat mir der "American Way of Life" sehr zu denken gegeben und dazu geführt, dass ich seit unserer Rückkehr auch zuhause (ganz unbewusst und selbstverständlich) noch mehr auf gesunde Ernährung achte, darauf, Dinge möglichst selbst zu machen, etc. Aber das ist ja auch das Schöne am Reisen, es bildet, hilft uns, über den Tellerrand zu schauen und uns selbst zu reflektieren!

Damit bin ich nun zwar am Ende meiner New York-Berichterstattung angelangt, freue mich aber dafür schon sehr auf die nächste Reise, die in Kürze bei uns ansteht :-)

Hier findet ihr alle Artikel meiner New York-Reihe:

[New York, Teil 1] Flugzeugessen
[New York, Teil 2] Travelguide für Downtown Manhattan
[New York, Teil 3] Travelguide für East Village, Greenwich Village & Meatpacking District
[New York, Teil 4] Travelguide für Midtown Manhattan


*Die Bilder in diesem Abschnitt stammen aus einem lateinamerikanischen Supermarkt in der Nähe unseres Apartments in West New York, New Jersey.

**Die Restauranttipps beruhen ausschließlich auf unseren persönlichen Erfahrungen und sind nicht von den Restaurants gesponsert oder beeinflusst worden.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Möhren-Mango-Suppe mit Garnelen

Ja, auch ich bin inzwischen im vorweihnachtlichen Plätzchenbacken angekommen (auch wenn bei mir dieses Jahr kein Keks-Marathon draus wird), habe den ein oder anderen Weihnachtsmarkt unsicher gemacht und auch schon den ersten Gänsebraten der Saison genossen. Alles lecker und wunderschön, doch wirklich zu schätzen weiß man all diese Genüsse doch nur, wenn es sie auch in der Weihnachtszeit nicht täglich gibt. Daher mag ich auch in dieser Zeit zwischendurch immer gern gesunde und leichte Gerichte, die einen willkommenen Ausgleich zu all der schönen Völlerei schaffen. Wenn sie dann noch schnell zu kochen sind, ist es umso besser, denn Zeit haben wir (leider...) im Moment wohl alle nicht gerade zu verschenken...


Ein solches Rezept, das alle meine Kriterien erfüllte und das ich euch heute daher in aller Kürze vorstellen möchte, ist diese Möhren-Mango-Suppe. Ich mag die Kombination aus herzhaften und süßen Zutaten sehr gern und daher hat mir dieses fruchtig-würzige Süppchen richtig gut gefallen! Durch Kokosmilch wird es schön cremig und bringt noch ein paar mehr exotische Aromen mit. Wer mag, kann es auch noch mit etwas Chili scharf abschmecken, das habe ich aber dieses Mal nicht gemacht. Dafür habe ich noch ein paar Garnelen mit Knoblauch scharf angebrutzelt und in die Suppe gegeben. Stattdessen schmecken auch gebratene Hähnchenfleischspieße, oder aber man lässt alles "Tierische" einfach weg und isst eine vegetarische (sogar vegane) Suppe, die immer noch richtig, richtig lecker schmeckt!

Rezept
für 2 - 3 Portionen

2 EL Kokosöl
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
300g Möhren
300 ml Gemüsebrühe
1 Mango
200 ml Kokosmilch
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1/2 TL gemahlene Kurkuma
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL Paprikapulver
1/4 TL gemahlener Ingwer
200g kleine Garnelen

Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Möhren schälen und in Scheiben schneiden. 1 EL Kokosöl einem Topf erhitzen. Zwiebel und die Hälfte des Knoblauchs dazu geben und bei mittlerer Hitze unter Rühren glasig dünsten. Möhren hinzu geben und kurz mitbraten. Mit Gemüsebrühe aufgießen und ca. 15 Minuten lang zugedeckt bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

In der Zwischenzeit den zweiten EL Kokosöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Die andere Hälfte des Knoblauchs und die Garnelen zugeben und bei mittelhoher Hitze einige Minuten anbraten. Beiseite stellen.

Wenn die Möhren weich sind, Fruchtfleisch der Mango vom Stein schneiden und grob würfeln. Zusammen mit der Kokosmilch zur Suppe geben und diese pürieren. Suppe mit Salz, Pfeffer, Kurkuma, Kreuzkümmel, Paprikapulver und Ingwer abschmecken. Suppe in Teller füllen und mit einigen Garnelen bestreut servieren.

