Sonntag, 12. Februar 2017

Sonntagsbrötchen selber backen - ganz einfach und schnell

Auch wenn ich unter der Woche gerne herzhaftes Brot oder aber selbstgemachtes Müsli frühstücke - zu einem schönen Sonntagsfrühstück gehören Brötchen für mich einfach dazu! Da ticke ich sicher nicht so viel anders wie die meisten von euch. Zu den Brötchen gibt es dann eine Auswahl von Wurst und Käse (vor allem Käse, das ist wichtig!), Marmelade, Honig, gerne Rührei oder Spiegelei und außerdem noch Joghurt und Obst. Meist ist bei uns sonntags das Frühstück sogar die absolute Hauptmahlzeit des Tages, denn wir schlafen gerne sehr lange und dann ist die Mittagszeit eh schon fast vorbei ;-) und bis zum Abend hat auch niemand wieder größeren Hunger. Großes Frühstück und am Abend noch eine Kleinigkeit, so sieht unser Sonntag essenstechnisch in der Regel aus. Klar, dass dann alle Komponenten des Frühstücks auch eines Sonntags absolut würdig sein müssen!


Und das waren sie auch bisher... bis, ja, bis auf die Brötchen. Wie schon erwähnt, wir wollen ausschlafen, und alle Bäcker hier im Umkreis haben die Angewohnheit, ihre Brötchen sonntags nur bis 9 oder 10 Uhr zu verkaufen. Da beißt sich leider die Katze in den Schwanz... Ich habe mir daher lange Zeit mit tiefgekühlten Brötchen zum Aufbacken beholfen, die leider alles andere als aufregend schmeckten, sondern allenfalls eine geschmacksneutrale Unterlage für Käse & Co. abgaben. Das konnte ich nicht mehr mit mir vereinbaren, also habe ich angefangen, mit meiner Biokiste Brötchen zu bestellen, diese einzufrieren und sonntags wieder aufzubacken. Das war schon mal besser, doch die Brötchen haben durch das Einfrieren und wieder Auftauen leider etwas an Qualität eingebüßt. Wie schön wäre es doch, wenn man selber Brötchen backen könnte... aber ist das nicht mega-aufwendig und kompliziert?


Nein, ist es nicht! Zumindest nicht nach diesem Rezept, das inzwischen zu meinem Standard geworden ist. Ihr müsst nur am Vorabend die Zutaten für den Teig miteinander verrühren (das dauert 3 Minuten), dann geht der Teig über Nacht und am nächsten Morgen (oder Mittag...) könnt ihr in 20 Minuten Backzeit eure Brötchen frisch backen - auch nicht viel länger, als die Tiefkühl-Brötchen brauchen würden. Weitere schöne Nebeneffekte: Ihr wisst genau, was drin ist (nämlich nur Mehl, Salz, Hefe und Wasser und keine komischen Zusatzstoffe o.ä.) und ihr könnt die Brötchen auch ganz leicht abwandeln, indem ihr sie z.B. mit Körnern eurer Wahl bestreut oder - wie wir als große Käsefans - euch einfach Käsebrötchen backt :-)


Seit ich dieses Rezept kenne, habe ich keine Brötchen mehr gekauft und habe es auch nicht mehr vor. Und nun wird es wirklich Zeit, dass ich mein Brötchen-Rezept einmal blogge, denn ich erzähle schon seit Monaten Freunden und Bekannten begeistert davon und viele warten auf das Rezept. Aber wie das eben immer so ist mit Sachen, die man ganz häufig zubereitet - man denkt sich "Ach heute ist schlechtes Licht / habe ich keine Lust / was auch immer, Fotos mache ich dann einfach nächsten Sonntag". Und aus dem nächsten Sonntag wird dann ganz schnell mal das nächste Jahr... Aber na ja, hier ist es ja jetzt ;-)

Rezept
für 8 Brötchen

300g Dinkelmehl
100g Weizenmehl
1 TL Salz
10g frische Hefe
270 ml lauwarmes Wasser

für Käsebrötchen zusätzlich
1 Eiweiß
40g Parmesan, in Spänen

Am Vorabend in einer großen Schüssel die beiden Mehlsorten und das Salz vermischen und eine Mulde in der Mitte formen. In einer kleinen Schüssel Wasser und Hefe gut verrühren. Hefewasser in die Mulde gießen und alle Zutaten mit einem Holzkochlöffel kurz verrühren (nicht zu stark rühren, es muss nicht alles super-gründlich vermengt sein, ein paar Mehlnester können ruhig bleiben). Schüssel abdecken und Teig 12 - 18 Stunden lang im Kühlschrank gehen lassen.

Am nächsten Morgen ein Backblech mit Backpapier belegen und den Ofen inkl. Backblech auf 250 Grad vorheizen. Dann das Backblech aus dem Ofen nehmen. Vom Brötchenteig mit zwei Löffeln Stücke abstechen, zwischen den beiden Löffeln formen und auf das Backblech geben. Am Anfang sahen meine Brötchen recht unregelmäßig geformt aus, es gelingt aber mit jedem Mal besser!

Wer seine Brötchen ohne Extras möchte, kann sie jetzt direkt in den Ofen schieben. Wer Körner- oder Käsebrötchen machen möchte, trennt ein Ei und verquirlt das Eiweiß leicht (das Eigelb und das restliche Eiweiß könnt ihr dann später zum Rührei geben, das ihr vielleicht auch am Sonntag esst). Dann die Brötchen mit dem Eiweiß einpinseln und mit Körnern nach Wahl oder mit Käsespänen bestreuen. Brötchen in den Ofen schieben und 20 Minuten lang backen, dann ofenfrisch und warm genießen :-)

Quelle
eigenes Rezept

Sonntag, 5. Februar 2017

[Paris, Teil 1] Spaziergang vom Panthéon ins Marais

Es hat sich mittlerweile die kleine Tradition etabliert, dass wir den Jahreswechsel nicht zuhause verbringen, sondern uns auf eine Reise begeben - für uns einfach die schönste Art und Weise, ins neue Jahr zu starten. Über Silvester 2016/17 sind wir in die französische Hauptstadt Paris gereist - für mich in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Denn im Jahr 2007 (unglaublich, wie lange das schon wieder her ist!) habe ich im Rahmen meines Studiums 7 Monate in der schönen Stadt an der Seine verbracht und seitdem ich damals das erste Mal über die eleganten Boulevards und durch die engen Gässchen von Montmartre gebummelt bin, seit ich in mein erstes Croissant gebissen und die Kruste meiner ersten Crème brûlée geknackt habe, bin ich dem Flair von Paris absolut verfallen.


Völlig klar, dass ich seitdem in regelmäßigen Abständen, ca. alle zwei Jahre etwa, zurückgekehrt bin, um mein Herz mit neuen Erinnerungen, meinen Kleiderschrank mit französischer Mode und meine Küchenschränke mit Pariser Leckereien zu füllen. Dieses Mal war die Reise für mich aber auch insofern besonders, als dass ich das erste Mal zusammen mit meinem Freund nach Paris gereist bin und er vorher noch nie in der Stadt der Liebe war. Während ich sonst bei meinen Paris-Besuchen eher auf Insider-Pfaden wandle, stand dieses Mal tatsächlich das Touristen-Einsteiger-Programm auf dem Plan. Was auch schön war, denn so konnte ich Paris noch mal ein bisschen aus der Perspektive sehen, aus der auch ich es vor 10 Jahren kennengelernt habe. Da es auf dem Blog bisher noch gar keine Artikel über Paris gibt (als ich das letzte Mal da war, habe ich noch keine Reise-Artikel geschrieben), habe ich euch nun einige Impressionen aus Paris mitgebracht.


Paris entdeckt man am besten zu Fuß und in der Innenstadt liegt auch wirklich vieles sehr nah beieinander - daher werde ich euch in der nächsten Zeit zwei empfehlenswerte Spaziergänge für Paris-Einsteiger zeigen (für beide solltet ihr je einen Tag einplanen - wenn ihr alles, was ich im Beitrag erwähne, auch von innen besichtigen wollt, eher zwei Tage). Der erste führt im heutigen Artikel vom Panthéon im Quartier Latin bis ins Viertel Marais am anderen Seine-Ufer. Im zweiten Spaziergang geht es dann in Kürze vom Louvre zum Eiffelturm. Und im dritten Artikel meiner Paris-Serie erwarten euch kulinarische Themen: Ich gebe euch Restauranttipps, berichte von dem Käse-Wein-Pairing, an dem wir in Paris teilgenommen haben, und zeige euch, wo ihr in Paris gut Lebensmittel einkaufen könnt.


Promenades à Paris, Part I: Vom Panthéon ins Marais

Unser Spaziergang beginnt am Panthéon, der "Ruhmeshalle des französischen Volkes". Das Panthéon liegt mitten im Quartier Latin, einem studentisch geprägten Viertel am linken Seine-Ufer mit Universitäten, netten kleinen Kneipen und vielen auch eher preisgünstigen Restaurants. Im Vergleich zum Rest des Viertels, das für Pariser Verhältnisse einen normalen, nicht übermäßig eleganten Eindruck macht, ist das Panthéon ein sehr monumentales, pompöses Gebäude mit einem Säulenportal im griechisch-römischen Stil und einer weithin sichtbaren Kuppel. Es lohnt sich auf jeden Fall, von außen einige schöne Fotos zu machen.


Wer mehr Zeit mitgebracht hat und die 8 Euro für den Eintritt investieren möchte, kann auch im Panthéon viel entdecken. Das Erdgeschoss wird dominiert von einem Foucaultschen Pendel, das in der Kuppel aufgehängt ist und in seinem Kreisen um diesen Fixpunkt den Nachweis der Erdrotation erbringt. Ich bin seit der Lektüre des Romans "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco ganz fasziniert von den Pendeln, und wenn ihr es auch seid, kann ich einen Besuch im Panthéon sehr empfehlen (auch wenn es sich nicht um das in Ecos Roman beschriebene Pendel handelt - dieses befindet sich im Musée des Arts et Métiers, ebenfalls in Paris). Nach dem Rundgang im Erdgeschoss des Panthéon könnt ihr noch in die Crypta hinab steigen, wo sich die Gräber zahlreicher berühmter Franzosen, u.a. von Marie und Pierre Curie, Alexandre Dumas, Victor Hugo, Émile Zola, Jean-Jacques Rousseau und Voltaire, befinden.


Weiter entlang des Boulevard St Michel

Wenn ihr das Panthéon besichtigt bzw. ausreichend Fotos von außen gemacht habt, macht ihr euch am besten auf den Weg die Rue Soufflot hinunter, bis ihr auf den Boulevard St Michel trefft. Für alle, die jetzt Appetit auf leckeres Eis haben, ein kleiner Tipp: In der Rue Soufflot gibt es seit Neuestem eine Filiale von Grom, einer fantastischen Eisdiele, die wir in Rom kennengelernt haben und die nun über eine französische Dependance verfügt (und das beste Pistazieneis der Welt macht - aber auch alle anderen Sorten sind grandios). Wenn ihr Paris im Frühling oder Sommer bereist und das Wetter schön ist, lohnt sich an der Kreuzung Rue Soufflot/Boulevard St Michel auch ein Abstecher in den direkt gegenüberliegenden Jardin du Luxembourg, einen der schönsten Parks von Paris. Da wir bei recht grauem Dezemberwetter in Paris unterwegs waren, haben wir das ausgelassen und uns stattdessen direkt den Boulevard St Michel hinunter in Richtung Seine begeben.


