Sonntag, 17. Juli 2016

Kulinarischer Stadtrundgang durch die Dresdner Neustadt

Eine Foodtour, d.h. ein geführter kulinarischer Stadtrundgang mit jeder Menge Kostproben an verschiedenen Stationen, ist eine feine Sache... das hatten wir ja im letzten Jahr schon in Rom, in Ljubljana und auch in Riga, wo der Fokus der Tour allerdings auf Getränken lag, festgestellt. Kulinarische Spezialitäten, Restaurants und Geschäfte zu entdecken macht allerdings nicht nur im Urlaub Spaß, sondern ist auch in der eigenen Stadt eine lohnende Erfahrung. Das dachten sich auch meine ehemaligen Kollegen, die mir im letzten Jahr als Abschiedsgeschenk vor meinem Umzug von Leipzig in meine Heimatstadt Dresden u.a. einen Gutschein für eine Foodtour mit Eat the World in Dresden schenkten.

Ecke Louisenstraße/Rothenburger Straße

Hier in Dresden kann man zwischen zwei Rundgängen wählen, die entweder durch die historische Altstadt oder aber durch die Neustadt am anderen Elbufer führen. Die Neustadt war zu DDR-Zeiten ein Viertel, dem keine Beachtung seitens der herrschenden Eliten zukam, was einerseits dazu führte, dass historische Altbausubstanz erhalten blieb und nicht zugunsten der Errichtung von Plattenbauten planiert wurde. Andererseits bedeutete das jedoch auch, dass sich die Häuser in einem weitestgehend desolaten Zustand befanden. Deswegen siedelten sich in den 1970er- und 80er-Jahren vorwiegend Menschen, die auf "offiziellem" Weg keine Wohnung bekamen, in der Neustadt an, etwa politisch Andersdenkende, kritische Künstler, etc. Die Wende kam hier gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass das Viertel letztendlich doch abgerissen wird... denn die Pläne dafür lagen Ende der 80er-Jahre bereits in der Schublade.

Hinterhof-Fundstück :-)

In den 90er-Jahren wurde in der Neustadt selbstverständlich viel saniert, sie erhielt sich jedoch ihren unangepassten, kreativen, zum Teil auch radikalen, in jedem Fall besonderen Charme. Als ich damals in der Nähe von Dresden wohnte, war ein Besuch in der Neustadt für uns auf jeden Fall immer etwas Spezielles und man wusste nie, welche spannende Entdeckung man wohl dieses Mal machen, in welche noch unbekannte Bar oder Kneipe es einen verschlagen und wie der Abend letztendlich enden würde. Heutzutage hat sich die Neustadt dieses Gefühl natürlich auch weiterhin ein gutes Stück weit bewahrt, gleichzeitig ist sie mittlerweile auch so etwas wie der Prenzlauer Berg von Dresden. Viele Bewohner gründen Familien, die Kinderwagendichte ist beeindruckend hoch (Dresden ist die kinderreichste Großstadt Deutschlands, und innerhalb Dresdens verzeichnet... genau, die Neustadt prozentual zur Einwohnerzahl die meisten Geburten), an jeder Ecke sprießen schicke Cafés mit Matcha Latte und Chiapudding oder angesagte Burger-Restaurants aus dem Boden. Die Mietpreise steigen und so einige der traditionellen Bewohner können sich die Neustadt nicht mehr leisten - die typische Gentrifizierung nimmt auch hier ihren Lauf. Doch trotz aller übergreifenden Prozesse, die sich auch in vielen anderen Städten beobachten lassen, hat sich die Neustadt ein kreatives, besonderes Flair bewahrt - und genau das galt es im Rahmen der Foodtour zu ergründen.

Auf dem Kunsthofpassagen-Fest


Und so machen wir uns an einem sonnigen Samstagvormittag Ende April auf in die Neustadt und treffen uns mit den anderen Teilnehmern und unserem Guide Cindy an der Ecke Königsbrücker Straße/Louisenstraße. Schnell wird klar, dass die Gruppe zum einen mit über 15 Personen ziemlich groß ist und dass zum anderen Cindy eine ziemliche Ulknudel ist. Das ist natürlich Geschmackssache, uns jedoch ist ihre Art etwas zu krawallig und gewollt-lustig. Vielleicht liegt es jedoch auch ein Stück weit daran, dasss wir noch müde sind (für Wochenendverhältnisse mussten wir für die Tour relativ zeitig aufstehen) und auch langsam der Magen knurrt (Frühstück haben wir in Erwartung der reichlichen Probier-Portionen natürlich ausfallen lassen). Der Start in die Tour ist also etwas durchwachsen, aber schauen wir doch mal, was die erste Station zu bieten hat...

Café Kontinental an der Ecke Louisenstraße/Görlitzer Straße

...zu dieser ist es zum Glück nicht weit, denn die Feinbäckerei Rißmann befindet sich direkt auf der anderen Straßenseite. Die Bäckerei blickt auf eine lange Tradition und einen berühmten Kunden zurück, denn in dem 1908 gegründeten Geschäft kaufte schon Erich Kästner regelmäßig seine Eierschecke und ließ sie sich später nach seinem Umzug nach München sogar dorthin liefern. Noch heute ist die Eierschecke der wohl berühmteste Kuchen im reichlichen Angebot der Bäckerei, die weiterhin nach traditionellen Rezepten und mit hochwertigen, vorwiegend regionalen Zutaten, bäckt. Wem es nichts sagt: Die Eierschecke ist ein sächsischer Kuchen-Klassiker, der aus drei Schichten besteht. Unten fluffiger Hefeteig, darauf eine säuerlich-frische Quarkschicht und obendrauf die leckere Schicht aus schaumig geschlagenen Eiern mit Zucker. Unbedingt einmal probieren, wenn ihr in Sachsen seid! Auch wir verkosten bei Rißmann ein Stückchen Eierschecke sowie ein Stück simplen Streuselkuchen. Beides schmeckt nach guter Butter, heimelig und ja, eben "wie früher". Mit feinstem Kuchengeschmack auf der Zunge und zufriedenem Lächeln schlendern wir weiter.

Original sächsische Eierschecke in der Feinbäckerei Rißmann

Wie sich herausstellen sollte, wird es jedoch ein ziemlich langes "Schlendern". In den nächsten 1,5 Stunden geht es kreuz und quer durch die Neustadt, wobei Cindy uns im Wesentlichen die Dinge erzählt, die ich eingangs geschrieben habe, aber natürlich auch noch auf das ein oder andere Gebäude speziell eingeht, z.B. auf die ehemalige Schokoladenfabrik von Jordan & Timaeus. Die Ausführungen sind durchaus nicht uninteressant, aber der Haken ist... es gibt in diesen gesamten 1,5 Stunden nichts zu essen. Mir hängt der Magen langsam in den Kniekehlen, denn es ist mittlerweile fast 13 Uhr und bis auf ein kleines Stückchen Kuchen habe ich noch nichts gegessen. Und Hunger macht mich mitunter maulig... nun reicht es mir, der nächste Essens-Stop soll her!

Hunger...?!?!?!

Zum Glück ist es dann endlich soweit, wir schwenken ins Käseeck Schlüter in der Rothenburger Straße ein. Dieses Geschäft für Käse, Wurst, Salate, Obst und andere Feinkost kannte ich tatsächlich noch nicht - gut, dass sich das jetzt geändert hat. Denn in dem kleinen Geschäft kommen Feinschmecker auf jeden Fall auf ihre Kosten und ich aus dem Staunen über all die leckeren Käse- und Wurstsorten nicht mehr heraus. Wir erhalten eine Platte zum Verkosten, auf der sich eine kräftige Wildschweinwurst, kleine Cracker mit einem leckeren Hartkäse und Feigensenf sowie Brotscheiben mit einem sächsischen Weichkäse und Himbeeren befinden. Schmeckt alles sehr gut, wobei die Wildschweinwurst mein Favorit ist. Zum Abschluss wird dann noch eine echte Spezialität des Hauses serviert: die Dresdner Berle (Perle). Dabei handelt es sich um einen würzigen Hartkäse aus pasteurisierter Schafsmilch, der von Hand in Kugelform gebracht wird. Es gibt ihn mittlerweile in fünf Geschmacksrichtungen, wir verkosten die weitestgehend pure Variante mit Knoblauch. Der Käse wird ähnlich wie eine Trüffel gehobelt und z.B. einfach mit Pasta, Öl und frisch gemahlenem Pfeffer vermischt verspeist.

Das sieht doch gut aus!... Käseeck Schlüter

Kaum haben wir die Berle verspeist, wartet auch schon der nächste Stop... und ab jetzt geht es wirklich Schlag auf Schlag, in 1,5 Stunden absolvieren wir ganze sechs Probierstationen. Die nächste befindet sich nur wenige Meter vom Käseeck Schlüter entfernt, ebenfalls auf der Rothenburger Straße... das Sprout. Das Sprout hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein "gesundes Fast-Food-Restaurant" zu sein, getreu dem Motto "Eat well, feel good!". Die Gäste erwarten Salate, Sandwiches, Suppen, Curries, Desserts und Smoothies, die ausnahmslos aus Bio-Zutaten bevorzugt von regionalen Erzeugern hergestellt werden. Ein sehr begrüßenswertes Konzept! Wir probieren hier ein vegetarisches indisches Curry mit Möhren und Kichererbsen. Es schmeckt gut, bleibt mir aber im Nachhinein nicht besonders in Erinnerung - was vielleicht jedoch auch daran liegt, dass ich ähnliche Curries recht häufig selbst koche und sie somit für mich nichts "Exotisches" mehr sind.