Quelle
abgewandelt nach Katharina Kraatz: Clean Eating

Sonntag, 4. Dezember 2016

[New York, Teil 4] Travelguide für Midtown Manhattan

Heute habe ich den letzten Travelguide aus New York für euch. Aber keine Sorge, ganz fertig sind wir mit dem Thema anschließend noch nicht, im Gegenteil - auch bei meiner New York-Berichterstattung kommt das Beste zum Schluss: In zwei Wochen erwartet euch hier noch mein Restaurantguide und Fooddiary! Doch vorher widmen wir uns heute erst einmal der klassischen Mitte von New York. Midtown Manhattan ist sicher das, was den meisten von uns als erstes in den Sinn kommt, wenn wir an New York denken.


Und kein Wunder, denn von der Fifth Avenue bis zum Times Square, vom Empire State Building bis zum Rockefeller Center, von MoMA und Guggenheim bis Central Park - viele der absoluten Top-Sehenswürdigkeiten von New York liegen in dieser Gegend so dicht beieinander, dass man, auch ohne gezielt zu suchen, alle paar Meter auf etwas Bekanntes stößt. Ein paar Highlights, die man sich trotz des dichten Touristenrummels nicht entgehen lassen sollte, stelle ich euch heute vor!


Zwischen Fifth Avenue & Times Square - einfach mal treiben lassen

An unserem ersten Tag in New York lautete das Motto für uns: Einfach mal treiben lassen! Das ist auch gar nicht die schlechteste Devise, denn in den Menschenströmen in Midtown Manhattan wird man ohnehin meistens einfach mitgeschoben, und bewusst eine andere Richtung einzuschlagen, ohne dass einen jemand über den Haufen rennt oder fährt, kann ganz schön schwer sein ;-) Wir sind am ersten Tag mit der NY Waterway-Fähre von Weehawken, New Jersey (dort befand sich unser Apartment) am Fährterminal an der 12th Avenue/West 39th Street angekommen und haben uns erst mal quer durch Manhattan bis zur Park Avenue durchgeschlagen - natürlich nicht, ohne an quasi jeder Ecke mit offenem Mund stehen zu bleiben und hunderte von Fotos zu machen...


Anschließend ging es die Park Avenue hinauf in nördlicher Richtung. Zu dieser Avenue habe ich eine besondere Beziehung, denn dort befand sich bei meiner ersten New York-Reise vor knapp 20 Jahren unser Hotel, und als wir das Grand Central Terminal durchquerten, am MetLife-Building und am berühmten Hotel Waldorf Astoria vorbei liefen, kam doch so einiges an Erinnerungen hoch.


Unser damaliges Hotel existiert übrigens nicht mehr und musste Platz machen für 432 Park Avenue (Ecke 56th Street), mit 426 Metern Höhe das zweithöchste Gebäude von Manhattan und der höchste reine Wohnturm der Welt.


Nur ein kleines Stück weiter befindet sich die berühmte Fifth Avenue mit dem Plaza Hotel, dem Rockefeller Center, der St. Patrick's Cathedral, der New York Public Library und zahlreichen Läden der international bekanntesten Designer und Luxusmarken. Dort könnt ihr euch bis zum Empire State Building an der 33rd Street treiben lassen und anschließend in westlicher Richtung abbiegen, bis ihr auf den Broadway stoßt, der euch - nicht zu verfehlen - zum Times Square leitet.


Der Times Square ist einfach ein unglaublicher Ort. Die schiere Masse an Leuchtreklamen, an Lichtern, an Glitzer, an Menschen, an unterschiedlichen Geräuschen und Gerüchen ist schwer zu fassen. Es ist auch bei Nacht absolut taghell und alles wuselt durcheinander. Sicher, für Klaustrophobiker und alle, die nicht gern Menschenmengen mögen, ist das vielleicht nicht der richtige Ort, allen anderen kann ich jedoch raten, sich hier einmal eine Viertelstunde niederzulassen, das Treiben zu beobachten und einfach immer wieder ungläubig staunend und fassungslos den Kopf zu schütteln... :-)


Wer gern ein Musical besuchen möchte, ist übrigens gut beraten, den TKTS-Kiosk unter der großen Treppe im Auge zu behalten. Hier werden jeden Vormittag vergünstigte Musical-Tickets für den selben Tag angeboten. Die TKTS-App verrät euch im Vorhinein, für welche Musicals es Karten gibt, so dass ihr abwägen könnt, ob ihr den Weg zum Times Square auf euch nehmt.


Rockefeller Center (Top of the Rock) - vielleicht der schönste Ausblick von Manhattan?