Am Boulevard St Michel passiert ihr auf der rechten Straßenseite zunächst das Hauptgebäude der berühmten Universität Sorbonne, das ebenfalls mit einer hübschen Kuppel aufwartet, wenn auch etwas kleiner als die des Panthéon. Bald darauf kommt ihr am Musée de Cluny (Musée national du Moyen Age), dem Mittelalter-Museum von Paris, vorbei. Dort könnt ihr die Thermes de Cluny, alte römische Badeanlagen aus der Gründungszeit von Paris (damals unter dem Namen Lutetia im römischen Reich gelegen) besichtigen, außerdem die berühmten Wandteppiche "La dame à la licorne" (Die Dame mit dem Einhorn), die - auch wenn sich Wandteppiche an sich jetzt nicht sooooooo spannend anhören - doch sehr beeindruckend sind. Am unteren Ende des Boulevard St Michel seht ihr dann linkerhand noch den stattlichen Brunnen Fontaine St Michel, ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv - und für uns damals zu Studentenzeiten abends DER Standard-Treffpunkt, den in den umliegenden Sträßchen gibt es viele relativ günstige Restaurants, Bars und Pubs ;-)


Gotisches Meisterwerk auf der Île de la Cité: Sainte-Chapelle

Nun seid ihr am Seine-Ufer angelangt und euch eröffnet sich ein weiter Blick - rechts auf die berühmte Fassade von Notre Dame de Paris und links zum Louvre, dem Grand Palais und - je nach Blickwinkel - sogar bis zum Eiffelturm. Wenn ihr die Seine überquert und direkt weiter geradeaus geht, erwartet euch bald auf der linken Straßenseite der Eingang zur meiner Meinung nach eindrucksvollsten Sehenswürdigkeit der Île de la Cité - der Sainte-Chapelle. Es handelt sich um eine zweistöckige ehemalige Palast-Kapelle (der Gebäudekomplex ringsherum war früher eine königliche Residenz, heute beherbergt er den Justizpalast), die mit ihrer hochgotischen Architektur beeindruckt.


Im unteren Stockwerk wähnt man sich fast schon in 1001 Nacht, denn die untere Kapelle mit ihren Kreuzgewölben und den in dunklem Blau mit goldenen Sternen gehaltenen Decken lässt mich an maurische Architektur denken. Hier werden für mich immer Erinnerungen z.B. an die Alhambra im spanischen Granada wach. Es sieht im wahrsten Sinne des Wortes märchenhaft aus. Noch toller wird es aber im Obergeschoss, das man über eine kleine, unscheinbare Treppe rechts neben dem Ein-/Ausgang der Sainte-Chapelle erreicht. Auch nach Jahren noch bleibt mir jedes Mal, wenn ich das Obergeschoss der Sainte-Chapelle betrete, erst einmal der Atem weg: Die obere Etage scheint quasi nur aus buntem Glas zu bestehen! Die riesigen und sehr tiefen Kirchenfenster werden nur durch schmale, kaum wahrnehmbare Pfeiler unterbrochen. An der westlichen Wand prangt zudem ein beeindruckend großes Rosetten-Fenster. Insbesondere, wenn die Sonne durch die Fenster scheint, hat man den Eindruck, dass die obere Kathedrale nur aus Licht besteht.


Einen Besuch in der Sainte-Chapelle solltet ihr euch meiner Meinung nach keinesfalls entgehen lassen, auch wenn es mit 11 Euro nicht ganz günstig ist. Meine Empfehlung: Bucht die Tickets online vor, denn damit könnt ihr (innerhalb von drei Tagen zu einem Zeitpunkt eurer Wahl) die Kapelle besuchen und dabei sowohl die Fast Lane bei der Sicherheitskontrolle nutzen als auch an den Warteschlangen am Eingang zur Kapelle vorbei gehen. So spart ihr locker eine Stunde!


Die berühmteste Kirche der Stadt: Notre Dame de Paris

Unweit der Sainte-Chapelle befindet sich auf der Île de la Cité ein weiteres gotisches Meisterwerk - die berühmte Kathedrale Notre Dame de Paris. Bereits von außen ist sie sehr beeindruckend mit ihren Türmen, den großen Rosettenfenstern, den Wasserspeier-Figuren und den Strebepfeilern. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Kathedrale auch einmal komplett von außen zu umrunden, um alle architektonischen Facetten zu sehen. Wenn ihr die Kathedrale von innen besichtigen wollte, kommt ihr leider an den Warteschlangen, die sich auf dem Vorplatz der Kathedrale winden, nicht vorbei - diese entstehen aufgrund der Sicherheitskontrollen, und da der Besuch von Notre Dame kostenlos ist, habt ihr auch nicht die Möglichkeit, sie durch den Vorab-Kauf von Tickets zu umgehen. Es geht aber recht schnell voran.


Drinnen angekommen, beeindruckt die schiere Größe der Kathedrale. Ich empfehle, sich einfach mal mitten ins Kirchenschiff zu stellen, sich nach allen Seiten umzuschauen und das erst einmal auf sich wirken zu lassen. Wenn man dann noch bedenkt, vor wie langer Zeit und mit was für verhältnismäßig primitiven Mitteln die Kathedrale erbaut wurde, ist man nur umso mehr sprachlos. Anschließend lohnt die Umrundung um den Kirchen-Innenraum herum. An den Wänden findet ihr viele kleine Kapellen, die bestimmten Heiligen gewidmet sind. Einige könnten zugegebenermaßen baulich in besserem Zustand sein.


Ein Tipp noch, wenn ihr etwas mehr Zeit mitgebracht habt: Ihr könnt die Türme von Notre Dame besteigen und auch den Gang mit den berühmten Wasserspeiern zwischen den Türmen entlang gehen. Ich halte das für einen der schönsten und beeindruckendsten Ausblicke von Paris, weil man irgendwie "mitten im Geschehen" ist (und nicht so weit oben und entkoppelt von allem wie auf dem Eiffelturm) und weil sich euch wirklich beeindruckende Perspektiven auf die Kathedrale bieten. (Die beiden Fotos stammen von einem Besuch im Juli 2007.)




Eleganz und Understatement: Die Île St Louis

Neben der Île de la Cité gibt es noch eine zweite Insel mitten in der Seine - die Île St Louis. Hier gibt es weniger DIE EINE Sehenswürdigkeit - die ganze Insel beeindruckt mit ihrem ruhigen, aber doch eleganten Flair. Es walzen dort meist keine Touristenströme entlang und es geht alles eine Spur gediegener zu als auf der Île de la Cité. In der Hauptstraße der Île St Louis (die passenderweise Rue St Louis en Île heißt) gibt es einige gute, aber recht hochpreisige Restaurants sowie einige schöne und sehenswerte Lebensmittelgeschäfte, z.B. eine gut sortierte Fromagerie und einen altmodisch eingerichteten Süßigkeiten-Laden.


Außerdem ist die Île St Louis die Heimat des berühmtesten Eises von Paris, das aus dem Hause Berthillon kommt (ob es - nachdem Grom eine Filiale in Paris eröffnet hat - noch das beste Eis von Paris ist, wage ich jetzt mal nicht zu beurteilen ;-)). In der Rue St Louis en Île befindet sich der Stammsitz von Berthillon, wo es immer lange Schlangen am Eisverkauf gibt. Außerdem führen jedoch fast alle Restaurants und Cafés "auf der Insel" das Berthillon-Eis, wenn auch in reduzierter Sortenvielfalt. Besonders empfehlenswert sind meiner Meinung nach das Himbeer-Rosen-Eis und das Cassis-Sorbet. Ein weiterer Laden auf der Insel, der sehr empfehlenswert ist - zumindest, wenn ihr es bunt mögt - ist Pylones. Hier gibt es viele Alltagsgegenstände - vom Geschirr über Stifte und Brillenetuis bis hin zur Haarbürste - in knalligen Farben und verrückten Designs. Zwar bekommt man die Produkte von Pylones mittlerweile auch außerhalb Frankreichs in ausgewählten Läden (etwa in Leipzig im Pylones-Store in der Nikolaistraße und in Dresden bei art+form an der Bautzner Straße), aber die Auswahl in Paris ist noch mal etwas größer.


Am Hôtel de Ville vorbei ins Marais

Wenn ihr gemütlich über die Île St Louis gebummelt seid, könnt ihr über eine der Brücken nun auch noch die zweite Hälfte der Seine überqueren und seid am rechten Seine-Ufer angekommen. Nun könnt ihr am Ufer noch ein Stück zurück in westlicher Richtung wandern, bis ihr am Hôtel de Ville, dem Rathaus von Paris, ankommt - einem wirklich beeindruckenden und aufwändig verzierten Gebäude, ebenfalls im gotischen Stil. Ganz in der Nähe liegt auch das bunte, futuristische, in Paris irgendwie deplatziert wirkende Centre Pompidou, auf das ich in diesem Artikel jedoch nicht weiter eingehe, da wir es uns dieses Mal nicht aus der Nähe angeschaut haben.


Uns zog es stattdessen die Rue des Archives hinauf ins Marais. Das Marais ist eines meiner liebsten Viertel in Paris, da es sich noch viel seiner Ursprünglichkeit erhalten hat und mit kleinen Gässchen, bezaubernden Hinterhöfen, kleinen Galerien und Buchhandlungen sowie netten Restaurants und Bars besticht. Ein Muss sind hier z.B. ein Bummel über die Place des Vosges, einen der schönsten Plätze von Paris, oder ein Falafel-Essen in der von jüdischen Spezialitäten-Läden geprägten Rue de Rosiers. Uns jedoch zog es in die Rue de Bretagne, eine Straße mit vielen sehr schönen Lebensmittelgeschäften. Dort hatten wir eine Verabredung mit Pierre, der sich damit auskennt, wie man Käse reifen lässt und mit welchen Weinen man ihn am besten kombiniert, um ganz neue Geschmackserlebnisse zu kreieren... aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal mehr :-)


Ich hoffe, euch hat mein Spaziergang durch Paris gefallen und ich freue mich schon, euch bald wieder auf eine Tour durch die französische Hauptstadt mitzunehmen - dann geht es durchs elegante und prunkvolle Paris vom Louvre zum Eiffelturm!