Make your own lunch - im Sprout

Nach dem Sprout wartet erneut schon wenige Meter weiter, um die Ecke in der Böhmischen Straße, das nächste Restaurant auf uns. Wer es nicht kennt, kommt im Angesicht des Raskolnikoffs erst mal ins Grübeln. In diesem quasi abbruchreifen Haus soll sich ein gutes Restaurant befinden? Doch Überraschung: Das Haus aus dem Jahr 1836 ist gar nicht abbruchreif, sondern vor gar nicht allzu langer Zeit saniert worden - allerdings so, dass der alte Charme erhalten wurde und die scheinbar verfallene Fassade zwischen all den neuen Häusern in der Straße richtig aus der Zeit gefallen wirkt. Für uns geht es bei schönstem Wetter ab in den idyllischen Innenhof, wo es sich an lauschigen Frühjahrs- und Sommertagen wunderbar sitzen lässt.

Altehrwürdig... Restaurant & Bar Raskolnikoff


Auch im Raskolnikoff wird auf Bio-Produkte, die saisonal und regional sind, geachtet. Die Speisekarte ist ein bunter Mix aus unterschiedlichen Stilrichtungen, wirkt jedoch liebevoll zusammengestellt. In Anlehnung an den Namensgeber gibt es einige osteuropäische Speisen, z.B. Borschtsch oder Pelmeni. Auch wir probieren einige unterschiedliche Pelmeni mit saurer Sahne, dazu die hausgemachte Limetten-Limonade. Schmeckt alles ausgezeichnet und erinnert mich daran, dass ich auch außerhalb der Tour bald mal wieder herkommen und den idyllischen Innenhof genießen sollte.

Dreierlei Pelmeni im Raskolnikoff

Für uns geht es nun quasi von Russland nach England, was in der Neustadt zum Glück nur eine Straßenecke voneinander entfernt ist. Denn direkt ums Eck in der Martin-Luther-Straße liegt der Tearoom, Buch- und Spezialitätenladen England, England. Die Besitzerin hat einige Jahre in England gelebt und sich nach der Rückkehr nach Dresden ihren Traum vom original englischen Café erfüllt, in das man zur klassischen Tea Time, aber natürlich auch einfach so auf ein Stück Kuchen oder ein Sandwich einkehren kann. Daneben gibt es britische Produkte zum Mitnehmen, englischsprachige Literatur und es finden regelmäßig Lesungen und kleine Konzerte statt. Der Tearoom lohnt in jedem Fall einen Besuch, nicht nur der heimeligen Atmosphäre mit Blümchentapete und Häkeldeckchen wegen, sondern... vor allem wegen des Carrot Cake! Einen so saftigen, würzigen, intensiven Carrot Cake mit traumhaft sündigem Frosting habe ich jedenfalls noch nie gegessen... ein Traum und wohl mein kulinarisches Highlight der ganzen Tour!


Ist es nicht hinreißend? Tearoom England, England

Ich bin mir sicher: Der beste Carrot Cake Dresdens!

Nach so viel Süßigkeiten geht es würzig weiter - direkt über die Straße im Zaffaran Gewürzatelier. Hier finden sich eine umfassende Auswahl von 200 Einzelgewürzen aus aller Welt, verschiedenste Sorten Salz und Pfeffer, aber auch Curry- und andere Gewürzmischungen, Dips und Saucen. Im Zaffaran habe ich früher schon häufiger eingekauft und freue mich, den Laden wieder einmal zu besuchen - jetzt liegt er mir leider nicht gerade auf dem Weg, so dass ich seit meiner Rückkehr nach Dresden tatsächlich noch nicht wieder dort war. Auch dieses Mal muss ich mich stark zusammenreißen, um nicht astronomische Summen für Gewürze auszugeben. Immer schön an die ohnehin aus allen Nähten platzenden Küchenschränke zuhause denken... Auch hier gibt es viele Gewürze, Gewürzmischungen, Aufstriche, Pasten und Saucen mit Brot zum Probieren. Es handelt sich dabei jedoch nicht um für uns speziell zusammengestellte Probier-Portionen, sondern um die Verkostungsmöglichkeiten, die es immer für Besucher des Ladens gibt. Mich begeistert insbesondere die Mango Chipotle Salsa, aber Vorsicht - hot!

Im Zaffaran Gewürzatelier

...wo soll man da nur zuerst zuschlagen?

Anschließend brechen wir zur letzten Station unserer Tour auf, die uns zur kleinen Confiserie Dresdner Schokoladenhandwerk an der Bautzner Straße führt. Die Inhaberin stammt aus Marokko, was man auch anhand der zahlreichen Gewürze, die in ihren Schokoladen-Kreationen Verwendung finden, erahnen kann. Wir probieren Chili-Schokolade sowie Himbeer-Pralinen mit Ganache-Füllung, und alles schmeckt absolut fantastisch. So richtig im siebten Himmel bin ich jedoch, als ich die Vollmilchschokolade mit Kaffee und Kardamom sowie die weiße Schokolade mit Maracuja und Mohn probiere (auch hier gibt es von fast allem Kostproben, die für Kunden bereit stehen). Davon muss jeweils eine Tafel mit... und den Laden, den ich ebenfalls noch nicht kannte, besuche ich ganz sicher wieder!

Himbeer-Ganache-Pralinen von Dresdner Schokoladenhandwerk

Damit sind wir auch am Ende unserer Tour angelangt... ein durchaus gelungener Neustadtspaziergang, kombiniert mit vielen Leckereien, gleichzeitig jedoch auch von der Umsetzung her etwas schwächer als die fantastischen Touren, die wir bereits in Rom und Ljubljana erlebt hatten. Positiv in Dresden war die sehr vielfältige Auswahl der Stationen, auch die Speisen waren von durchweg sehr hoher Qualität, und extrem lobenswert ist auch das kleine Booklet mit Infos zu allen Stationen, das wir mitnehmen konnten... das erleichtert es auch ungemein, einige Monate später über die Tour zu schreiben ;-) Etwas weniger gut bleiben uns die Gruppengröße, unser Guide sowie die ungleichmäßige Verteilung der Stationen im Gedächtnis - erst 1,5 Stunden mit knurrendem Magen, dann sechs Probier-Portionen in 1,5 Stunden. Da könnte man den Weg vielleicht etwas anders legen... Kann ich die Tour also insgesamt empfehlen? Ja - wenn auch mit diesen Einschränkungen. In jedem Fall war es spannend, einmal einen Tag auf "Touristenpfaden" in der Heimat zu verbringen, Altbekanntes wiederzuentdecken und Neues kennenzulernen. Danke an Eat the World für die abwechslungsreiche Tour!

*Es gibt auch noch andere Restaurants und Läden, die ab und zu Stationen der Neustadttour sind. Die Zusammenstellung wechselt. Also nicht wundern, wenn ihr die Tour buchen solltet und zu ganz anderen Fleckchen geführt werdet als wir ;-)

**Der Artikel gibt meine persönliche Meinung wieder und ist in keiner Weise mit Eat the World oder den Stationen der Tour abgestimmt oder von ihnen gesponsert. Ich bin nicht zur Tour eingeladen worden, sondern habe sie privat geschenkt bekommen und gebucht.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Ein Klassiker: Caesar Salad

Heute habe ich euch das Rezept für einen richtigen Klassiker mitgebracht: den Caesar Salad. Der inzwischen weltberühmte Salat wurde der Legende nach im Jahr 1924 von einem gebürtigen Italiener namens Cesare in seinem Restaurant im mexikanischen Tijuana erfunden. Heutzutage wird er quasi international aufgetischt - nicht immer jedoch in bestechender Qualität. Ich denke, fast jeder von uns hat schon einmal einen in undefinierbarem Dressing ertränkten Salat vorgesetzt bekommen, dessen einzige Remineszenz an den Caesar Salad einige gebratene Hähnchenbruststreifen oder Garnelen waren - traurig. Zeit also, sich den Salat-Klassiker einmal genauer anzuschauen und in der eigenen Küche herzustellen...


...dabei wurde mein Tun kritisch beäugt, denn mein Freund ist ein großer Fan dieses Salats, probiert ihn sehr oft in unterschiedlichsten Restaurants und hat sein Bild des perfekten Caesar Salads auf jeden Fall im Kopf ;-) Doch ich habe mich mutig der Herausforderung gestellt und mich angeschickt, einen Salat zu kreieren, der es in sein Ranking der besten bisher gegessenen Vertreter dieser Salatgattung schafft. Und siehe da: Versuch geglückt! Der Caesar Salad ist in vielerlei Hinsicht anders als viele Salate, denn er ist weder ein Kalorien-Leichtgewicht (wie auch mit mayo-artigem Dressing, Fleisch, in Butter gebratenen Croûtons und Parmesan?) noch schnell mal eben nebenbei aus dem Handgelenk geschüttelt. Insbesondere das berühmte Dressing braucht seine Zeit. Es lohnt sich dennoch, es einmal selbst auszuprobieren, denn so kann man sicher sein, wirklich einen Salat von ausgezeichneter Qualität zu bekommen :-)

Im Vergleich zum Klassiker habe ich nur zwei Änderungen vorgenommen: Statt des Römersalats habe ich Eisbergsalat verwendet, da ich diesen gerade mit meiner Gemüsekiste geliefert bekommen hatte und verwerten wollte. Außerdem habe ich die Hähnchenbrustfilets vor dem Braten in Sesam gewendet, was uns sehr gut geschmeckt hat.

Rezept
für zwei Personen als Hauptgericht

für das Dressing
2 sehr frische Eigelb (Größe M)
1 TL mittelscharfer Senf
1 EL Sherryessig oder Weißweinessig
1 EL Zitronensaft
100ml Erdnussöl oder Sonnenblumenöl
3 Sardellenfilets
1 EL Kapern
Salz, Pfeffer aus der Mühle

für den Salat
1 kleiner Eisbergsalat
2 Scheiben Toastbrot
2 EL Butter
2 Hähnchenbrustfilets
4 EL Sesam
2 EL Erdnussöl oder Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle
100g Parmesan  

Wichtig: Alle Zutaten für das Dressing müssen Zimmertemperatur haben, daher unbedingt ca. eine Stunde, bevor ihr loslegen wollt, aus dem Kühlschrank nehmen!