Doch natürlich wollen wir die ganzen Wolkenkratzer nicht nur von unten sehen - wir wollen auch hoch hinaus! Nachdem wir einige Tage zuvor schon den Ausblick vom One World Observatory, der Aussichtsplattform im One World Trade Center in Downtown Manhattan, genossen hatten, zieht es uns jetzt aufs Rockefeller Center.


Mit seiner Höhe von 259 Metern kann das Comcast Building, das höchste Gebäude in diesem Komplex, zugegebenermaßen nicht ganz mit One World Trade Center, Empire State Building & Co. mithalten und sieht auch deutlich weniger spektakulär aus. Doch es hat den Vorteil, dass man von ihm aus einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden berühmten Wolkenkratzer, allen voran auf das Empire State Building, hat. Außerdem sind die Vorschriften in Hinblick auf das Mitbringen von Foto-Equipment wie z.B. Stativen hier weniger streng, was uns sehr entgegen kommt.


Das Rockefeller Center war eine der wenigen Sehenswürdigkeiten, für die wir nicht vorab Tickets gebucht hatten - und hier wären sie tatsächlich nützlich gewesen. Denn als wir unsere Tickets kaufen, ist das nächste verfügbare Zeitfenster erst über eine Stunde später. Nicht wirklich dramatisch... doch die Zeit des Sonnenuntergangs müssen wir so leider in den Häuserschluchten von Manhattan verbringen und können erst nach Einbruch der Dunkelheit nach oben fahren. Ich würde euch hier also raten, Tickets vorzubuchen und auch eine halbe Stunde einzuplanen, um vom Einlass unten im Gebäude bis ganz nach oben auf die Aussichtsplattform zu kommen. Das Gebäude ist recht beengt, der Andrang groß und es zieht sich dadurch alles ein bisschen.


Aber, ganz klar, es lohnt sich! Geht unbedingt auf die oberste der drei Aussichtsplattformen, denn dort seid ihr im Freien, habt nur ein niedriges Geländer vor euch und könnt dadurch die besten Fotos machen! Für uns war die Zeit auf dem Rockefeller Center an unserem letzten Abend in der Stadt auf jeden Fall ein würdiger Abschluss unserer New York-Reise und wir werden wohl noch lange daran denken :-)


Museum of Modern Art - abwechslungsreiche Kunstwerke von Weltrang

In fast jedem Urlaub ist er unvermeidlich: der eine Regentag. (Zum Glück hatten wir wirklich nur einen. Den aber richtig.) Und was fällt uns dazu ein? Natürlich, ganz naheliegend - ein Museumsbesuch. An Museen mangelt es in New York und speziell in Midtown Manhattan ja nun nicht gerade, so dass wir die Qual der Wahl haben. Doch schließlich entscheiden wir uns für den reinen Kunstgenuss und damit für das Museum of Modern Art. In dem Gebäudekomplex zwischen Fifth und Sixth Avenue finden sich auf sechs Etagen zahlreiche Kunstwerke von Weltrang.


In der oberen Etage erwarten uns Gemälde ab dem Impressionismus (Monet, Cezanne, Gauguin...) bis hin zur Postmoderne. Highlights waren für mich sicherlich die "Sternennacht" von Vincent van Gogh und "Die Beständigkeit der Erinnerung" (auch bekannt als "Die zerfließenden Uhren") von Salvador Dalí. Spannend fand ich, dass sich das Museum nicht nur der Malerei widmet, sondern in den unteren Etagen bei den Werken aus den vergangenen Jahrzehnten auch zahlreiche Skulpturen, Installationen, Filme, Möbelstücke, ja sogar Autos zu sehen sind. Daneben bietet das Museum auch einige Sonderausstellungen zeitgenössischer Künstler.


Wenn man alles sehen will, ist man also gut und gerne einen Tag beschäftigt... und anschließend ordentlich pflastermüde! Der Eintritt ist hier mit 25 Dollar pro Person nicht gerade günstig, aber den Kunstwerken von Weltrang angemessen. Trotzdem wir an einem Regentag kamen und das Museum gut besucht war, mussten wir an der Kasse nicht lange warten. Tickets vorzubuchen ist also nicht notwendig.