*Alle Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf unseren persönlichen Erfahrungen und sind nicht mit den betreffenden Sehenswürdigkeiten, Geschäften und Restaurants abgesprochen oder von ihnen beeinflusst worden.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Glücklichmacher: Kaiserschmarrn mit Quitten-Kompott

Ich liebe, liebe, liebe die österreichische Küche! Von Zeit zu Zeit wird die Sehnsucht danach richtig übermächtig und ich kann manchmal stundenlang nicht anders, als an Wiener Schnitzel, Backhendl und Tafelspitz, an Kaiserschmarrn, Apfelstrudel und Topfenknödel zu denken. Das klingt etwas verrückt, aber meine Leidenschaft für gutes Essen ist nun mal wirklich sehr stark ausgeprägt. Und seinen Leidenschaften soll man ja auch ab und an einmal nachgeben, oder? Am besten ginge das jetzt natürlich in einer gemütlichen Berghütte, wo ich erst eine riiiiiieeeeeesige Portion Käsespätzle bestellen würde und man sich dann zum Nachtisch noch schön einen Kaiserschmarrn teilen könnte... Apropos Berghütte, Sehnsucht nach den Alpen habe ich nämlich auch, und das nicht nur kulinarisch. Der nächste Urlaub in den Alpen ist zwar gerade schon in Planung, allerdings erst im Frühsommer (wir sind einfach keine Schnee-Liebhaber und Wintersport-Fans)...


...aber bis zum Frühsommer ist es noch verdammt lange hin, und so musste es am vergangenen, kalten Sonntag eine große Portion Kaiserschmarrn nur für mich sein! Offen gestanden war es auch das erste Mal, dass mir der Kaiserschmarrn so richtig gut gelungen ist. Ich bin sonst meist zu ungeduldig und wende oder zerzupfe zu früh, wenn der Teig noch nicht richtig angebacken ist, so dass ich dann häufig keine schönen Stücke, sondern nur einen undefinierbaren Klumpen in der Pfanne hatte. Dieses Mal habe ich mich aber ganz gut disziplinieren können, und so sind tatsächlich ansehnliche, außen herrlich goldbraune und knusprige, innen aber fluffige Stücke entstanden. Ok, den Part mit dem eleganten Wenden eines Kaiserschmarrns muss ich noch ein kleines bisschen üben, aber das kleine Malheur sieht man nach dem Zerzupfen zum Glück nicht mehr ;-) Ich war jedenfalls sehr zufrieden mit meinem Schmarrn und habe ihn seelig lächelnd und genüsslich verspeist!


Zum Schmarrn dazu gehört natürlich ein leckeres Kompott. Klassisch sind Zwetschgenröster (In Österreich Zwetschken? Oder Zwetschen? Ich bin überfragt...), eventuell auch Apfel- oder Preiselbeer-Kompott. Ich hatte hier aber noch zwei schöne Quitten, die sich bereits seit Anfang Dezember in meiner Küche breit machten (damals hatte ich die benötigte Menge für Quittengelee und -chutney etwas zu großzügig geplant). Also habe ich kurzerhand mit Apfelsaft, Vanille und Zimt ein schnelles und umwerfend leckeres Kompott daraus gekocht, das wunderbar zum Kaiserschmarrn gepasst hat. Die (eventuellen) Kompottreste schmecken auch gut zu Vanilleeis und den Sud habe ich wahlweise mit Wasser oder Sekt aufgegossen als Getränk serviert.


Rezepte

Kaiserschmarrn
für 4 Personen

4 Eier (Größe L)
130g Mehl
1/4 Liter Milch
1 Prise Salz
2 EL Zucker
50g Butter
3 EL Rosinen (wer mag, kann man auch weglassen)
3 EL Rum (zum Einlegen der Rosinen, alternativ Apfelsaft)
2 EL Puderzucker (+ viel mehr zum Servieren)

Wer seinen Kaiserschmarrn gern mit Rosinen isst (ich!), gibt diese am Vorabend zusammen mit dem Rum in eine kleine Schüssel (für eine nicht-alkoholische Variante stattdessen Apfelsaft nehmen) und lässt sie über Nacht zugedeckt stehen, bis sie sich so richtig schön vollgesogen haben. Alle Rosinenverächter (die soll es ja tatsächlich geben, auch wenn ich es gar nicht verstehen kann...) lassen diesen Schritt und die entsprechenden Zutaten einfach weg.

Die Eier trennen. Mehl und Milch in einer Schüssel zu einem glatten Teig verrühren, dabei nacheinander die Eigelbe dazugeben. Teig 30 Min. ruhen lassen. Dann die Eiweiße mit Salz steif schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen.

Den Teig durchrühren und den Eischnee sorgfältig unterheben. Die Hälfte der Butter in einer großen beschichteten Pfanne schmelzen. Den Teig hineingießen und ggf. die abgetropften Rosinen daraufstreuen. Teig bei kleiner Hitze 5-8 Min. backen, bis die Unterseite und der Rand zart bräunen und ein leicht fester Pfannkuchen entstanden ist.

Den Pfannkuchen vorsichtig auf einen großen Teller gleiten lassen, die umgedrehte Pfanne darüberlegen, Pfanne und Teller fest zusammenhalten (Küchentuch verwenden!) und wenden. Pfannkuchen in die Pfanne gleiten lassen und 3-4 Min. backen, bis auch die zweite Seite hellbraun gebräunt ist, dann mit zwei Holzlöffeln in Stücke zupfen. Übrige Butter in Flöckchen daraufgeben, 2 EL Puderzucker darüberstreuen. Unter Rühren 2-3 Min. braten, bis der Kaiserschmarrn mit karamellisiertem Zucker überzogen und gebräunt ist. Auf Teller verteilen, mit viel Puderzucker bestäuben und zusammen mit Kompott servieren.

Quelle
leicht abgewandelt nach Tanja Dusy: Winterküche*


Quitten-Kompott
für 4 Personen als Beilage zum Kaiserschmarrn

800g Quitten
5 EL Zitronensaft (von 1 Zitrone)
1 Vanilleschote
250 ml Apfelsaft
2 Stangen Zimt
200g Zucker

Quitten kurz heiß waschen, trocken tupfen und den Flaum abreiben, anschließend schälen und halbieren, Kerngehäuse mit einem Kugelausstecher oder Messer entfernen. Quitten sofort mit Zitronensaft mischen. Vanilleschote längs halbieren, das Mark herauskratzen und die Schote in Stücke schneiden. Mit Apfelsaft, 250 ml Wasser, Zimtstangen und Zucker aufkochen. Quitten mit dem Zitronensaft zum Sud geben, aufkochen und zugedeckt 8 - 10 Minuten kochen.

Quelle
Essen und Trinken

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Sonntag, 29. Januar 2017

Griechisches Lammragout mit Kritharaki

Hurra, ein Post, ein neuer Post! Das kam in den letzten Wochen leider gar nicht mal so häufig vor. Ich predige ja immer, wie sehr ich mich nach dem Weihnachts- und Jahresendtrubel auf den gemächlichen Januar freue, der zumindest in meiner Vorstellung immer der absolute Inbegriff eines ruhigen Monats ist. Eines Monats, in dem einfach alles wieder "normal" abläuft, was sich gar nicht mal so schlecht, im Gegenteil, eigentlich sogar richtig gut anfühlt. Der Haken an der Sache: Dieser Januar war irgendwie ganz und gar nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt habe. (Und mein Freund würde jetzt sagen, dass das immer so abläuft: Ich behaupte, dass es in irgendeinem Monat oder irgendeiner Jahreszeit nun wirklich endlich ruhiger wird, ganz sicher, und am Ende kommt es doch wieder ganz anders.)


Auf der Arbeit warteten jede Menge Projekte, von denen ich im Dezember vollmundig verkündet hatte, dass ich mich ihnen im neuen Jahr widmen werde. Private gesellschaftliche Anlässe und Unternehmungen reihten sich aneinander, als ob der Januar dem Dezember Konkurrenz machen wollte. Zum Sport wollte ich ja auch wieder zwei Mal pro Woche, Neujahrsvorsätze und so. Außerdem habe ich letztes Wochenende meinen ersten Kochworkshop gegeben (mehr dazu in Kürze). Und hinter den Kulissen bereiten wir fleißig den Umzug meines Blogs von Blogger zum selbstgehosteten Wordpress-Blog vor inkl. neuer Domain, neuem Design und allem drum und dran. (Gut, aktuell werkelt daran überwiegend mein technisch versierter Freund und ich staune am laufenden Band darüber, was er da so vollbringt. Aber das ein oder andere To Do fällt für mich auch ab, und die bösen, zeitfressenden manuellen Fleißarbeiten kommen erst noch...) Ihr seht also, es geht rund zurzeit!

Und was braucht man, wenn es gerade hoch hergeht? Genau - substanzielle Küche, die glücklich und zufrieden macht! Bei mir fiel am letzten Wochenende die Wahl auf ein griechisches Lammragout mit Tomaten aus Reisehunger von Nicole Stich*, das mit Kritharaki, der griechischen reiskornförmigen Pasta, vermischt wird. Zum Würzen und als Salzersatz kommt reichlich Pecorino (original ist natürlich ein griechischer Käse aus Schafsmilch, der hier jedoch nicht zu bekommen war) an und über das Ragout. Uns hat dieses Gericht wirklich richtig gut geschmeckt! Das Lamm wird durch das Schmoren im Ofen butterzart und schmeckt herrlich aromatisch. Knoblauch und Pecorino geben ordentlich Aroma und zusammen mit den Nudeln entsteht ein kompaktes und sehr, sehr sättigendes Gericht. Genau das Richte für einen gemütlichen Winterabend zu einer Flasche leckerem Rotwein :-)

Rezept
für vier Personen

2 rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 kg Lammfleisch (Schulter oder Keule, ohne Knochen gewogen)
1 Zimtstange
1 TL Pimentpulver
2 Lorbeerblätter
1 große Dose passierte Tomaten (800g)
3/4 Liter Gemüsebrühe (bei mir aus selbstgemachtem Brühpulver)
300g Kritharaki-Nudeln
2 EL Butter
100g Kefalotyri (griechischer Hartkäse, ersatzweise Pecorino)

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zwiebeln schälen und fein hacken. Knoblauch schälen. Das Lammfleisch ggf. von den Knochen schneiden (falls ihr es nicht bereits ausgelöst gekauft habt), in 3 - 4 cm große Würfel schneiden, dabei überschüssiges Fett und Sehnen entfernen. In einem Bräter nach und nach je 1 EL Olivenöl erhitzen und darin das Lammfleisch in drei Portionen kurz rundherum scharf anbraten, bis es bräunt und sich leicht vom Boden löst. Fleisch herausnehmen und in eine Schale geben.

Falls nötig, übriges Olivenöl im Bräter erhitzen, dann die Zwiebeln mit Zimtstange, Piment, Lorbeerblatt und den ganzen Knoblauchzehen sanft glasig andünsten. Tomaten samt Saft hinzufügen, mit Brühe aufgießen und alles zum Kochen bringen. Das Fleisch samt ausgetretenem Saft dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen (wer mag, nimmt auch noch etwas mehr Piment oder Zimt) und im geschlossenen Bräter mindestens 1 Stunde im Ofen (Mitte) schmoren lassen.