Für das Dressing Eigelbe, Senf, Essig und Zitronensaft in einen hohen Messbecher geben. Mit dem Pürierstab auf niedrigster Stufe vermixen, dabei das Öl erst tröpfchenweise, dann in dünnem Strahl zugeben und immer schön weitermixen. Irgendwann (bei mir ca. 2 - 3 Min., nachdem ich fertig war, das Öl zuzugeben) entsteht eine dickliche Mayonnaise. Dann den Pürierstab langsam hochziehen, 50 ml Wasser zugeben und erneut auf niedrigster Stufe untermixen. Sardellenfilets und Kapern abspülen, abtropfen lassen, Sardellen grob hacken und alles zur Mayo geben. Ebenfalls auf niedrigster Stufe untermixen. Dressing mit Salz und Pfeffer abschmecken und bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Salat putzen, in Streifen schneiden, waschen und trockenschleudern. Hähnchenbrustfilets waschen, trockentupfen und von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Sesam in einen tiefen Teller geben, Fleisch darin wenden. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Filets darin bei mittelhoher Hitze von jeder Seite 2 Minuten anbraten. Dann Hähnchenbrustfilets auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und 10 Minuten im Ofen garen. Aus dem Ofen nehmen, in Scheiben schneiden und etwas auskühlen lassen.

Toastbrotscheiben in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen und Brotwürfel darin bei mittlerer Hitze goldbraun braten, dann leicht salzen. Parmesan in grobe Späne reiben.

Zum Servieren den Salat mit zwei Dritteln des Dressings mischen. Salat auf Teller verteilen, darauf Hähnchenscheiben und Croûtons geben. Etwas Dressing darüber träufeln und mit Pfeffer übermahlen. Zum Schluss Parmesanspäne darüber streuen und sofort servieren.

Quelle
aus verschiedenen Rezepten kombiniert

Sonntag, 10. Juli 2016

Erdbeer-Stracciatella-Tiramisu

Passend zum Sonntag habe ich heute ein sündig-leckeres Sommerdessert für euch: Es gibt Erdbeer-Stracciatella-Tiramisu! Vielerorts geht die Erdbeer-Saison gerade zuende, und auch hier werde ich wohl nur noch ca. 1 - 2 Wochen lang saftig-süße, regionale Erdbeeren kaufen können... Ende der Spargel-Saison hin oder her, das Verschwinden der leckeren Erdbeeren bis zum nächsten Jahr ist doch die wahre Tragödie, oder nicht? Zum Glück habe ich ja eine Erdbeer-Pflanze auf dem Balkon, die gerade, man höre und staune, ihre zweite Beere ausbrütet ;-) Aber Spaß beiseite, wenn ihr noch welche bekommt, dann schnappt euch doch die letzten Erdbeeren und macht ein leckeres Tiramisu daraus! Das ist mindestens so gehaltvoll wie Kuchen und gleichzeitig aus dem Kühlschrank so erfrischend wie Eis, also die perfekte Sonntags-Leckerei für euch...


Bei diesem Rezept habe ich mal wieder etwas improvisiert, Grundlage war das Rezept für Himbeer-Quark-Tiramisu, das ich bereits vor Jahren gebloggt und seitdem häufiger für Feiern zubereitet habe. Auch dieses Mal habe ich die Mascarpone zu einem Teil durch Quark ersetzt, was einen schönen frischen Geschmack gibt, der wunderbar mit den Früchten harmoniert... nur dass ich hier im Gegensatz zu meinem Ausgangsrezept Erdbeeren und nicht Himbeeren verwendet habe. Außerdem habe ich noch fein gehackte dunkle Schokolade unter die Creme gerührt, was für einen schönen Crunch sorgt. Und als letzte kleine Abwandlung habe ich die Löffelbiskuits dieses Mal nicht mit einer Mischung aus Espresso und Amaretto, sondern mit Amaretto und Orangensaft getränkt, das macht es noch mal frischer und fruchtiger. Wer das Tiramisu ganz ohne Alkohol zubereiten möchte, kann auch den Amaretto weglassen und dafür ein paar Esslöffel mehr Orangensaft verwenden. Und wer es klassisch magt, nimmt eben doch Espresso und Amaretto :-)


Das Tiramisu habe ich auch dieses Mal für eine Gartenfeier vorbereitet, und als es serviert wurde, war es schon so dunkel, dass ich keine Fotos von einem Tiramisu-Stück machen konnte. Stattdessen gibt es in diesem Artikel mal ein paar authentische Action-Fotos vom Tiramisu-Entstehungsprozess in meiner Küche :-)


Rezept
für ca. 8 - 10 Portionen

200g Erdbeeren
500g Mascarpone
500g Magerquark
80g Zucker
3 TL Vanillezucker
16 - 20 Löffelbiskuits
4 EL Amaretto
4 EL frisch gepresster Orangensaft (von 2 Orangen)
100g Zartbitterschokolade
Backkakao zum Bestäuben

In einer Schüssel Mascarpone, Magerquark, Zucker und Vanillezucker verrühren. Erdbeeren waschen, putzen, in kleine Würfel schneiden und unterheben. Schokolade fein hacken und ebenfalls unterheben.

Orangen auspressen, Orangensaft mit Amaretto verrühren. Löffelbiskuits in eine viereckige Form (meine war 15x20 cm) legen und mit der Orangensaft-Amaretto-Mischung einpinseln. Erdbeer-Schoko-Creme darauf geben und glattstreichen. Tiramisu mit Backkakao bestäuben.

Dann Tiramisu mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens vier Stunden, am besten jedoch über Nacht, in den Kühlschrank stellen. Je länger ihr es durchziehen lasst, desto saftiger wird es!

Quelle
eigenes Rezept

Montag, 4. Juli 2016

[Monatsrückblick] Spices of June 2016

Völlig wie im Flug ist der Juni vergangen! Das war aber auch von vornherein klar, denn er war so richtig vollgestopft mit lauter Veranstaltungen, kleinen und großen Events und anderen Höhepunkten. Das war absolut toll und ich habe den Monat so richtig genossen und ausgekostet. Manchmal allerdings war ich von der hohen Erlebnisdichte doch fast schon ein wenig geschafft und hab mich auch mal nach der ein oder anderen Auszeit auf der heimischen Couch gesehnt - die ich mir dann aber auch gegönnt habe. Insgesamt ein genialer Monat, in dem sich schon soooooooooo viele tolle Sommermomente fanden - ja, im Gegensatz zu weiten Teilen Deutschlands, die im Juni immer wieder im Regen versanken, war das Wetter in Dresden die meiste Zeit über nämlich recht passabel bis herrlich sommerlich...


[Rückblick] Spices of June 2016

...in meiner Küche

Im Juni hieß es mal wieder Abschiednehmen von Spargel und Rhabarber - wir sehen uns im nächsten Jahr! In diesem Jahr habe ich dies jedoch ohne allzu große Wehmut oder Last-Minute-Panik-Attacken à la "Waaaaaaaah, morgen ist Johannistag und ich habe noch 376 Spargelrezepte auf meiner Liste...!" getan ;-) In die ganz große Spargelstimmung bin ich dieses Jahr nämlich irgendwie nicht gekommen, was aber ok ist - einige leckere Spargelgerichte habe ich genossen, und dann war ich damit auch durch... es ist eben nicht ein Jahr wie das andere. Den Rhabarber habe ich dafür ordentlich ausgekostet und auch noch einige Gläser von Christinas genialem Rhabarber-Ketchup im Vorratsschrank, so dass der Abschied ebenfalls nicht so schwer fiel.

Topfenknödel mit Rhabarber-Himbeer-Kompott und Bröseln (2015)

Ansonsten ist das kulinarische Motto im Moment ja: Aus dem Vollen schöpfen! In meiner Gemüsekiste finde ich jede Woche eine große regionale Sommergemüse-Auswahl vor, von jungen, süßen Möhren über knackige Gurken, frische Salate bis hin zu den von mir besonders geliebten grünen Bohnen (grüne Bohnen mit ordentlich Bohnenkraut und Dill sind für mich DAS Sommergemüse, egal ob im Salat, als Beilage oder Eintopf!). Auch Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren sowie seit dieser Woche Kirschen kann ich frisch und regional bestellen. Und wenn dann erst noch die Tomaten kommen... Ach, ich bin gerade im großen Obst- und Gemüseglück! :-)

Ofenlachs mit Gemüse & Kartoffeln im Portugal-Urlaub

Der Monat stand natürlich auch im Zeichen von Fisch und Meeresfrüchten - in unserem Urlaub in Portugal haben wir nicht nur in Restaurants reichlich davon gegessen, sondern auch in unserer Ferienhaus-Küche fantastischen Fisch mit Ofengemüse sowie aromatische Knoblauch-Gambas mit Pasta zubereitet. Da kam richtiges Urlaubsgefühl auf! Weiterhin ganz groß im Juni: Essen zum Mitnehmen für Feiern und Picknicks - ob Nudelsalat, Tiramisu mit Früchten, Sandwiches oder Spieße. Einige dieser Rezepte zeige ich euch natürlich noch in der nächsten Zeit!