UNO-Gebäude - ein Blick hinter die Kulissen der Macht

Mitten während unseres New York-Aufenthalts sahen wir uns plötzlich genötigt, aus den USA auszureisen - wenn auch nur temporär für rund zwei Stunden! Grund war unser Besuch im Gebäude der Vereinten Nationen, denn dieses befindet sich zwar geografisch in New York, politisch jedoch nicht in den USA, sondern auf extraterritorialem Gebiet. Und ja, wer will, kann einen Einreisestempel in seinen Pass bekommen ;-) Auch ein Postamt gibt es, von dem aus ihr eure Urlaubskarten mit gesonderten UNO-Briefmarken in alle Welt versenden könnt.


Aber wir waren nicht nur dieser Gimmicks wegen da, sondern um uns einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise der UNO zu verschaffen. Diesen erhält man im Rahmen einer knapp einstündigen Tour. Während dieser wird zunächst die Arbeitsweise der UNO erläutert und anschließend darf man tatsächlich einen Blick in die Bereiche werfen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, nämlich z.B. die Räumlichkeiten der UNO-Generalversammlung und des Sicherheitsrates. Es war für mich wirklich beeindruckend, einmal selbst hier zu sein und ich fand die Führung äußerst informativ.


Die Führungen werden in der sitzungsfreien Zeit halbstündlich in Englisch angeboten, bei Bedarf nach Voranmeldung auch in anderen Sprachen, darunter Deutsch. Auch für die englischsprachige Führung empfehle ich, sich vorab anzumelden. Außerdem solltet ihr vorher etwas Zeit einplanen (ca. 30 - 45 Minuten), da ihr euch vor Betreten des Geländes zunächst im Visitor Service Center akkreditieren und anschließend einer flughafenartigen Sicherheitskontrolle unterziehen müsst.


Central Park - die grüne Oase, die wir so dringend nötig hatten...

Midtown Manhattan - das sind nicht nur Wolkenkratzer, Politik & Show, Kunst & Kommerz. In diesem Stadtteil liegt auch die grüne Lunge von New York, der Central Park. Als wir nach bereits sieben Tagen New York eine kleine Auszeit bitter nötig hatten und das Wetter auch noch herrlich sonnig war, gönnten wir uns einige Stunden Pause im Park. Der Kontrast ist wirklich atemberaubend - hier grüne Wiesen, Bäume, kleine und größere Seen und unmittelbar dahinter die Hochhäuser von Midtown Manhattan. Wahnsinn!


Im Park gibt es unheimlich viel zu sehen: Vom John-Lennon-Memorial bei den berühmten Strawberry Fields über Seen und Brücken bis hin zu Amphitheatern und dem Central Park Zoo. Doch die eigentliche Sehenswürdigkeit ist meiner Meinung nach vor allem das Leben im Park! Auch hier wuselt alles durcheinander, klar, wir sind schließlich immer noch in New York. Fahrradfahrer, Massen von Joggern, spielende Kinder... und nicht zu vergessen natürlich die tierischen Parkbewohner, d.h. vor allem Vögel, Eichhörnchen, Ratten und Mäuse, die einem auch an jeder Ecke begegnen. Die Hoffnung, dass es im Central Park ruhig ist, erfüllt sich daher vorerst nicht - doch es gibt jede Menge zu sehen und zu bestaunen, was auf jeden Fall dafür entschädigt!


Und wer sich ein wenig weiter in die Mitte des Parks oder nach Norden Richtung Harlem bewegt, der findet vielleicht auch irgendwann ein ruhigeres Fleckchen - so auch wir zu Sonnenuntergang bei The Lake in der Nähe der berühmten Bowbridge. Für den Central Park sollte man unbedingt mehrere Stunden einplanen. Wer die Zeit hat, kann hier auch einen ganzen Tag investieren und hat garantiert noch längst nicht alles gesehen. Wenn ihr weitere Strecken zurücklegen und einen möglichst vollständigen Eindruck vom Park bekommen wollt, seid ihr sicher gut damit beraten, euch ein Fahrrad auszuleihen.


Damit sind wir am Ende meines kleinen Rundgangs durch Midtown Manhattan, des wohl "new-yorkischsten" Teils von New York, angelangt und ich hoffe, es hat euch gefallen! Nun folgt nur noch ein Teil meiner Reihe, in dem ich euch ausführlich meine Eindrücke vom Essen in New York schildern und viele Restaurant-Tipps geben werde :-)

Hier findet ihr die schon veröffentlichten Artikel meiner New York-Reihe:

[New York, Teil 1] Flugzeugessen
[New York, Teil 2] Travelguide für Downtown Manhattan
[New York, Teil 3] Travelguide für East Village, Greenwich Village & Meatpacking District
[New York, Teil 5] Restaurantguide & Fooddiary