Sobald man das Lammfleisch mithilfe eines Kochlöffels zerteilen kann, die Pasta zusammen mit der Butter über dem Eintopf verteilen und unterrühren. Falls der Eintopf zu trocken erscheint, etwas Wasser (oder Brühe) zugießen. Den Eintopf weitere 15 - 20 Minuten zugedeckt im Ofen garen.

Die Zimtstange und das Lorbeerblatt aus dem Bräter nehmen und das geschmorte Lamm abschmecken - etwa mit dem Käse (dient als Salzersatz) und Pfeffer, dann - wenn ihr mögt, mit mehr Käse bestreut - servieren.

Quelle

Alle mit * gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn ihr ein Produkt nach dem Klick auf die jeweiligen Links kauft, werde ich prozentual beteiligt. Für euch ändert das nichts, weder am Kaufpreis noch an der Shopping-Prozedur – und es beeinflusst auch nicht die Wahl der Produkte, die ich hier präsentiere. Vielmehr ist es eine kleine Belohnung für mich, über die ich mich natürlich freue und die ich wieder in die Weiterentwicklung meines Blogs investiere.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Karibik-Feeling für Zuhause: Mango-Smoothiebowl mit (fast) zuckerfreiem Kokos-Müsli

Eigentlich wollte ich euch ja heute ein ganz anderes Rezept, nämlich ein indisches Linsen-Kokos-Dal mit schwarzem Reis, vorstellen. Leider habe ich aber gerade erst am Laptop gemerkt, dass die Fotos, die auf der Kamera eigentlich ok aussahen, in Wahrheit ziemlicher Murks geworden sind. Und Murks liefere ich hier nicht ab, leckeres Rezept hin oder her ;-) Das Linsen-Kokos-Dal muss also noch mal gekocht werden (was nicht weiter schlimm ist, es war sehr lecker und auch unkompliziert), und derweile zeige ich euch eben etwas anderes aus meinem Fundus der noch unveröffentlichten Rezepte! So ist das halt manchmal, zum Glück lernt man ja bereits beim Kochen häufig das Improvisieren und kann es dann auch fürs Bloggen anwenden...


Stattdessen gibt es jetzt für euch ein neues, leckeres Frühstücksrezept! Seit einigen Monaten mache ich ja meine Müsli-Mischungen immer selbst, was eigentlich ganz leicht und schnell gemacht ist, mir besser schmeckt als gekaufte Müslis und auch viel gesünder ist - Stichwort Zucker. Ich habe es schon ein paar Mal erwähnt, gekaufte Müslis (gerade die besonders leckeren knusprigen mit Schokolade & Co.) enthalten leider unheimlich viel Zucker und sind daher eher ein Dessert als ein tägliches Frühstück. Da ich gerne schaue, wie ich meine Ernährung ohne Verzicht gesünder gestalten kann, bin ich also auf selbstgemixte Müslis umgestiegen. Ich habe schon ganz zuckerfreie Varianten getestet, zum Beispiel dieses richtig tolle Vanille-Zimt-Granola, bei dem ihr, ich verspreche es, keinen Zucker vermissen werdet. Andere Tests, z.B. ein zuckerfreies Schoko-Müsli, haben mir zwar auch gut geschmeckt, aber eben nicht SO GUT, dass ich das Rezept mit euch teilen wollte.

Ich glaube aber, jetzt habe ich mein absolutes Lieblingsmüsli gefunden! Ich bin ja ein großer Kokos-Fan, von daher ist es kaum verwunderlich, dass mein Lieblingsmüsli eines mit viiiiieeeeelllllll großen Kokoschips und Kokosöl ist, oder? Doch auch andere gesunde Inhaltsstoffe wie Mandeln, Sonnenblumenkernen, Leinsamen und Haferflocken sind mit am Start. Ihr könntet das Müsli ausschließlich aus diesen Zutaten und gänzlich ohne Zucker zubereiten, was sicher super schmeckt. Ich habe mich jedoch dieses Mal für die Zugabe von etwas Ahornsirup entschieden (ich finde, zwei Esslöffel auf 350g Müsli sind durchaus mal vertretbar) und mag die Kombination aus Kokos- und Ahornsirup-Geschmack sehr. Zum Müsli passen Joghurt und exotisches Obst sehr gut - oder wie hier bei mir gleich eine Mango-Smoothiebowl aus reifer Mango, Joghurt, Milch und Kokosmus. Holt den Sonnenschein und ein bisschen Karibik-Feeling in den grauen deutschen Winter :-)

Rezepte

Kokos-Müsli
für ca. 350g

2 EL Kokosöl
2 EL Ahornsirup (optional)
60g ganze Mandeln
200g Kokoschips (keine Kokosraspeln!)
25g Sonnenblumenkerne
25g Haferflocken
4 EL Leinsamen

Den Backofen auf 120 Grad vorheizen. Kokosöl schmelzen und, wenn gewünscht, mit Ahornsirup glatt rühren. Mandeln grob hacken, mit Kokoschips, Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Leinsamen mischen. Kokosöl unter die Mischung rühren.

Masse auf einem mit Backpapier belegten Backblech verteilen und 30 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit einmal durchrühren.

Aus dem Ofen nehmen und komplett auskühlen lassen, denn erst wenn das Müsli kalt wird, ist es richtig kross. Nach dem Abkühlen in ein Glas oder eine Blechdose füllen und gut verschlossen aufbewahren.

Mango-Smoothiebowl mit Kokos-Müsli
für 2 Personen

1 reife Mango
200g Naturjoghurt
200 ml Milch
2 EL Kokosmus (nicht Kokosöl! Könnt ihr auch weglassen, gibt aber noch mal mehr Kokos-Geschmack.)
6 EL Kokos-Müsli

Mango schälen, Fruchtfleisch vom Stein schneiden und mit Naturjoghurt, Milch und Kokosmus pürieren. Auf zwei Schalen verteilen und mit je 3 EL Kokos-Müsli bestreuen.

Quellen
Kokos-Müsli: abgewandelt nach Katharina Kraatz: Clean Eating
Mango-Smoothiebowl: eigenes Rezept

Mittwoch, 11. Januar 2017

Gesundes Soulfood: Pastinaken-Kartoffel-Gulasch

Ist es bei euch auch so kalt und verschneit? Aus meinem Fenster sehe ich aktuell ein richtiges Winterwunderland, und das, obwohl ich mitten in der Großstadt wohne! Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass wir in den letzten Wintern hier in Dresden einmal so viel Schnee gehabt hätten... Ich selbst habe ein eher ambivalentes Verhältnis zum Schnee: Einerseits sieht es wirklich schön aus, es strahlt (von drinnen betrachtet) Ruhe und Gemütlichkeit aus, und ab und an stapfe ich auch mal gerne durch und freue mich über das knirschende Geräusch unter meinen Schuhen. Im Alltag nervt mich das Weiße aber auch manchmal ein wenig, aus ganz praktischen Gründen: Wer freut sich schon darüber, morgens zeitiger aufstehen zu müssen, um das Auto freizulegen, während man in der dicken Winterjacke vor sich hin schwitzt? Und wer mag den Matsch der Winterschuhe in der Wohnung? Ich jedenfalls nicht.


Hinzu kommt ja, dass ich, wie sicher einige von euch auch, mir vorgenommen habe, im neuen Jahr wieder gesünder zu essen und auf mehr Obst und Gemüse zu setzen - während der Körper nun angesichts von Schnee und Kälte nach Soulfood schreit. Aber zumindest für dieses Problem habe ich heute eine Lösung parat! Wie wäre es mit einem vegetarischen Gericht, das viel Gemüse enthält und trotzdem so richtig herzhaft, würzig und deftig schmeckt? Ich präsentiere: Pastinaken-Kartoffel-Gulasch! Das Rezept habe ich bei Christina gefunden und es hat mich über die stressige letzte Woche vor Weihnachten gerettet, als die Zeit immer knapp, der Bedarf an gesundem Essen vor den Feiertagen aber noch einmal hoch war. Einmal ein ganzer Topf gekocht, für mehrere Tage versorgt - perfekt.

Außer Pastinaken und Kartoffeln kommen auch noch reichlich Zwiebeln und Paprika mit in den Topf, wie sich das für ein gutes "Gulasch" gehört. Dank Tomatenmark, Sojasauce, Balsamico und vielen Gewürzen entsteht eine wunderbar dunkle, aromatische Sauce, in die ich mich echt hätte reinlegen können! Soulfood und gesund auf einen Streich, wer sagt denn bitte, dass das nicht geht?! :-)

Rezept
für zwei Portionen (ich habe gleich die doppelte Menge gekocht, und das war kein Fehler!)

1 EL Olivenöl
2 EL Tomatenmark
2 mittelgroße Zwiebeln
125g Kartoffeln (geputzt gewogen)
150g Pastinaken (geputzt gewogen)
2 Paprikaschoten (eine grün, eine rot – oder wie ihr wollt)
1 TL Paprikapulver, scharf
1 TL Piment d'Espelette
1 TL Senfsaat
1/2 TL Kreuzkümmel
400 ml Gemüsebrühe
1 EL Sojasauce
1 EL Aceto Balsamico di Modena
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
viel frische Petersilie (fein gehackt)

Die Zwiebeln schälen und längs in gröbere Scheiben schneiden. Paprikaschoten putzen und grob in größere Würfel schneiden, ebenso mit den Kartoffeln und den Pastinaken verfahren – es kann also alles etwas rustikaler aussehen.

Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, dann zuerst das Tomatenmark und die Zwiebeln mit dazugeben und anrösten, dabei stetig rühren, die Zwiebeln sollen nicht bräunen!
Im nächsten Schritt Kartoffeln, Pastinaken und Paprika hinzugeben. Weitere zwei bis drei Minuten rühren. Anschließend mit Gemüsebrühe ablöschen, Sojasauce und Essig dazugeben und 15 bis 20 Minuten bei geschlossenem Deckel auf mittlerer Stufe vor sich hin köcheln lassen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken. Mit viel gehackter Petersilie servieren.

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Dienstag, 3. Januar 2017

Apfelkuchen-Smoothiebowl

Liebt ihr den Beginn eines neuen Jahres auch so sehr wie ich? Jedes Jahr Anfang Januar, wenn noch die durchgeweichten Überreste des Silvesterfeuerwerks auf den Straßen liegen, ein leichter Rauchgeruch in der Luft hängt und der Himmel komischerweise fast immer wolkenverhangen und dunkelgrau ist, spüre ich diese ganz besondere Stimmung. Eine Mischung aus Reflexion und innerer Einkehr, weil ich in den Tagen davor das alte Jahr Revue passieren lassen und mir so meine Gedanken dazu gemacht habe, und gleichzeitig Aufbruchstimmung, Tatendrang und Motivation. Kein Wunder also, dass ich ein absoluter Fan von Neujahrsvorsätzen bin. Ja ich weiß, man kann an jedem Tag im Jahr etwas ändern, und das habe ich auch schon das ein oder andere Mal (erfolgreich) getan. Trotzdem fällt es mir zum Anfang eines neuen Jahres irgendwie leichter. Ebenso, wie mir die kleinen Dinge des Alltags, die man gerne mal vor sich herschiebt (und die dann letztendlich doch meist schneller erledigt sind als gedacht), am Anfang eines neuen Jahres leichter von der Hand gehen. Und ehe ich mich versehe, ist dann doch plötzlich der Kleiderschrank aufgeräumt, die Computer-Software auf den neuesten Stand gebracht oder der neue Drucker gekauft und installiert... ja, das mag banal klingen, aber für mich ist das schon so eine Art kleine "Neujahrs-Magie".