Picknick-Vorbereitungen für Klassik airleben im Rosental (Leipzig)

...und außerhalb der Küche

Vor einigen Tagen feierte mein Blog Geburtstag und ist nun mittlerweile stolze sechs Jahre alt. In diesem Jahr habe ich darum bis auf einen Facebook-Post wenig Aufhebens gemacht - kein extra Artikel, kein Gewinnspiel oder sonstige Aktionen. Das soll aber nicht heißen, dass ich keine Freude mehr am Blog hätte - ganz im Gegenteil. Im letzten Jahr hat er mir so viel Freude bereitet wie davor schon einige Jahre nicht mehr. Einer der Gründe dafür ist, dass ich mein "Portfolio" etwas erweitert habe und nicht mehr nur über Rezepte, sondern auch über Reisen, kulinarische Veranstaltungen und andere Themen rund ums Kochen und Essen schreibe (z.B. Testberichte Gemüsekiste, Kochboxen, etc.). Diese Beiträge machen mir unheimlich viel Spaß und es wird auch zukünftig welche davon geben, auch wenn weiterhin die Rezepte im Fokus stehen und Artikel ohne Rezept die absolute Ausnahme sein sollen. Zum anderen fotografiere ich ja seit einigen Monaten endlich mit einer ordentlichen Spiegelreflexkamera und auch wenn es in dieser Hinsicht noch viel zu tun gibt (sowohl was mein Auge für den Bildaufbau und das Gefühl für den Umgang mit der Kamera, als auch was die Technik und das Zubehör für die Fotos angeht), freue ich mich über die Fortschritte, die ich mache, und lerne kontinuierlich hinzu - hauptsächlich mit diesem wirklich hilfreichen Buch für DSLR-Einsteiger. Im Moment bin ich also so mit meinem Content, der Fotografie, etc. beschäftigt, dass ich mich mit einer Geburtstagsparty für den Blog gar nicht groß "aufhalten" wollte ;-)


Einige hatten es sicher auf Facebook schon mitbekommen - diesen Monat ging es für uns endlich mal wieder in den Urlaub :-) Für acht Tage waren wir in Portugal unterwegs. Der Weg führte uns zuerst nach Lissabon. Diese tolle Stadt hatten wir vor 1,5 Jahren schon einmal besucht, aber noch längst nicht genug von ihr, so dass wir dort dieses Mal wieder zwei Tage verbrachten. Anschließend zog es uns in den Norden von Portugal, wo wir einige Tage in einem schönen Ferienhaus in der Nähe von Porto verbrachten und uns diese tolle Stadt, das Dourotal, die Serra da Estrela und die Atlantikküste anschauten. Mehr zum Urlaub und zu den kulinarischen Köstlichkeiten, die wir probiert haben, gibt es bald in meinen Reiseberichten!


Apropos Reisen... nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, oder? Und deswegen sind wir auch schon mittendrin, die nächste Reise für Ende September/Anfang Oktober zu planen. Gestern haben wir unsere Flüge gebucht und ich bin nun schon ziemlich aufgeregt... denn es geht für zehn Tage nach New York!!! Die Stadt habe ich schon einmal vor mittlerweile fast 20 Jahren besucht, damals im zarten Altern von 10 Jahren, und trotzdem ich noch so jung war, habe ich noch so viele lebendige Erinnerungen an diese Reise wie an kaum eine andere aus meiner Kindheit und Jugend. Nun freue ich mich riesig, endlich in diese tolle Stadt zurückzukehren, und meine Zeit dort noch besser zu nutzen als damals, als ich nicht mit zur Shoppingtour kam, um stattdessen im Hotelzimmer Gameboy zu spielen :-D Wart ihr schon mal in New York? Dann freue ich mich riesig über eure Tipps :-)

[Ausblick] Spices of July 2016

Im Juli freue ich mich auf...

...ein bisschen mehr Ruhe, Entspannung und Zeit für mich als im Juni.

...die Gelegenheit, endlich wieder regelmäßig zum Sport zu gehen, nachdem ich es die letzten 1,5 Monate über doch arg schleifen lassen habe bzw. lassen musste.

...darauf, mir den Sommer in diesem Jahr etwas für die kalte Jahreszeit zu konservieren, indem ich ein paar Einkoch-Projekte angehe. Neben den Klassikern Marmelade und Chutney schweben mir u.a. noch getrocknete Tomaten und Honig-Senf-Gurken vor.

...und natürlich auf die Planung unserer New York-Reise, ich kann es kaum erwarten!

*Alle Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf meiner persönlichen Meinung und sind nicht gesponsort.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Knusprige Filoteig-Törtchen mit Möhren und roten Linsen

In den letzten Wochen ist es leider etwas ruhig hier auf dem Blog - das liegt daran, dass der Juni außerhalb des Blogs ein ganz und gar nicht ruhiger Monat ist! Wie das im Sommer häufig so ist, jagt ein "Event" das nächste... Ein Geburtstag hier, ein Polterabend da, eine Gartenparty dort, dazu Picknicks, Grillabende, in letzter Zeit selbstverständlich das ein oder andere Fußballspiel und natürlich unser wunderschöner Urlaub in Portugal (um den es aber noch in einem eigenen Artikel gehen wird). So sehr ich die letzten Wochen genossen habe, freue ich mich doch auch ein bisschen darauf, wenn der Juli vielleicht einen kleinen Tick ruhiger wird, ich mich wieder mehr in meiner Küche austoben und auf dem Blog darüber berichten kann :-)

Nachdem ich euch im letzten Artikel schon von meinem Ausflug zum Food Blog Day nach Berlin Ende Mai erzählt hatte, gibt es heute ein Rezept, das ich von dort mitgebracht und zuhause noch einmal nachgekocht habe, weil es so gut war. Beim Foodstyling-Workshop mit Maggi und Aurélie von Französisch kochen hatten Lisa vom Kleinstadtloft und ich spontan leckere Filoteig-Törtchen mit einer Füllung aus grünem Spargel, roten Linsen, Frischkäse, Ei und Kräutern kreiert, angerichtet, fotografiert und natürlich auch verspeist. Da mich unsere Kreation absolut überzeugt hat und ich nach meiner Filoteig-Premiere noch weiter probieren wollte, ob ich mit diesem Teig gut klar komme, habe ich die Törtchen noch einmal zuhause gemacht und euch das Rezept aufgeschrieben.


Einziges Problem: Obwohl es noch vor dem Johannistag war, habe ich leider keinen grünen Spargel bekommen - ich denke, die Spargel-Hamsterkäufer waren vor mir unterwegs und haben alles eingesackt ;-) Zuerst war ich ein bisschen traurig, dann habe ich mir aber schnell eine Alternative überlegt. In meiner Bio-Gemüsekiste hatte ich letzte Woche wunderbare junge und ganz süße Möhren, die ich stattdessen für die Törtchen verarbeitet habe. Mit roten Linsen, Frischkäse & Co. harmonierten sie auch ganz wunderbar.

Egal, ob ihr wie ich eure Filoteig-Premiere feiern wollt oder schon versierter im Umgang mit den hauchdünnen Teigblättern seid - dieses Rezept kann ich euch sehr ans Herz legen. Zusammen mit einem erfrischenden Salat schmeckt es besonders gut!

Rezept
für 6 muffingroße Törtchen (je nach Hunger und Beilage für 2 - 3 Personen)

1 Packung frischer Filoteig/Yufkateig (aus dem Kühlregal)*
30g Butter
3 - 4 junge Möhren
50g rote Linsen
150g Frischkäse
1 Ei
je 1 Zweig Rosmarin und Thymian
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Butter in einem kleinen Topf über mittlerer Hitze schmelzen und vom Herd ziehen. Filoteig-Blätter so zerteilen, dass ihr 18 Quadrate von je ca. 10 cm Seitenlänge erhaltet (restlichen Filoteig luftdicht verpacken, im Kühlschrank aufbewahren und anderweitig verwenden).

Ein Muffinblech zur Hand nehmen. Jede der sechs benötigten Mulden soll mit drei Filoteig-Quadraten ausgekleidet werden. Jedes Filoteig-Quadrat dünn mit zerlassener Butter einpinseln, bevor ihr es in den Mulden platziert. Die drei Blätter pro Mulde jeweils leicht überlappend hineinlegen, so dass eventuelle Risse am Boden von der nächsten Teigschicht überdeckt werden und die Ränder der Teigblätter überstehen.

Rote Linsen nach Packungsanweisung in kochendem Wasser ca. 10 Min. bissfest kochen, dann abgießen. Von den Möhren beide Enden sparsam abschneiden, Möhren schälen. Möhren längs je nach Dicke ein- oder zweimal komplett durchschneiden und die so entstandenen Längs-Scheiben erneut längs in sehr dünne Streifen (ca. 2 mm Dicke) schneiden. Ggf. auch einmal quer halbieren, falls eure Möhren sehr groß sind. Wer in den Törtchen etwas Biss haben möchte, bäckt die Möhren, ohne sie vorher zu garen. Wer es lieber etwas weicher mag, gart die Streifen 2 - 3 Minuten in kochendem Wasser.

Möhrenstreifen und gegarte rote Linsen in eine Schüssel geben. Frischkäse und Ei dazu geben und alles gut vermischen. Kräuter waschen, trocken schütteln, Blättchen von den Stielen zupfen und fein hacken. Ebenfalls unter die Füllung mischen. Füllung mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken und in die vorbereiteten Filoteig-Törtchen füllen.

Törtchen in den Ofen schieben und ca. 20 Min. backen, bis der Teig knusprig und die Füllung fest ist. ggf. wird der Teig schon eher recht dunkel (unbedingt nach 10 und 15 Minuten mal checken), dann Törtchen mit Alufolie abdecken und fertig backen. Am besten gleich mit einem gemischten Salat servieren, dann sind sie richtig schön knusprig und schmecken am besten.

*Für das Rezept benötigt ihr vermutlich nicht die gesamte Packung Teig. Er hält sich luftdicht verpackt noch einige Tage im Kühlschrank. 

Quelle
eigenes Rezept  

Dienstag, 21. Juni 2016

Unterwegs auf dem Food Blog Day in Berlin

Zugegeben, Events für Foodblogger gibt es nicht gerade sooooooo wenige - aber der Food Blog Day, der dieses Jahr zum zweiten Mal vom Burda-Verlag in Zusammenarbeit mit vielen Koopeationspartnern (u.a. All you need fresh, Kahla Porzellan, Maggi, Alpro, etc.) veranstaltet wurde, dürfte in der Fülle der angebotenen Veranstaltungen doch noch einmal etwas besonderes sein. Denn er bietet einen ganzen Tag lang eine große Anzahl von spannenden Workshops, bei denen sich jeder Blogger seinen persönlichen "Stundenplan" ganz nach Geschmack zusammenstellen kann. Ob man sich eher mit Foodstyling oder Youtube-Videos beschäftigen möchte, lieber die Chefredaktion der Burda-Kochzeitschriften treffen oder selbst am Herd stehen mag, bleibt jedem selbst überlassen. Ein tolles Konzept, wie ich finde! Nachdem ich letztes Jahr leider urlaubsbedingt nicht dabei sein konnte, habe ich mir in diesem Jahr direkt nach Erhalt der Einladung einen Platz für den Food Blog Day am 28. Mai in Berlin gesichert. In den Wochen davor und danach war der Food Blog Day übrigens auch in Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf zu Gast.


Anmeldung und Workshop-Auswahl

Nach der Anmeldung hieß es schnell sein, denn einige Workshops sind sehr begehrt, und wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Leider erlebte ich dann auch gleich die erste kleine Enttäuschung: Die beiden Workshops, die mich am allermeisten interessierten, nämlich Foodstyling & Foodfotografie mit Kahla Porzella und Denise von Foodlovin sowie der Workshop zum Thema Kreativstrategie, waren quasi sofort ausgebucht und blieben es auch, obwohl ich in den Wochen bis zum Termin immer mal schaute, ob nicht doch noch einmal Plätze für Nachrücker frei geworden sind. Die Enttäuschung war jedoch nur von kurzer Dauer, denn ich habe es dennoch geschafft, mir ein spannendes Workshop-Programm zusammenzustellen, mit dem ich im Nachhinein sehr glücklich war. Aber dazu etwas später mehr...

Begrüßungs-Event im Stilwerk

Gegen 9 Uhr fand ich mich am 28. Mai im Stilwerk an der Kantstraße ein, einem Mekka für Interior-Design-Fans mit insgesamt 52 verschiedenen Designer-Shops. In der fünften Etage erwartete mich ein großer Veranstaltungsraum mit angrenzender Dachterrasse und tollem Blick über Berlin. Außerdem warteten natürlich... die anderen Teilnehmer! Ich war allein angereist und kannte auch erst einmal niemanden. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich direkt bei der Registrierung Jana vom Blog go healthy kennengelernt und erfahren habe, dass sie wie ich aus Dresden angereist ist. Wenn man schon in Dresden selbst kaum anderen Foodbloggern begegnet... klappt es wenigstens in Berlin! Gemeinsam machten wir uns auf zum Frühstücksbuffet, für das Seedheart gesorgt hatte...


Sowohl der Joghurt mit Früchten und ihren roh-veganen Müslimischungen als auch die Powerkugeln (mein Favorit: Matcha-Vanille-Kokos!) waren sehr lecker. Netterweise gab es auch noch ein Päckchen Very Berry Müsli mit Gojibeeren, Maulbeeren, Weißmohn, Hirse, Leinsamen, Quinoa und Amaranth zum Mitnehmen für mich. Nach der tollen Stärkung und weiteren netten Gesprächen startete der Einführungsvortrag vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel und anschließend machten sich die Teilnehmer auf zu ihren Workshops, die in verschiedenen Locations in Berlin stattfanden.



Maggimania! Foodstyling-Workshop mit Aurélie Bastian

Wie oben schon erwähnt, hatte ich leider keinen Platz für den Foodstyling-Workshop mit Kahla Porzella und Denise von Foodlovin mehr bekommen. Doch bei genauerem Studieren des Workshop-Programms stellte sich heraus, dass es einen Workshop gab, der das zumindest teilweise zu kompensieren versprach: Der Maggimania!-Workshop von Maggi zusammen mit Foodstylistin und Kochbuchautorin Aurélie von Französisch kochen. Möglicherweise haben viele andere Teilnehmer diesen Workshop nicht gewählt, da sie sich unter dem Titel Maggimania! etwas anderes vorgestellt haben oder vielleicht auch von der Kooperation mit Maggi leicht "abgeschreckt" waren. Auch ich machte mich aus denselben Gründen etwas skeptisch auf den Weg zum Küchenstudio Warendorf Küchen am Ku'damm. Doch die Skepsis erwies sich als unbegründet... der Workshop war toll!

Zwar stellten uns die netten Damen von Maggi zu Beginn kurz ihre neuen Fix-Tütchen-Kreationen vor (gesünder, mehr Gemüse, besser geeignet für Familien mit Kindern) und wir konnten diese auch bereits fertig zubereitet verkosten. Ich muss jedoch gestehen, dass ich selbst (wie sicherlich die meisten Foodblogger) nicht mit Fix-Tütchen koche und es auch zukünftig nicht tun werde - von daher eine mutige Entscheidung von Maggi, sich auf dem Food Blog Day zu präsentieren. Auch verstehe ich zugegebenermaßen die Zielgruppe der Fix-Tütchen nicht wirklich - Leute, die sich Zeit nehmen, um noch jede Menge frische Zutaten dazu einzukaufen und damit zu kochen, dann aber Angst vorm Würzen haben?! Hm... lässt mich etwas ratlos zurück, aber schön, wenn für Maggi und ihre Kunden das Konzept aufgeht. Sei's drum, denn von nun an wurde es super!


Uns erwarteten bei Warendorf Küchen nämlich eine super ausgestattete Küche sowie ein Tisch vollgepackt mit frischen und tollen Lebensmitteln. Und dann hieß es: Hier ist eure Spielwiese, schnappt euch die Zutaten, kocht was ihr wollt - und im Anschluss wird angerichtet und fotografiert! Nach einer kurzen Phase überforderter Entscheidungsfindung entschieden sich Lisa vom Kleinstadtloft und ich, gemeinsam ein Gericht in Angriff zu nehmen. Sofort angetan hatte es uns der Filoteig, mit dem wir beide noch nie experimentiert hatten. Und so entstanden Freestyle-Filoteig-Törtchen mit einer Füllung aus grünem Spargel, roten Linsen, Frischkäse, Eiern, Kräutern und Gewürzen. Bereits nach wenigen Minuten wurden die Törtchen im Ofen ansehnlich braun... Zeit, sie fürs Foto hübsch zu machen!


Hierbei unterstützte uns Aurélie, deren Blog und Fotos ich als Liebhaberin der französischen Küche schon lange schätze, mit Rat und Tat. Sie hatte eine große Anzahl verschiedener Hintergründe, Untergründe, Geschirr, Stoffe und auch Hilfsmittel wie z.B. Pinsel mit zum Workshop gebracht, aus denen wir uns nun bedienen durften. Wir entschieden uns dafür, die Törtchen auf einer Schieferplatte anzurichten, mit dem Pinsel eine Linie aus Frischkäse darauf zu ziehen, die Törtchen zu positionieren und dann mit den verwendeten Zutaten (Spargelspitzen, roten Linsen, Rosmarinzweigen) zu garnieren. Dann ging es ans Fotografieren sowohl unserer Törtchen als auch einiger Kreationen der anderen Workshop-Teilnehmer.


Einige Tipps von Aurélie mit meinen Worten zusammengefasst:

  • Für die Foodfotografie empfiehlt sie ein 50mm-Festbrennweiten-Objektiv, um schön mit der Tiefenunschärfe spielen zu können. Ich hatte bereits vor dem Workshop ein paar Mal mit einem solchen Objektiv experimentiert und war bereits sehr angetan. Der Workshop hat mich nun darin bestärkt, mir selbst ein solches Objektiv zuzulegen.
  • Wichtig ist es natürlich, dass ihr für die Fotos möglichst viel (natürliches!) Licht habt. Ein Punkt, der für mich gar nicht so einfach umzusetzen ist, denn meine Wohnung ist komplett nach Nordosten ausgerichtet, bietet also nur in den frühen Morgenstunden schönes Licht - eine Zeit, in der ich jedoch noch nicht sonderlich zum Fotografieren aufgelegt bin. Auch koche ich eher abends und das meist recht spät, zu wenig Licht ist daher immer ein Problem, das ich für mich noch nicht gelöst habe. (Zwar besitze ich zwei Softboxen, diese helfen mir aber nur bedingt, da mir die Lichtstimmung, die sie erzeugen, auf Fotos nicht so gut gefällt. Im Notfall, wenn ich ein an sich sehr gelungenes Essen sonst aufgrund der Lichtverhältnisse gar nicht fotografieren würde, kommen sie aber zum Einsatz.)
  • Beim Anrichten und Fotografieren hilft es ungemein, sich an der Drittelregel zu orientieren (dabei unterteilt man das Bild gedanklich in neun Rechtecke und platziert das Hauptmotiv auf einem der Schnittpunkte) und auch sonst ist die Zahl 3 eine große Hilfe - drei Törtchen, Kekse, Erdbeeren, etc. sehen immer besser aus als zwei oder vier.
  • Das Motiv sollte aufgeräumt sein, d.h. keine nicht dazu gehörenden Dinge mit im Bild, auch nicht im Hintergrund.
  • Der Betrachter muss das Gericht auf dem Bild "verstehen" - dazu hilft es zum einen, für einen Blog-Artikel nicht nur ein Foto des fertigen Gerichts zu machen, sondern auch mehrere Fotos des Entstehungsprozesses, d.h. Step by Step-Fotos (dabei ist es dann besonders wichtig, wie oben beschrieben das Motiv immer etwas aufzuräumen). Zum anderen sollte man das fertige Gericht nur mit Dingen dekorieren, die auch tatsächlich darin vorkommen - wie wir es bei unseren Törtchen mit den Spargelspitzen und den roten Linsen getan haben.
  • Und nicht zuletzt sollte das Motiv natürlich Appetit machen und den Betrachter quasi direkt dazu einladen, sich an den Tisch zu setzen und loszuessen - das gelingt am besten, wenn das Motiv nicht über-perfekt wirkt, sondern vielleicht schon die Spitze des Kuchenstücks mit der Gabel abgetrennt wurde oder sich ein paar Nudeln um die Gabel wickeln...