Ähnlich wie mit solchen organisatorischen Dingen geht es mir auch mit dem Essen. Am Anfang eines Jahres gestalte ich ganz automatisch meinen Speiseplan wieder gesünder und freue mich darauf, dass Obst & Gemüse den Platz von Weihnachtsplätzchen, Gänsebraten & Co. einnehmen. Viele gesunde Rezepte, die mir nicht nur, aber auch zum Anfang eines neuen Jahres besonders gut schmecken, habe ich für euch in dieser Liste notiert. Und heute kommt dort ein weiteres Rezept hinzu, das ich jetzt im Winter zum Frühstück ganz besonders mag: die Apfelkuchen-Smoothiebowl! Wenn ihr Apfelkuchen liebt (und wer liebt Apfelkuchen nicht?), dann wird euch dieses gesunde Frühstücksrezept sicher genau so begeistern wie mich.

Ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn jemand behauptet, dass ein gesundes Frühstück genau so wie ein Kuchen / Dessert / anderes gehaltvolles Gericht schmeckt, aber in diesem Fall stimmt es wirklich! Ich habe als Topping mein selbstgemachtes zuckerfreies Vanille-Zimt-Granola verwendet, was perfekt gepasst hat. Ein anderes leckeres (Knusper)Müsli schmeckt aber sicher ebenso gut.

Fröhlichen Start in den Tag und ins neue Jahr!

Rezept
für zwei Portionen

3 Äpfel
400 ml Mandelmilch
100g Naturjoghurt (gern auch Soja- oder Kokosjoghurt)
4 EL Apfelmus
4 EL feine Haferflocken
1 TL Zimt

Topping
1 Apfel
Ahornsirup

Die 3 Äpfel waschen und grob würfeln. Zusammen mit der Mandelmilch, dem Joghurt, Apfelmus, Zimt und Haferflocken in einem Standmixer oder mit dem Pürierstab zu einem dickflüssigen Smoothie pürieren.

Den Apfelkuchen-Smoothie auf Schüsseln aufteilen und mit fein gewürfeltem Apfel, Müsli und Ahornsirup bestreut bzw. beträufelt servieren.

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Freitag, 30. Dezember 2016

Persönlicher Jahresrückblick und Ausblick 2016/17

Yeah, die Zeit der Blog-Jahresrückblicke beginnt wieder! Ich bin ein bekennender Fan dieses Formats und schmökere liebend gern in den Rückblicken meiner Blogger-Kollegen - Ehrensache, dass ich daher auch in diesem Jahr wieder einen eigenen Rückblick beisteuere. In den Wochen vor Weihnachten habe ich eine kleine Blogpause gemacht und mir - neben dem üblichen Vorweihnachtstrubel - auch ein bisschen Zeit für mich, zum Nachdenken und Reflektieren genommen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich dieses Jahr im Vergleich zu den vorherigen Jahren nicht so viel an Weihnachtsrezepten beitragen kann und möchte, und habe die kleine Auszeit für mich sehr genossen. Pünktlich zum neuen Jahr bin ich aber mit neuer Kraft und Motivation und vielen Ideen zurück, und starte jetzt mit diesem Jahresrückblick wieder durch! (Ab der nächsten Woche gibt es dann auch wieder neue Rezepte auf dem Blog.)

Eines meiner Lieblingsfrühstücke - Orangen-Mandel-Shake

Dass 2016 in der Gesamt-Perspektive ein schwieriges Jahr war, das uns oftmals mindestens zum Kopfschütteln brachte, häufig auch zu Fassungslosigkeit und Verzweiflung führte, muss ich euch nicht sagen. Und darum soll es hier auch nicht gehen, denn darauf zurückzublicken, zu reflektieren und zu analysieren, das können andere besser als ich. Hier geht es um mein persönliches Jahr, und das war eines der besten, die ich je hatte :-) Den Jahresrückblick habe ich auch dieses Mal wieder in meine bewährten Kategorien der letzten Jahre eingeteilt. Viel Spaß beim Lesen!

Damit es etwas bunter wird, findet ihr dazwischen meine schönsten Food- und Travel-Fotos aus diesem Jahr.

Bunt und gesund - die indische Currysuppe Mulligatawny

Privates

An den "großen Fronten des Lebens" hat sich 2016 im Vergleich zu 2015 weniger verändert. Ich bin sowohl meiner Wohnung als auch meiner Heimatstadt Dresden und meinem Job in diesem Jahr treu geblieben. Auf der Arbeit hat es bedingt durch eine Unternehmensfusion jedoch Änderungen meines Verantwortungbereichs, meiner Tätigkeiten und bestimmter Strukturen gegeben, die jedoch nur zu meinem Vorteil waren. So bin ich von meiner vorherigen Tätigkeit als (überwiegend) Social Media-Managerin in den Bereich PR & Unternehmenskommunikation gewechselt und sehr glücklich über diese Veränderung und den vielfältigeren Aufgabenbereich, in dem ich in der gesamten Firma mehr mitgestalten kann. Gerade in der ersten Hälfte des Jahres bedeutete das jedoch viel Arbeit, denn der Bereich musste im Zuge der Fusion neu aufgestellt werden und es gab eigentlich nichts, das wir nicht überarbeiten und aktualisieren mussten...

Guacamole - das erste Fotoshooting mit einem Galgenstativ

Zur Mitte des Jahres hat sich mein Wunsch nach mehr beruflicher Verantwortung nochmals erfüllt und ich leite seitdem ein kleines Team im Bereich PR & Unternehmenskommunikation. Das war für mich ein wichtiger Schritt, den ich gern gehen wollte und über den ich sehr froh bin. Ich bin jemand, der viel Motivation daraus zieht, sich selbst, andere und die Firma in Hinblick auf Strukturen, Kultur, etc. weiterzuentwickeln und habe nun noch mehr die Möglichkeit dazu. Gleichzeitig stand ich vor neuen Herausforderungen, vor Fragen, die ich mir vorher noch nicht gestellt hatte, hatte Gelegenheit, Dinge auszuprobieren und zu reflektieren. Das war wirklich ein tolles Gefühl für mich.

Nudelsalat mit eingelegten Paprika, weißen Bohnen und Tunfisch

Gesundheit, Ernährung & Sport

Gesundheitlich war zu Beginn des Jahres 2016 leider absolut der Wurm drin bei mir. Direkt in der ersten Woche des Jahres habe ich eine Grippe bekommen, die mich über zwei Wochen lang wirklich komplett lahmgelegt hat. An die Grippe schloss sich nahtlos eine Bronchitis mit wochenlangem starkem Husten an. Dadurch hatte ich zum einen noch mehrere Wochen lang Probleme mit meiner Atmung und zum anderen waren durch das langanhaltende Husten die Muskeln zwischen meinen Rippen so verkrampft, dass ich wochenlang starke Schmerzen bei fast jeder Bewegung hatte. Das war gar nicht schön... Seit Mitte März 2016 bin ich aber wieder fit und hatte den Rest des Jahres über mit keinerlei Krankheiten, noch nicht einmal mit einer simplen Erkältung, mehr zu kämpfen.

Auch das habe ich 2016 gelernt - Eier unfallfrei pochieren!

In Hinblick auf meine guten Vorsätze bezüglich Ernährung und Sport ist 2016 daher nicht so gelaufen, wie ich zunächst geplant hatte. Durch die lange Krankheits-Phase bedingt habe ich die ersten drei Monate des Jahres nicht auf meine Ernährung geachtet (was gewichtsmäßig jedoch nicht schlimm war, denn meistens hatte ich wenig bis keinen Appetit) und konnte auch keinen Sport machen. Das hat jedoch leider dazu geführt, dass ich auch, als es mir besser ging, in Hinblick auf Ernährung und Sport nicht in Tritt gekommen bin. Ich habe mein Fitnessstudio daher monatelang nicht von innen gesehen und auch sicher einige Kilo zugenommen (auch wenn ich mich nicht gewogen habe, aber die engen Hosen sprachen für sich).

orientalischer Gemüsetopf mit Feta

Der Wendepunkt kam mit unserer Reise nach New York Ende September/Anfang Oktober. Zum einen habe ich mich an fettigem und süßem Essen dort so übergessen, dass ich es nach unserer Rückkehr nicht mehr sehen konnte. Zum anderen hat mir der "American Way of Life" deutlich vor Augen geführt, wohin es führt, wenn man dauerhaft zu viel isst und sich zu wenig bewegt. Dahingehend war die Reise wirklich ein (dringend benötigtes) Aha-Erlebnis. Seit unserer Rückkehr Anfang Oktober fiel es mir nicht schwer, mich gesünder zu ernähren, mehr Lebensmittel selbst herzustellen, statt auf Fertigprodukte zu setzen (und damit meine ich nicht, dass ich sonst Fertiggerichte gegessen habe - es geht hier um Produkte wie Müsli, Gemüsebrühepulver, Brotaufstriche, etc.) und regelmäßig Sport zu machen.

selbstgemachtes Gemüsebrühepulver

Im Moment sieht meine Sportroutine so aus, dass ich zweimal pro Woche ins Fitnessstudio gehe. Dort mache ich an einem Tag Kraft- und Ausdauertraining, an einem anderen Tag gehe ich schwimmen und besuche einen eher gesundheitsorientierten Kurs wie z.B. Pilates oder Rückenfit. Außerdem mache ich einmal pro Woche zuhause Yoga (in der Regel samstags nach dem Aufstehen, mein Start-ins-Wochenende-Ritual) und lege so oft wie möglich meinen Arbeits- bzw. Heimweg zu Fuß zurück (ca. 30 Minuten Laufzeit, die Strecke laufe ich ca. 5 - 6 Mal pro Woche).