Nach diesem wunderbaren und lehrhaften Workshop haben wir unsere Törtchen natürlich auch verkostet... hmmmm, waren die gut! Anschließend hatte ich 1,5 Stunden Pause, die ich zum Sushi-Essen mit Jenny von Muffinqueen nutzte, bevor es zum nächsten Workshop ins Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz ging.


Mehr Herz und Bauch mit Alpro

Von diesem Workshop hatte ich vorher gar keine genaue Vorstellung - ich habe ihn vor allem gewählt, weil er zeitlich gut in mein Tagesprogramm gepasst hat. Im Nachhinein war ich sehr froh darüber, denn der Workshop mit Alpro lud uns nicht nur dazu ein, uns damit zu beschäftigen, was uns wirklich gut tut, sondern war auch eine willkommene Ruheinsel im doch recht hektischen Hin und Her des Food Blog Days. Bereits der zur Begrüßung gereichte Drink mit Kokoswasser und Zitrusfrüchten suggerierte sogleich: Hier geht's ums Wohfühlen! Verstärkt wurde dieser Aspekt im Laufe des Workshops noch durch nette Ideen wie feuchtwarme Tücher für die Hände oder aber das Verkosten verschiedener Desserts (alle aus Alpro-Produkten und Früchten) mit verbundenen Augen - gar nicht so einfach, darauf zu kommen, dass man gerade Ananas oder Himbeeren isst! Zwischendrin ging es in wirklich spannenden Diskussionsrunden darum, was uns am Bloggen gefällt und gut tut, was uns nicht gut tut und wie wir das für uns besser gestalten können.

Dieses Format lebt natürlich von diskussionsfreudigen, offenen Teilnehmern - zum Glück hatte sich hier zufällig eine sehr, sehr angenehme Runde zusammengefunden. Zum Abschied gab es nicht nur diverse Alpro-Produkte zum Testen mit nach Hause, sonder auch ein eigens gestaltetes Booklet mit "Achtsamkeits-Übungen" wie z.B.: Schreibe einem anderen Blogger einen netten Kommentar, warum du seinen/ihren Blog toll findest! oder Überlege dir ein einfaches Gericht und lade deine Freunde ein - es geht nicht darum, mit einem komplizierten Gericht oder tollen Fotos zu beeindrucken! Genießt einfach das simple, aber leckere Essen und eure Gesellschaft. Ich fand es toll von Alpro, dass sie auf dieses ganz andere Workshop-Konzept gesetzt haben, sich deutlich von anderen Workshops abgehoben haben und vor allem auch den Mut hatten, sich als Firma und ihre Produkte total zurückzunehmen und keine aggressive Werbung zu betreiben. Das waren sehr gelungene 90 Minuten!

Meet & Greet, Abendveranstaltung und Goodie Bag

Anschließend ging es für mich noch zum Meet & Greet mit der Chefredaktion der Burda-Kochzeitschriften (u.a. Lust auf Genuss, Sweet Dreams...). Dabei erhielten wir in kleiner Runde einen Einblick in den Entstehungsprozess der Zeitschriften und auch in die Möglichkeiten, wie wir als Blogger z.B. Rezepte und Bilder dazu beisteuern können. Dieses Gespräch bildete für mich den Abschluss des Food Blog Days - denn ich hatte leider im Vorfeld nicht mitbekommen, dass es eine Abendveranstaltung im Stilwerk gibt und hatte daher den Abend in Berlin bereits anderweitig verplant. Im nächsten Jahr lasse ich mir die Gelegenheit, den Abend mit den anderen Bloggern und den Partnern sowie Organisatoren des Food Blog Days ausklingen zu lassen, sicher nicht entgehen!

Im Nachgang des Food Blog Days bekamen wir noch ein sehr umfangreiches Goodie Bag per Post nach Hause geschickt. Darin befanden sich u.a. der BTW Magnesium Mineralizer, der Wasser entkalkt, entchlort und mit Magnesium anreichert, Porzellanschälchen von Kahla, ein Messer von Victorinox, diverse Probierpackungen von Produkten sowie ein Gutschein für den Online-Supermarkt All you need fresh. Leider habe ich meine Kiste mal wieder typisch abends im Dunkeln aufgerissen und ausgepackt, ohne den Inhalt zu fotografieren. Wer sich für Fotos der Abendveranstaltung und/oder des Goodie Bags interessiert, wird aber z.B. auf dem Blog Tell about it fündig.

Insgesamt war das ein sehr toller Tag und ich habe die Möglichkeit, in Workshops dazuzulernen und mit anderen Bloggern ins Gespräch zu kommen, sehr genossen! Ich freue mich schon auf die Neuauflage im nächsten Jahr :-) 

Montag, 6. Juni 2016

Erdbeer-Cheesecake mit Schokowaffel-Boden - ohne Backen!

Als ich Fotos von diesem Kuchen vor kurzem bei Facebook gepostet hatte, erreichten mich gleich einige Anfragen nach dem Rezept - und das ganz zurecht, wie ich finde, denn dieser Kuchen sieht nicht nur toll aus, sondern hat auch absolut genial geschmeckt! Daher will ich natürlich das Rezept nun auch nicht länger schuldig bleiben. Cheesecakes liebe ich sehr und im Sommer kommen sie mir in der Variante ohne Backen ganz besonders gelegen - weil sich die Küche durch den heißen Ofen nicht noch mehr aufheizt und natürlich auch, weil der Kuchen direkt aus dem Kühlschrank fast schon so erfrischend ist, als würde man ein Eis löffeln :-) Pluspunkt bei diesem Kuchen ist noch dazu, dass er ohne Gelatine auskommt, bei vielen ja eine nicht sonderlich beliebte Zutat. Durch die Mascarpone wird er ebenfalls ausreichend fest, um sich direkt aus dem Kühlschrank ohne großes Gematsche schneiden zu lassen. So fest wie der von mir ebenfalls sehr geschätzte Lime Cheesecake wird er jedoch nicht. Ihr solltet ihn, nachdem ihr euch einige Stücke abgeschnitten habt, daher auch immer wieder in den Kühlschrank stellen, damit sich später auch das zweite, dritte,... Stück ansehnlich portionieren lässt.


Ok, über Kalorien und die Bikinifigur dürfen wir alle bei diesem Kuchen nicht allzu sehr nachdenken, aber davon ab schmeckt er einfach himmlisch gut! Wie ein herrlich sahnig-cremiges Erdbeereis. Der knusprige Kekskrümel-Boden wird in diesem Fall aus Neapolitaner Waffeln gemacht, was für einen schönen schokoladigen Geschmack als Kontrast zu Erdbeeren, Mascarpone & Co. sorgt. Natürlich könnt ihr auch alle anderen Arten von Keksen oder Waffeln für den Boden verwenden, ob mit Schokolade oder ohne - es schmeckt sicher immer! Wir waren jedenfalls im siebten Kuchenhimmel und haben beim Kuchenessen einfach nur selig vor uns hingelächelt - ein toller Sommerkuchen, den ich jederzeit wieder machen würde :-)

Rezept
für eine kleine Springform (18 cm Durchmesser)

für den Boden
200g Mannerschnitten oder andere Neapolitaner Waffeln (ersatzweise andere Kekse oder Waffeln
)
75g Butter, geschmolzen

für die Füllung
400g Frischkäse natur, Doppelrahmstufe, zimmertemperiert (wichtig)
300g Mascarpone, ebenfalls zimmertemperiert
150g Puderzucker
ca. 300g Erdbeeren, gesäubert, vom Grün befreit und gewürfelt

Die Waffeln mit einem Nudelholz sehr fein zerkleinern oder mithilfe eines Zerkleinerers klein schreddern. Die Brösel mit der geschmolzenen Butter mischen, so dass sich eine Konsistenz nassen Sandes ergibt. Auf den Boden einer etwas höheren, 18 cm großen, mit Backpapier ausgelegten Springform geben und gut andrücken. Den Boden nun in den Kühlschrank stellen.

Frischkäse (Molke kurz etwas aus der Packung abtropfen lassen) und Mascarpone mit dem Handrührgerät cremig aufschlagen. Den Puderzucker darüber sieben und nur schnell einmixen. Die Erdbeerwürfel vorsichtig unterheben. Die Mascarponecreme anschließend auf den Kuchenboden füllen, alles an der Oberseite schön glatt streichen und über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.

Am nächsten Tag nach Belieben mit Erdbeeren, Pistazienstücken oder Minzeblättern dekorieren. Vorsichtig den Rand lösen und die Springform entfernen. Sollten noch Stücke übrig bleiben, unbedingt weiterhin im Kühlschrank lagern. Durch die fehlende Gelatine kann der Kuchen sonst recht weich werden. Was dem Geschmack keinen Abbruch tut, aber leichter schneiden lässt er sich nach einem Ausflug in den Kühlschrank.

Quelle
Zucker, Zimt & Liebe

Freitag, 3. Juni 2016

[Monatsrückblick] Spices of May 2016

Wow, schon wieder ist ein Monat vergangen! Der Mai brachte uns endlich schönes Frühlings-, an einigen Tagen sogar schon richtiges Sommerwetter - herrlich :-) Damit einher ging, wie in jedem Jahr, ein exponentieller Anstieg an Verabredungen zum Grillen, zum Picknick, an Open-Air-Veranstaltungen und ganz einfach an draußen verbrachten Nachmittagen und Abenden. Ich genieße das immer sehr, gleichzeitig bedeutet es jedoch, dass meine heimische Küche alljährlich von Mai bis etwa in den August hinein weniger gefragt ist als den Rest des Jahres über. Das tolle Wetter will schließlich genutzt werden! Dennoch gibt es natürlich auch in diesem Monat wieder ein bisschen was Kulinarisches zu erzählen:


[Rückblick] Spices of May 2016

...in meiner Küche

Wie schon erwähnt, diesen Monat blieb die Küche bei mir häufiger mal kalt oder aber es gab schnelle und bewährte Klassiker wie Pasta, Flammkuchen/Tarte oder Salate. Auch dem Spargel habe ich, auch wenn ich es etwas bedauere, diesen Monat schon so gut wie abgeschworen. Ich habe mich einfach (und ich hätte nie gedacht, dass das mal vorkommen würde...) im April schon dermaßen daran übergessen, dass die Ausbeute an Spargelgerichten im Mai eher kümmerlich war. Voraussichtlich wird es dieses Jahr also keine neuen Spargelrezepte mehr auf dem Blog geben - aber die nächste Saison kommt bestimmt!



Dafür habe ich mich diesen Monat umso mehr auf die ersten heimischen Erdbeeren gestürzt - so herrlich saftig und süß, dass ich wie jedes Jahr kaum genug davon kriegen kann! Und so gab es in den letzten Wochen u.a. einen herrlich cremigen Erdbeer-Cheesecake mit Schokowaffelboden (Rezept folgt in den nächsten Tagen), selbstgemachtes Erdbeereis, Erdbeerlimes, aber auch in den Salat fanden die Erdbeeren ihren Weg. Ich freue mich auf viele weitere Erdbeerrezepte in den nächsten Wochen und bin mir sicher, dass ich meine Lieblingsfrucht auf keinen Fall satt kriegen werde ;-)


Ein weiterer Star in meiner Küche im letzten Monat war zweifelsohne die Avocado. Ok das ist jetzt nichts Neues, ich liebe sie einfach! Ohne große Umstände kann man aus ihr, einer Scheibe gutem Brot und ein paar Gewürzen ein leckeres Sandwich zaubern, das noch toller schmeckt, wenn es obenauf ein Spiegelei oder sogar, ganz nobel, ein pochiertes Ei gibt. Aber Guacamole passt nicht nur aufs Brot - diesen Monat habe ich herausgefunden, dass sie auch in knusprig gebackenen Kartoffelschalen super schmeckt. Eine wirklich originelle Vorspeise, die ich total empfehlen kann!


Außerdem habe ich diesen Monat unheimlich tolle kulinarische Geschenke bekommen! Mein lieber Freund hat mich mit kulinarischen Erinnerungen an viele unserer Urlaube überrascht (eigens bestellt aus den jeweiligen Ländern!) - u.a. dem leckeren Rotwein Teran Prestige, den wir in Slowenien schätzen gelernt haben, den Trüffelspezialitäten des Restaurants Zigante in Livade (Istrien) oder dem Black Balsam aus Riga. Aus dem schönen Italien brachten mir meine Eltern außerdem bestes Olivenöl sowie Limoncello mit - so mag ich das! Nun wird es allerdings langsam Zeit, dass auch ich mich mal wieder auf Reisen begebe... Zum Glück steht das im Juni auf dem Plan :-)

...und außerhalb der Küche

Nach der Foodtour durch die Dresdner Neustadt Ende April war ich auch im Mai wieder kulinarisch in Dresden unterwegs - dieses Mal ganz im Zeichen der Schokolade! Im Camondas Schokoladenkontor haben wir an einer sehr informativen und kurzweiligen Schokoladenverkostung teilgenommen und ich habe dabei und in den darauffolgenden Wochen so einige neue Lieblingsschokoladen entdeckt. Den ausführlichen Bericht zur Verkostung findet ihr hier.


Schon lange einmal hatte ich vor, im Elements im Dresdner Industriegelände zu essen, wo es Sterneküche zumindest im Deli zu recht erschwinglichen Preisen gibt (im Restaurant sieht es natürlich etwas anders aus). Diesen Monat war es endlich soweit und wir haben es uns einen Abend lang gut gehen lassen - passenderweise am ersten warmen Abend des Jahres, so dass wir herrlich draußen sitzen konnten! Das Essen war wie zu erwarten ganz großes Kino - allem voran meine Vorspeise, ein Rote-Bete-Rhabarber-Salat mit Ziegenfrischkäse, Brotcroûtons und Wasabi-Dressing. Dass rote Bete und Meerrettich gut harmonieren, ist ja hinlänglich bekannt - umso überraschter war ich, dass mir bisher noch nie die Kombination rote Bete und Wasabi begegnet ist. Schmeckt jedenfalls sagenhaft gut!


Auch in die Sächsische Schweiz zog es mich endlich mal wieder und wir haben bei einer Wanderung die Gegend um den Großen und den Kleinen Zschirnstein unsicher gemacht. Auch wenn das Wetter leider sehr wechselhaft war, habe ich den Ausflug in die Natur doch sehr genossen und Lust bekommen, weitere Touren in Angriff zu nehmen.


Am letzten Wochenende schließlich verschlug es mich nach Berlin. Grund war der Foodblogday, ein Tag voller Workshops und Gettogheters, organisiert vom Burda Verlag. Mir hat der Tag super-gut gefallen, allen voran der Foodstyling- und Foodfotografie-Workshop mit Aurélie Bastian von Französisch kochen, sowie die Möglichkeit, andere Blogger kennenzulernen und sich auszutauschen. Der Foodblogday bekommt daher ebenfalls in Kürze noch einen eigenen Artikel. Den Ausflug nach Berlin habe ich dann gleich zu einem verlängerten Wochenende genutzt, Freunde besucht und am Sonntag bei herrlichem Wetter auch einmal Potsdam unsicher gemacht, wo ich noch nie war - ein großer Fehler, wie sich herausstellte. Sowohl das Holländische Viertel als auch der Park von Sanssouci haben einen super Eindruck hinterlassen!


[Ausblick] Spices of June 2016

Im Juni freue ich mich auf...

...Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Nektarinen, Pfirsiche, Melonen und anderes tolles Sommerobst!

...ein paar tolle private Ereignisse wie z.B. einen großen Polterabend und eine Gartenparty mit vielen Leuten, die weit verstreut wohnen und die ich daher sehr selten sehe.

...auf die größte Veranstaltung meines Ex-Arbeitgebers, nämlich die Open Air-Konzerte Klassik airleben im Rosental mit dem Gewandhausorchester in Leipzig.

...und auf unseren Urlaub! Nächsten Freitag geht es in den (hoffentlich) sonnigen Südwesten Europas, nämlich nach Portugal. Wir werden es uns zunächst mal wieder einige Tage im schönen Lissabon gut gehen lassen und machen uns anschließend auf den Weg zu unserem hübschen Ferienhäuschen in der Nähe von Porto. Ach, das wird großartig!

*Alle Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf meiner persönlichen Meinung und sind nicht gesponsort.

Sonntag, 22. Mai 2016

Im Paradies für Schokoholics: Schokoladenverkostung im Camondas Schokoladenkontor

Wie die meisten anderen Menschen auch liebe ich Schokolade - und da das natürlich auch von meinen lieben Mitmenschen nicht unbemerkt bleibt, bekam ich vor kurzem einen Gutschein für eine Schokoladenverkostung im Camondas Schokoladenkontor in Dresden geschenkt. In den drei Filialen von Camondas in der Dresdner Innenstadt gehe ich schon seit längerem liebend gern einkaufen, wenn ich ein schönes Geschenk suche oder mir selbst eine besondere Schokolade gönnen möchte. Das Konzept hat mich gleich überzeugt, denn die Macher von Camondas besuchen Chocolatiers in kleinen Manufakturen auf der ganzen Welt, von Frankreich oder Italien bis nach Ecuador oder Sao Tomé, und nehmen jene Schokoladen, Pralinen und andere Schokoladenprodukte, die sie besonders überzeugen, in ihr Sortiment auf. Die Läden sind sehr gemütlich und stimmig eingerichtet und verfügen über eine kleine Bar und Sitzecke, wo man sich Kaffeespezialitäten, heiße Schokoladen, flüssiges Nougat in der Waffel oder selbstgemachtes Schokoladeneis schmecken lassen kann. Weiterer Pluspunkt: Die Mitarbeiter von Camondas sind nicht einfach nur Verkäufer, sondern wirkliche Schokoladen-Spezialisten, die bei Bedarf wunderbare Empfehlungen aussprechen und bei der Suche nach der für einen persönlich perfekten Schokolade unterstützen.


Die Verkostung findet in der Filiale am Neumarkt direkt gegenüber der Frauenkirche statt und vom Verkostungsraum im dritten Obergeschoss aus hat man denn auch einen fantastischen Blick auf das berühmte Bauwerk. Der Raum ist liebevoll eingerichtet und dekoriert mit allerlei Objekten mit Schokoladenbezug, etwa alten Emailleschildern, Schokoladenformen, Kakaosäcken, etc., aber auch mit einem Sortiment an Schokoladen aus aller Welt. Man merkt bei der Betrachtung des Raumes gleich, dass Camondas sich mit dem Gedanken trägt, ein kleines Schokoladenmuseum in Dresden zu eröffnen.


Wir sechs Verkostungsteilnehmer werden mit einem Gläschen Schokoladenlikör, wahlweise mit Orange oder mit Minze aromatisiert, empfangen. Anschließend folgt der "Theorieteil", der jedoch alles andere als trocken daher kommt. Wir sehen Fotos von Besuchen des Camondas-Teams auf Kakaoplantagen in aller Welt, bekommen erklärt, wo genau und unter welchen Bedingungen die Kakaopflanze wächst und welche Kakaosorten es gibt. Außerdem erfahren wir, in welchen Schritten Schokolade hergestellt wird und welche Inhaltsstoffe sie enthält. Auch ethisch-moralische Themen, etwa das Problem der Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen, deren Thematisierung wir etwa im ansonsten ebenfalls empfehlenswerten Chocoversum von Hachez in Hamburg vermisst hatten, werden angesprochen und kritisch betrachtet, was mir sehr gut gefallen hat.