Dauerbrenner 2016: Tacotorte mit Chili con Carne gefüllt

Durch den Sport und die Bewegung an der frischen Luft hat sich auch mein Entspannungsverhalten in den letzten Monaten merklich verbessert. Ich bin jemand, der gerne plant und sich immer eher zu viel als zu wenig vornimmt. Ich neige dazu, auch kleinste Zeitbudgets sofort zu verplanen, bei meiner Zeitplanung sehr optimistisch zu sein und mich dann stressen zu lassen, wenn alles nicht so klappt wie gedacht (was meistens der Fall ist, da ich wie gesagt dazu neige, viel zu eng zu planen). In den letzten Wochen habe ich geübt, meine Planung realistischer zu machen, nicht jedes Zeitfenster zu verplanen, sondern ausreichend Zeit für Entspannung und ja, auch für Schlaf vorzusehen, und mich bei Dingen, die mich stressen, zu fragen, ob diese wirklich unbedingt erledigt werden müssen, und wenn ja, wirklich jetzt und wirklich von mir. Sehr oft stellt sich nämlich heraus, dass ich die Einzige bin, die sich Stress macht, dass etwas erledigt werden muss, und zwar nur, weil ich der Meinung bin, dass sich das eben so gehört - und nicht, weil irgendjemand anderes darauf angewiesen ist. Das versuche ich mehr zu hinterfragen und meist klappt das schon ganz gut - ich bin zwar sicher noch lange nicht da, wo ich hin will, aber ich werde auf jeden Fall immer gelassener ;-)

Blick auf Lissabon vom Miradouro de São Pedro de Alcântara

Reisen


Auch 2016 war für mich wieder ein tolles Reisejahr. In der ersten Jahreshälfte konzentrierten sich die Reisen vornehmlich auf Deutschland. Nachdem ich von Januar bis März zum einen sehr viel gearbeitet und zum anderen mit meiner Gesundheit zu tun hatte, war eine erholsame Auszeit dringend nötig. Mir (mir!) war mal so gar nicht danach, etwas Neues zu entdecken, ich wollte einfach nur Ruhe und Entspannung. Daber haben wir uns für ein verlängertes Wochenende in ein schönes Wellnesshotel im Harz zurückgezogen, sind tagelang nur zwischen Zimmer, Wellnessbereich und Hotelrestaurant gependelt und haben neue Kraft gesammelt. Nachdem ich wieder richtig fit war und auch der Frühling in den Startlöchern stand, ging es im April für ein verlängertes Wochenende in den Spreewald, wo wir Fahrradtouren entlang der Kanäle unternommen haben. Im Mai reiste ich dann zum Food Blog Day nach Berlin und verband das mit einigen privaten Treffen sowie einem Tag in Potsdam, an dem wir das Holländische Viertel und Schloss Sanssouci besichtigt haben. Ich war zuvor noch nie in Potsdam und bin seitdem ganz begeistert von dieser schönen Stadt!

In Porto am Ufer des Douro

Im Juni ging es dann zum ersten Mal in diesem Jahr ins Ausland, und zwar nach Portugal. Wir hatten bereits 2014 im Rahmen einer Städtereise Lissabon besucht und uns dort sehr wohl gefühlt - nur das Wetter spielte damals nicht so richtig mit, so dass wir aufgrund des starken Regens leider nicht alles besichtigen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Bei schönstem mediterranem Sonnenlicht kehrten wir daher nun im Juni zurück und verbrachten noch einmal zwei herrliche Tage in der tollen Stadt an der Tejo-Mündung. Dieses Mal wollten wir jedoch noch mehr von Portugal sehen und reisten daher von Lissabon aus mit dem Mietwagen weiter in die Nähe von Porto, wo wir uns ein schönes Ferienhaus gemietet hatten. Von dort aus erkundeten wir Portugals zweitgrößte Stadt Porto, die uns nicht weniger beeindruckt hat als Lissabon, fuhren ins Weinanbaugebiet Dourotal, in die Serra da Estrela, Portugals höchstes Gebirge, und an den Atlantik. Was für eine schöne Reise - Portugal, wir kommen sicher wieder! Im August bekam ich dann Besuch und verbrachte einige Urlaubstage in der Heimat. Anschließend fuhr ich noch gemeinsam mit dem Besuch für zwei Tage in die tschechische Hauptstadt Prag, die nur knapp zwei Stunden von Dresden entfernt liegt. Auch wenn ich schon mehrfach da war, lohnt sich ein Besuch immer wieder!

Weinreben auf dem Weingut Quinta da Pacheca im Dourotal

Ende September stand unsere größte Reise in diesem Jahr an - für 10 Tage ging es nach New York! Für mich war diese Reise wahnsinnig aufregend und gleichzeitig auch eine Art Reise in die Vergangenheit, denn in New York war ich bereits vor 20 Jahren einmal gewesen und dieser Trip hatte sich wahnsinnig stark in mein Gedächtnis eingebrannt. Nun war es für mich sehr spannend zu sehen, wie sich die Stadt seitdem entwickelt hatte - und auch euch habe ich im Rahmen von diversen Travelguides und Fooddiarys ausführlich davon berichtet. Jetzt über den Jahreswechsel steht bei uns traditionell wieder eine Silvesterreise an - und auch da geht es dieses Jahr an ein für mich ganz besonderes Ziel, nämlich nach Paris. Dort habe ich 2007 im Rahmen meines Studiums ein Semester verbracht und seitdem liebe ich die französische Hauptstadt und bin ca. alle zwei Jahre wieder hin gereist. Dieses Mal ist es die erste Paris-Reise mit meinem Freund und ich freue mich riesig darauf, ihm all die Plätze zu zeigen, die mir wichtig sind und mit denen ich Erinnerungen verbinde. Mehr davon berichte ich dann im neuen Jahr :-)

leere Strände am Atlantik bei São Jacinto

Mein Blog im Jahr 2016

Mein Blog ist im Juli 2016 sechs Jahre alt geworden - das habe ich dieses Jahr zwar nicht besonders gefeiert, dennoch hatte ich das ganze Jahr über sehr viel Spaß und Freude am Blog und habe mit viel Motivation gekocht, geschrieben und fotografiert. Dabei sind in diesem Jahr 59 Beiträge entstanden - damit ist 2016 rein zahlenmäßig zwar mein "zweitschlechtestes" Bloggerjahr, allerdings nur knapp. In den vorherigen Jahren habe ich in der Regel zwischen 60 und 70 Beiträgen verfasst. Die etwas geringere Zahl erklärt sich jedoch zum Teil durch die Länge der verfassten Beiträge - denn nachdem ich im Jahr 2015 bereits mit ersten Reiseberichten begonnen habe, habe ich in diesem Jahr meine Begeisterung für dieses Genre so richtig entdeckt und zahlreiche lange Artikel zu Reisen und Events verfasst, z.B. zu Riga, Portugal, Prag und New York. Auch sind einige Artikel zu kulinarischen Aktivitäten in meiner Heimatstadt Dresden entstanden, z.B. zu einem Kochkurs, einer Schokoladenverkostung und einer kulinarischen Stadtführung. Diese Artikel machen zwar viel Arbeit, ich habe jedoch unheimlich viel Freude daran und will den Bereich daher auch im nächsten Jahr weiter pflegen und noch um ein paar mehr regionale Tipps (z.B. Restaurantguides zu Dresden und Umgebung) ausbauen.

Blick über Prag von der Burg aus

Nachdem ich im Dezember 2015 meine erste richtige Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen habe, habe ich mich im Jahr 2016 viel im Fotografieren geübt, vieles gelesen und ausprobiert. Ich bin zwar noch lange nicht da, wo ich sein möchte, aber ich habe schon viel gelernt, komme besser zurecht und mir gelingen häufiger als früher Fotos, mit denen ich zufrieden bin. Auch beim Bearbeiten meiner Bilder mit Photoshop bin ich besser geworden. Und nicht zuletzt nenne ich auch mehr Foto-Equipment mein Eigen - neben der Kamera kamen in diesem Jahr noch eine 50mm-Festbrennweite, ein Stativ und zwei Softboxen hinzu. Über die fotografische Entwicklung meines Blogs habe ich kürzlich erst ausführlich im Rahmen eines Blog-Events geschrieben (obwohl es meinen Blog bereits seit über sechs Jahren gibt, fand die größte Entwicklung tatsächlich 2016 statt).

Brooklyn Bridge und Skyline von Manhattan

Dieses Jahr hatte ich außerdem zum ersten Mal eine Journalistin und einen Fotografen in meiner Küche zu Gast. Gemeinsam haben wir einen Erdbeer-Spargel-Salat mit Serranoschinken und Orangenvinaigrette zubereitet und anschließend sind ein Interview mit mir und mein Rezept in der Dresdner Morgenpost erschienen. Das war ein tolles Erlebnis - und meine Familie war stolz wie Bolle ;-) Außerdem habe ich mit dem Food Blog Day in Berlin in diesem Jahr an meinem ersten größeren Foodblogger-Event teilgenommen, was echt eine super Erfahrung für mich war - vor allem der Workshop zum Thema Foodstyling und -fotografie mit Aurélie Bastian.

Eure liebsten Artikel 2016

1. Mulligatawny - indische Currysuppe
2. Gehobelter Zuccinisalat mit Sardellen, Pecorino und Haselnüssen
3. Erdbeer-Cheesecake mit Schokowaffel-Boden

Meine Lieblingsrezepte 2016

1. Taco-Torte mit Chili-Füllung
2. Ravioli mit cremiger Kürbissauce
3. Oreo-Pancakes mit geröstetem Pistazieneis und Erdbeeren

am Times Square

Blog-Ausblick 2017

Für 2017 habe ich mir für meinen Blog einiges vorgenommen! Gleich zu Anfang des Jahres starten wir mit fundamentalen Änderungen in Hinblick auf den technischen Unterbau und das Design des Blogs - nach 6,5 Jahren sind die auch dringend notwendig, auch wenn es mir schon ein bisschen vor der vielen Arbeit graut ;-) Außerdem möchte ich mich auch im neuen Jahr weiter der (Food-)Fotografie widmen, noch mehr ausprobieren und dazulernen. Im Januar steht zudem ein erstes Projekt an, bei dem ich den Blog und das Thema soziales Engagement miteinander verbinden kann und ich bin schon sehr gespannt, was daraus wird. Und nicht zuletzt möchte ich auch im neuen Jahr weiterhin regelmäßig Reiseberichte zu Orten in Nah und Fern, aber auch zu meiner Heimatstadt Dresden hier veröffentlichen. Ich habe auf jeden Fall viel vor und bin voller Motivation!

Ich hoffe, euch hat mein etwas persönlicherer Jahresrückblick und –ausblick gefallen und ich wünsche euch für das neue Jahr alles Gute, viel Gesundheit, Glück und Erfolg sowie tolle und inspirierende kulinarische Momente! Lasst es euch gut gehen, und wenn ihr mögt, erzählt mir doch ein bisschen von euren Plänen und Vorsätzen fürs neue Jahr :-)

Skyline von Manhattan von New Jersey aus gesehen

Dienstag, 27. Dezember 2016

[New York, Teil 5] Restaurantguide & Fooddiary

Nun habe ich euch in den letzten knapp zwei Monaten so viel über New York erzählt, nur über einen sehr wichtigen Punkt haben wir bisher kaum gesprochen: über das Essen! Zeit, das jetzt nachzuholen - denn darauf, euch von diesem Aspekt unserer Reise zu erzählen, freue ich mich am allermeisten :-) Als absolute Weltstadt und Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen ist New York natürlich auch an der kulinarischen Front unglaublich bunt. Ich glaube, es gibt fast keine Küche und keine Ernährungsweise der Welt, der man in New York nicht fröhnen kann. Bei unserer Reise lag der Fokus (bis auf einige Ausnahmen) jedoch ganz klar darauf, typische New Yorker Spezialitäten und die Klassiker der amerikanischen Küche zu probieren - und das haben wir reichlich getan!


Heute möchte ich euch vorstellen, wo wir in New York gegessen und was wir probiert haben, und euch damit auch viele Tipps für einen New York-Aufenthalt mit an die Hand geben. Dieser Artikel ist ziemlich Fast Food-lastig, denn Fast Food ist in New York nicht nur allgegenwärtig, sondern auch ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil der amerikanischen (Ess-)Kultur. Daher haben wir in New York ein bisschen über Kalorien und Prinzipien gesunder Ernährung hinweg gesehen und wirklich ordentlich geschlemmt. Ab und an ist gegen einen handwerklich gut gemachten Burger o.ä. ja auch gar nichts einzuwenden, so lange er nicht zur täglichen Gewohnheit (auch außerhalb des Urlaubs) wird ;-) Hier sind sie nun, meine kulinarischen Tipps für eine New York-Reise:

1) Typisch New York

a. Katz's Deli

Über Katz's Deli habe ich bereits recht ausführlich in meinem Travelguide zu East Village, Greenwich Village und Meatpacking District berichtet. Katz's ist einer der ältesten jüdischen Feinkostläden der Stadt und eine New Yorker Institution schlechthin! Auch wenn der Laden inzwischen von vielen Touristen besucht wird, besinnt man sich bei den kulinarischen Spezialitäten nach wie vor auf die alten Traditionen. Und das bedeutet: Blintzes, Knish, Latkes, Nudelkugel, Matzo Ball Soup und andere Klassiker der jüdischen Küche.


Daneben ist Katz's für seine Fleisch- und Wurstspezialitäten, vor allem Pastrami, Corned Beef und harte Salami, berühmt. Aus diesen Zutaten entstehen zusammen mit Sauerkraut, Käse und verschiedenen Saucen im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Sandwiches. Grundsätzlich absolut köstlich, doch Vorsicht: Die mächtigen Sandwiches sind mit bis zu 300 Gramm Fleisch belegt und haben es wirklich in sich! Ein ganzes Sandwich könnte gerade für nicht ganz so starke Esser zu viel sein. Tipp: Teilt euch ein Sandwich oder bestellt das Menü mit einer Matzo Ball- oder Nudelsuppe und einem halben Sandwich, das dürfte besser zu bewältigen sein ;-)


b. Lexington Candy Shop

Ähnlich wie Katz's ist auch der Lexington Candy Shop an der Upper East Side, gegründet 1925, eine echte New Yorker Institution. Und nein, auch wenn der Name es vermuten lässt - es handelt sich nicht um ein Geschäft für Süßwaren, sondern um ein klassisches, alteingesessenes New Yorker Diner. Es sieht darin genau so aus, wie man Diner aus amerikanischen Filmen oder Serien kennt, und alles wirkt so, als wäre hier spätestens in den 50er Jahren die Zeit stehen geblieben. Die Bedienung ist flink, herzlich und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.


Auf der Speisekarte stehen Diner-Klassiker wie Pancakes, Omelettes, Grilled Cheeses, Sandwiches, Burger, Milchshakes, aber auch Kuchen, Torten und Desserts. Wir waren an einem Regentag da und hatten keine Eile, wieder nach draußen zu kommen, daher haben wir uns munter durch die Karte probiert. Getestet haben wir: die Blueberry Pancakes mit Butter und Ahornsirup, das Omelette mit Cheddar, das Grilled Cheese Sandwich und den Schoko-Milchshake. Ein älterer Herr am Nebentisch, der nach eigenen Aussagen schon seit Jahrzehnten in den Lexington Candy Shop kommt, empfahl uns außerdem noch den Coconut Cake, doch ein Stück des gut und gerne 10 Zentimeter hohen Kuchens passte dann beim besten Willen nicht mehr rein ;-) Alles, was wir probiert haben, hat uns vorzüglich geschmeckt - wer auf ein bisschen (kulinarische) Nostalgie steht, sollte sich den Lexington Candy Shop also nicht entgehen lassen.


c. La Bagel Delight Dumbo

Wer an New Yorker Spezialitäten denkt, der denkt automatisch an Bagels, oder? Die fluffigen Hefeteigkringel dürfen bei einem typischen New Yorker Frühstück jedenfalls nicht fehlen! Klar, dass auch wir uns auf die Suche nach leckeren Bagels gemacht haben. Ein empfehlenswerter Laden ist La Bagel Delight, der sich im Viertel Dumbo (Down under the Manhattan Bridge Overpass) in Brooklyn befindet. In dem typischen Bagelshop gibt es nicht etwa nur eine Sorte Bagel, die dann klassisch mit Frischkäse und Räucherlachs belegt wird - nein, hier hat man die Qual der Wahl!


Ungefähr 15 verschiedene Sorten Bagels werden hier kontinuierlich frisch produziert, darunter z.B. Mohn, Sesam, Vollkorn, aber auch Herzhaftes wie Onion & Garlic oder Süßes wie etwa Bagel mit Orange und Rosinen. Auch die Frischkäse-Sorten, von denen es ca. 20 herzhafte und süße Varianten gibt, sind hausgemacht. Insgesamt zählt man auf den Schildern an den Wänden über 100 verschiedene Varianten, wie man sich seine Bagels belegen lassen kann. Wir entschieden uns neben dem Klassiker mit Creamcheese und Lachs noch für einen Mister Bagel (Spiegelei, Bacon, Schinken und Käse auf Onion-Garlic-Bagel, sehr würzig und lecker!). Außerdem haben wir die Zitronen-Joghurt-Muffins probiert. Aber Achtung, auch hier sind die Portionen sehr groß - je ein Bagel und ein Muffin haben uns tatsächlich einen ganzen Tag lang satt gemacht ;-)


Im La Bagel Delight kann man übrigens nicht im Laden essen. Bei schönem Wetter macht das aber gar nichts, denn nach wenigen Schritten gelangt ihr zum Brooklyn Bridge Park am Ufer des East River und könnt eure Bagels mit herrlichem Skyline-Blick verzehren. Bei schlechtem Wetter empfehle ich euch, lieber einen anderen Bagelshop mit Sitzplätzen zu besuchen.

d. Magnolia Bakery

Wohl die bekannteste Bäckerei New Yorks - nicht nur bei Sex and the City-Fans! Die Magnolia Bakery hat mehrere Filialen in Manhattan, u.a. in der Grand Central Station, Penn Station, im Rockefeller Center und im Bloomingdale's. In der Magnolia Bakery entstehen aus Butter, Zucker, Sahne & Co. kleine (und gehaltvolle) Meisterwerke. Die Törtchen, Cupcakes, Muffins, etc. sind so schön anzusehen, dass man sich kaum traut, sie zu essen. Schön ist, dass man den Zuckerbäckern über die Schulter schauen kann, während sie z.B. die Cupcakes dekorieren - absolut faszinierend!


Wir haben den Lime Cheesecake, Red Velvet Cheesecake, die Coconut Cupcakes und die Brownies probiert und alles hat absolut dekadent und fantastisch geschmeckt! Es ist allerdings alles sehr sehr süß, doch wer ein absoluter Süßschnabel ist, wird es sicher mögen (alle anderen sollten es bei einem Stück Kuchen oder einem Cupcake belassen und zur Sicherheit vielleicht eine Salami von Katz's in der Tasche haben ;-)). Ich empfehle die Magnolia Bakery auf jeden Fall, würde euch aber raten, einen Besuch eher an den Anfang eines New York-Trips zu legen - nach mehreren Tagen im Big Apple mit ungesundem Essen habt ihr möglicherweise sonst wie wir das Problem, dass ihr mit dem "Zuckerschock" nicht mehr so gut klar kommt...


2) Fast Food-Klassiker

a. Smokey Burger

Hierbei handelt es sich eher um "Slow Fast Food", denn Smokey Burger ist keine Kette, sondern ein rustikales kleines Burger-Restaurant, wo die Burger handgemacht sind und ausschließlich aus Bio-Zutaten bestehen, die nach Möglichkeit aus der Region kommen. Obwohl der Laden nur zwei Ecken vom Times Square entfernt liegt, walzen hier keine Touristenströme vorbei und es ist angenehm ruhig. Neben klassischen Hamburgern und Cheeseburgern bietet Smokey Burger auch Kreationen aus Elch-, Bison-, Wild- oder Entenfleisch, aus Fisch und Meeresfrüchten, sowie zwei vegetarische Burger an.


Wir haben den Mighty Bison Deluxe (Bisonpatty, Käse, Chipotle-Sauce, Avocado, karamellisierte Zwiebeln, gegrillte Paprika und Jalapeños) und den Young, Wild and Free (Lachspatty, karamellisierte Zwiebeln, Mango und Limetten-Aioli) probiert - klingen diese Zusammenstellungen nicht toll? Wir fanden es absolut außergewöhnlich und sehr, sehr lecker! Zu den Burgern gibt es Pommes, Pommes mit Käsesauce, Süßkartoffelpommes, Zwiebelringe, Coleslaw oder grünen Salat. Bei den Getränken sind die hausgemachten Root Sodas, vor allem das scharfe Ginger Brew und das fruchtige Blueberry Soda, sehr zu empfehlen. Daumen hoch, toller Laden!

b. Shake Shack

Shake Shack ist in den USA momentan DER angesagte Burgerladen und hat zahlreiche Filialen in New York. So einfach ist es jedoch gar nicht, dort essen zu gehen, denn die Schlangen sind mega-lang! In den Filialen in Manhattan ist es keine Seltenheit, dass man eine halbe Stunde oder noch länger vor der Tür warten und anschließend noch einmal mindestens ebenso lange drinnen anstehen muss... nicht so unser Ding. Wir dachten daher schon, dass wir unseren New York-Besuch ohne ein Essen bei Shake Shack verbringen würden - bis wir auf die weniger stark frequentierten Filialen in Brooklyn gestoßen sind. Unser Tipp also: Wenn ihr unbedingt bei Shake Shack essen wollt, dann probiert es nicht in Manhattan, sondern in einem anderen Stadtteil.


Was uns nun zu der Frage führt: Muss man denn bei Shake Shack essen? Unser Fazit fällt - für eine Burgerkette - insgesamt ziemlich gut aus. Die Burger (von denen es nur vier Stück gibt - Hamburger, Cheeseburger, Chickenburger, Vegetarian) schmecken gut. Sie sind auf jeden Fall besser als die Konkurrenz von McDonald's, Burger King & Co., können aber nicht mit einem individuellen Handmade Burger wie z.B. bei Smokey Burger mithalten. Richtig, richtig lecker sind die Cheese Fries! Sie haben mir sogar besser geschmeckt als die von Smokey Burger, weil sie noch richtig kross und nicht zu sehr von der Käsesauce durchgeweicht waren. Trotzdem - eine Stunde warten würde ich dafür nicht. Wenn ihr aber eine nicht so stark frequentierte Filiale findet, probiert es ruhig mal aus.

c. Taco Bell

Noch eine Fast Food-Kette mit Kultstatus, die es in Deutschland nicht gibt. Taco Bell konzentriert sich auf die mexikanische Küche und serviert Tacos, Tortillas, Burritos, Quesadillas, Nachos & Co. In Manhattan gibt es ein paar Filialen, jedoch gar nicht so viele (verglichen mit Ketten wie z.B. Dunkin' Donuts, die an jeder Ecke zu finden sind). Rund um unser Apartment in New Jersey war Taco Bell stärker vertreten.


Wenn ihr das erste Mal bei Taco Bell seid, wird euch die Auswahl und die schiere Masse an Kombinationsmöglichkeiten wahrscheinlich ziemlich erschlagen. Daher eine kleine Empfehlung für alle, die gerne Käse mögen: Probiert den Cheesy Gordita Crunch (dazu wird ein knuspriger in einen weichen Taco gesetzt, zwischen den beiden Taco-Schichten befindet sich geschmolzener Käse, das "Innenleben" besteht aus Hackfleisch, Salat und Saucen) und/oder den Quesarito (Burrito mit Hackfleisch, Reis, flüssigem Käse und Sour Cream gefüllt). Einer von beiden reicht bei normalem Hunger, wer großen Hunger hat, schafft auch beide. Aber Vorsicht: Es gibt jede Menge Witze darüber, wie sich Essen bei Taco Bell auf eure Verdauung auswirkt - und sie sind leider nicht völlig aus der Luft gegriffen. So, don't blame me...


d. Sbarro

Sbarro ist eine italienische Pizza- und Pasta-Kette, die 1956 gegründet wurde und mittlerweile über mehr als 800 Filialen weltweit verfügt. Dort findet man Pizza "by the slice", in den USA beliebte Nudelgerichte (z.B. Baked Ziti = Nudelauflauf mit Tomatensauce und Mozzarella oder Spaghetti mit Tomatensauce und Fleischbällchen) und auch ein Buffet mit verschiedenen Nudelsorten, Aufläufen, Antipasti, etc., wo man sich einen Teller füllen lassen kann und anschließend nach Gewicht bezahlt.


Der Pizzateig wird jeden Tag in jeder Filiale frisch von Hand zubereitet und auch Tomatensauce und Mozzarella sind hausgemacht - und das schmeckt man auch. Die Pizza war schön dünn und knusprig, gut und ausreichend belegt und hat richtig lecker geschmeckt - wirklich so, wie eine Pizza für mich sein muss! Neben der dünnen NY Style Pizza gibt es auch die dickere und fluffigere "sizilianische Pizza". Sbarro ist für eine kurze Pause und einen Snack zwischendurch beim Sightseeing auf jeden Fall geeignet.


e. GRK Fresh Greek

GRK Fresh Greek ist eine kleine griechische Fast Food-Kette mit insgesamt vier Filialen, davon drei in Manhattan (Financial District, Flatiron District und Midtown East) sowie einer in Washington, D.C. Von der Einrichtung, dem gesamten Stil und Konzept her erinnert der Laden etwas an ein Vapiano, also eine etwas "gehobenere" Fast Food-Location, nur eben mit griechischem Essen. Zur Auswahl steht zum einen Kebab, wobei man wählen kann, welche Fleischsorte man möchte (Huhn oder Lamm), ob es auf dem Teller oder im Pitabrot serviert werden soll, welche Tzatziki und welche Beilagen man möchte.


Außerdem gibt es Salat (griechischen Bauernsalat und Linsensalat), Suppen (Linsensuppe und Hühnersuppe mit Zitrone), Reisnudelauflauf mit Tomatensauce und Feta (vegetarisch), griechischen Joghurt und Frozen Yoghurt. Wir haben den Lamm-Kebab mit Pommes, Salat und Tzatziki sowie den Reisnudelauflauf probiert und waren sehr zufrieden. Durchaus für ein Essen zwischendurch geeignet, vor allem, wenn man mal auf der Suche nach einer vegetarischen Option, Suppe oder Salate ist!

3) Hochwertig & gesund

a.) Fresh & Co.

Wenn ihr euch in New York gesund, nährstoffreich und vielleicht auch vegetarisch, vegan oder glutenfrei ernähren möchtet, ist Fresh & Co. eine gute Adresse. In den ca. 20 Filialen in Manhattan gibt es gesundes Frühstück (z.B. Pancakes, Quinoa-Bowls, Bagels, Müsli), Salate, Grain Bowls (Vollkornreis oder Quinoa mit vielfältigen, leckeren Toppings), Sandwiches, Wraps, Suppen, gesunde Desserts, Säfte und Smoothies. Wir haben den Kale Ceasar Salad (mit Grünkohl, Tomaten, Hähnchen, Croûtons, Parmesan und Ceasar-Dressing) und den Falafel Salad (mit Grünkohl, Gurken, Tomaten, Kichererbsen, Falafel, Tahini- und Chili-Dressing) probiert, außerdem eine Suppe, ein Sandwich und den Rote-Bete-Karotten-Smoothie.


Alles war sehr frisch und lecker und hat uns mit den Vitaminen versorgt, die wir nach mehreren Tagen ungesunden Essens so dringend brauchten. Bei der nächsten New York-Reise würde ich regelmäßig (jeden zweiten Tag oder so) hier oder in einem vergleichbaren Lokal essen und so versuchen, den Fast Food-Overkill zu vermeiden ^^ Einziges Manko: Auch wenn man im Laden isst, werden die Speisen so in Plastik eingepackt, als ob man sie mitnehmen wolle. Ich war davon etwas irritiert (zumal in einem Laden, der sich gesundem und saisonalem Essen verschrieben hat, da ist der gedankliche Schritt zur Nachhaltigkeit ja nicht mehr weit) - so seien halt die Vorschriften, sagte mir die Mitarbeiterin... :-(

b.) Union Square Greenmarket

Auch hierüber habe ich in meinem Travelguide zu East Village, Greenwich Village und dem Meatpacking District schon geschrieben. Der Union Square Greenmarket ist einer der größten und schönsten Farmers' Markets (Bauernmärkte) von NYC, und ein Bummel lohnt sich für alle, die sich für gesundes, gutes, regionales und saisonales Essen interessieren (oder schöne Streetfotografie-Shots machen möchten).


Auf dem Markt kann man vor allem Obst und Gemüse kaufen, es gibt aber auch Stände mit Fleisch und Wurst, Käse, Marmelade, Honig, Brot und Gebäck, Säften, Kräutern oder Pflanzen. Wer hier einkaufen möchte, sollte jedoch beachten, dass die zweifelsohne tollen Lebensmittel in der Regel (wie häufig in New York bzw. den USA) auch ziemlich ordentliche Preise haben... Der Markt findet montags, mittwochs, freitags und samstags von 8 - 18 Uhr statt, samstags gibt es wohl das größte Angebot (wir waren aber an einem Mittwoch da und auch da hat sich der Bummel gelohnt).


c. Dean & DeLuca

Dean & DeLuca ist einer der besten Feinkostläden in New York mit mehreren Filialen. Neben ausgefallenen und exotischen Obst- und Gemüsesorten findet man dort z.B. eine große Käsetheke, edelstes Fleisch und Fisch, eine Sushi-Bar, eine riesige Auswahl an Gewürzen, Ölen, Essigen, Marmeladen, Aufstrichen, Chutneys, Gebäck, aber natürlich auch Weine, Spirituosen, Tees, Kaffeebohnen, etc. - also alles, was das Genießerherz begehrt! Unbedingt mal durchbummeln, auch wenn ihr nur schauen und staunen wollt.


Bei einigen Sachen lohnt sich der Einkauf auch, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich vorteilhaft ist (z.B. bei lateinamerikanischen Gewürzen, die in den USA meist günstiger sind, als wenn man sie in Europa online bestellt) oder weil es die Sachen hier nicht ohne Weiteres gibt (z.B. Produkte aus den berühmten Meyer Lemons). Ich habe mir als Andenken geräucherte Salzflocken, Meyer Lemon Curd und Feigen-Balsamico-Chutney mitgenommen.


Fazit*

Das war meine kulinarische Tour durch New York und ich hoffe, sie hat euch gefallen! Insgesamt muss ich sagen, dass ich das Essen in New York zunächst sehr genossen habe - es kam dann aber der Punkt, wo es mir zu viel wurde. Zu viel Fleisch, zu viel Fast Food, zu viel Fettiges, zu viel Süßes - zu viel von allem einfach. Natürlich, werdet ihr sagen, das ist ja kein Wunder, wenn man sich ein paar Tage lang so ernährt - aber muss man ja nicht machen. Recht habt ihr, einerseits - denn natürlich gibt es mit Läden wie Fresh & Co. und vielen anderen genug Möglichkeiten, auch anders zu essen. New York ist schließlich eine Weltmetropole und bietet, wie ich eingangs schon geschrieben habe, kulinarisch einfach alles.


Aber ich muss tatsächlich sagen, dass es gar nicht so einfach war, sich unkompliziert und einigermaßen preisbewusst gesund zu ernähren. Und damit meine ich nicht, dass ich auf jeden Cent gucke - das tue ich beim Thema Ernährung nicht und gutes Essen ist es mir auch wert. Aber in New York standen die Preise für riesige Mengen Fast Food und für sehr kleine Mengen gesunden Essens oft in einem wirklich krassen Missverhältnis. Das hatte ich in diesem Maß nicht erwartet.


Dennoch, mit ein bisschen Planung, Überlegung und Recherche ist es natürlich gut möglich, sich in NYC gesund, ausgewogen und bei Bedarf auch vegetarisch oder vegan zu ernähren. Beim nächsten Mal würde ich da auch einiges etwas anders organisieren ;-) Auf jeden Fall hat mir der "American Way of Life" sehr zu denken gegeben und dazu geführt, dass ich seit unserer Rückkehr auch zuhause (ganz unbewusst und selbstverständlich) noch mehr auf gesunde Ernährung achte, darauf, Dinge möglichst selbst zu machen, etc. Aber das ist ja auch das Schöne am Reisen, es bildet, hilft uns, über den Tellerrand zu schauen und uns selbst zu reflektieren!

Damit bin ich nun zwar am Ende meiner New York-Berichterstattung angelangt, freue mich aber dafür schon sehr auf die nächste Reise, die in Kürze bei uns ansteht :-)

Hier findet ihr alle Artikel meiner New York-Reihe:

[New York, Teil 1] Flugzeugessen
[New York, Teil 2] Travelguide für Downtown Manhattan
[New York, Teil 3] Travelguide für East Village, Greenwich Village & Meatpacking District
[New York, Teil 4] Travelguide für Midtown Manhattan


*Die Bilder in diesem Abschnitt stammen aus einem lateinamerikanischen Supermarkt in der Nähe unseres Apartments in West New York, New Jersey.

**Die Restauranttipps beruhen ausschließlich auf unseren persönlichen Erfahrungen und sind nicht von den Restaurants gesponsert oder beeinflusst worden.