Nach dieser durchaus spannenden Einführung gehen wir dann zur eigentlichen Verkostung über. Dafür reiht sich auf unserem Tisch bereits eine "Schokoladen-Tonleiter", d.h. es liegen insgesamt 15 Tafeln Schokolade auf dem Tisch, die wir verkosten werden. Dabei reicht die Auswahl von weißen über Vollmilch- bis hin zu dunklen Schokoladen. Spannend: Es werden sowohl konventionelle Sorten wie Milka oder Lindt als auch Schokoladen verschiedenster Hersteller aus aller Welt, die sich im Camondas-Sortiment befinden, mit einbezogen. Jeder Teilnehmer hat vor sich ein Formular, in das wir unsere Eindrücke beim Probieren der Schokoladen eintragen können - sehr praktisch, wenn man einige Wochen später darüber bloggen möchte! ;-) Wie auch bei Verkostungen von Wein oder Käse beginnt man bei der Schokolade mit den mildesten, also den weißen Sorten, und wagt sich dann zu Kräftigerem vor - d.h. über die Vollmilchschokoladen zu den dunklen Tafeln. Zum Neutralisieren der Geschmacksnerven stehen Wasser und Brot bereit.


Und dann geht es auch schon los mit den weißen Schokoladen! Wir probieren hier die weiße Schokolade von Milka und zum Vergleich die weiße Schokolade der italienischen Manufaktur Amedei aus der Toskana und die weiße Schokolade mit Matcha der Manufaktur Beschle aus Basel in der Schweiz. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bisher schon das ein oder andere Mal die weiße Milka im Supermarkt gekauft und auch recht gern gegesen habe. Ehe ich mich versah, war dann meistens auch gleich die ganze Tafel aufgegessen... und bei der Verkostung erfahre ich auch, warum das so war. Und nein, es liegt nicht daran, dass die Milka soooooo lecker wäre... sondern daran, dass sie einfach am besten schmeckt, wenn man ein Stück gerade in den Mund genommen hat, der Geschmack aber dann unheimlich schnell nachlässt und stattdessen nur ein eher säuerlicher, gar nicht besonders angenehmer Nachgeschmack zurückbleibt. Und was macht man dagegen? Klar... das nächste Stück essen. Ich muss sagen, diese Erkenntnis war für mich doch ein kleines Aha-Erlebnis. Logisch, dass die Milka nicht gerade eine super Schokolade ist, war mir auch vorher bewusst, aber dass auf so ausgeklügelte Art und Weise quasi dafür gesorgt wird, dass wir auch reichlich Schokolade essen, hat mir doch noch mal die Augen geöffnet.


Im Vergleich mit der weißen Schokolade von Amedei fällt auf, dass diese einen viel feineren, glatteren Schmelz hat als die Milka, die doch eher körnig wirkt. Auch überzeugt die Amedei-Schokolade mit ihrem milchigen, leicht nussigen Geschmack, während die Milka einfach nur sehr süß ist. Mein Favorit unter den weißen Schokoladen war jedoch die Matcha-Schokolade von Beschle, die mich mit ihrem grasig-frischen Geschmack und dem feinen Zitronenaroma sofort überzeugt hat.

Weiter geht es mit den Vollmilchschokoladen! Auch hier wartet als erstes wieder der "Klassiker", die Milka Alpenmilch, auf uns und hinterlässt einen ganz ähnlichen Eindruck wie ihre hellere Schwester: sehr süß, körnig im Schmelz, säuerlicher Nachgeschmack. Dass es im Vollmilch-Segment viel, viel besser geht, beweisen anschließend "Grand Lait 45%" der Pariser Manufaktur Michel Cluizel und die "Milk of Gods 44%" der englischen Manufaktur Willies Cacao. Eine glattere, zartschmelzendere Schokolade als die "Grand Lait" habe ich glaube ich noch nie gegessen, sehr beeindruckend! Kein Wunder, so erfahren wir, denn der Inhaber von Michel Cluizel hat sogar über das Conchieren von Schokolade promoviert... Die Schokolade hat zwar eine leckere Karamell- und Honignote, doch geschmacklich gefällt mir die "Milk of Gods" besser, da sie einen pureren Milchschokoladengeschmack hat. In Sachen Konsistenz kann sie der "Grand Lait" jedoch nicht das Wasser reichen.


Doch meine zwei Favoriten aus dem Vollmilchsegment folgen erst noch: Sehr speziell, für mich aber lecker schmeckt die Vollmilchschokolade mit Bergamotte von Dolci Pensieri di Calabria aus Süditalien. Einzelne Teilnehmer fühlten sich zwar geschmacklich an Saunaaufguss erinnert, ich mochte den kräuterig-zitronigen Geschmack aber gern. Mein absoluter Liebling jedoch war die Vollmilch mit Fleur de Sel der Sächsischen Schokoladenmanufaktur aus Heidenau bei Dresden. Ich liebe Schokolade mit Fleur de Sel einfach! Dass gleich in der Nähe von Dresden so tolle Schokolade hergestellt wird, wusste ich jedoch bisher noch nicht...

Anschließend ging es weiter zu den dunklen Schokoladen. Hier muss ich anmerken, dass ich zwar sehr probierfreudig bin, jedoch noch nicht so richtig auf den Geschmack dunkler Schokolade gekommen bin. Zwar hat mir die Verkostung gezeigt, dass dunkle Schokolade durchaus nicht bitter sein muss und ganz viele spannende Geschmacksnuancen beinhalten kann. Dennoch waren auch bei der Verkostung die weißen und die Vollmilchsorten eindeutig meine Lieblinge. Auch hier beginnen wir mit konventioneller Schokolade, nämlich der 70-prozentigen von Lindt. Diese Schokolade kannte ich bereits und sie galt mir immer als abschreckendes Beispiel dunkler Schokolade - einfach nur bitter und sehr sauer im Abgang. Dass es durchaus auch anders geht, beweisen die "Bolivia Sauvage 70%" von Eberhard Schell aus Gundelsheim in Baden-Württemberg und die "Criollo Chuao 70%" der Manufaktur Domori aus Turin. Beide Schokoladen sind zartschmelzend, überhaupt nicht bitter und gänzlich ohne säuerlichen Nachgeschmack. Die "Bolivia Sauvage" ist sogar unglaublich mild für eine dunkle Schokolade und hat eine leichte Fruchtnote, während die "Criollo Chuao" regelrecht zitronig-frisch schmeckt und ein dezentes Kaffeearoma aufweist.


Nach diesen beiden dunklen "Einsteiger-Schokoladen" wenden wir uns zum Abschluss einigen spezielleren Tafeln aus aller Welt zu. Etwas ganz Besonderes ist die "Soft 73,5%" von Claudio Corallo von der Insel Sao Tomé vor der Westküste Afrikas. Der gebürtige Italiener Corallo ist dorthin ausgewandert, um seine etwas radikale Vision von der perfekten Schokolade zu leben. Für seine Schokoladen wird der Kakao 16 Tage lang fermentiert, was die Schokolade sehr würzig macht, außerdem wird sie überhaupt nicht conchiert und ist dadurch recht grob in der Konsistenz. Sie enthält viele Kakaostückchen und schmeckt erstaunlich süß. Insgesamt zwar gewöhnungsbedürftig von der Konsistenz her, geschmacklich für mich jedoch die beste dunkle Schokolade, die wir verkostet haben. Es folgt die "Blend 75% + Nibs" von Venchi aus Italien, die zartschmelzend ist und durch die enthaltenen Kakaonibs einen angenehmen Crunch bekommt. Auch sie schmeckt erstaunlich süß für eine 75-prozentige Schokolade und hat ein leichtes Cognac-Aroma.

Auf die Tatsache, dass Schokolade ursprünglich als Medizin erfunden und genutzt wurde, beruft sich die vorletzte Schokolade, die wir verkosten, nämlich die "Lavender & Red Salt 84%" von Antidote aus der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Sie enthält 50% rohen, d.h. ungerösteten Kakao und soll daher besonders förderlich für die Gesundheit sein. Die Schokolade hat eine überraschend cremige Konsistenz, doch das intensive, leicht säuerlich-blumige Aroma ist nicht so mein Fall. Neugierig probieren wir ganz zum Schluss noch die "Il 100%", die Schokolade aus 100 Prozent Kakao von Domori aus Italien. Wer vermutet, dass das nicht schmecken kann... hat nicht ganz unrecht, wie ich finde. Man darf natürlich nicht mit der Erwartung herangehen, eine Süßigkeit zu essen, und dennoch: Die Schokolade ist bitter, säuerlich und hinterlässt einen irgendwie öligen Film im Mund. Nicht mein Ding, gehört der Vollständigkeit halber aber dazu und war auch interessant, es mal probiert zu haben.


Damit ist die spannende Verkostung nach ca. zwei Stunden auch leider schon zuende. Wir bekommen noch eine heiße Schokolade - wahlweise aus weißer, Vollmilch- oder dunkler Schokolade - und verlassen anschließend mit zufriedenem Lächeln die Camondas-Filiale. Ein überaus gelungener Nachmittag lag hinter uns! Wir haben viel über Schokolade erfahren, die hochwertigen Sorten schätzen gelernt und hatten das eine oder andere Aha-Erlebnis, jedoch ohne dass zu sehr moralisiert oder mit erhobenem Zeigefinger referiert wurde. Auch hatten wir zu keinem Punkt der Veranstaltung das Gefühl, dass es sich um eine plumpe Werbeveranstaltung handelt, im Gegenteil, es war spannend gemacht und man spürte richtig die Leidenschaft, mit der die Mitarbeiter von Camondas ihre Arbeit und ihre Produkte betrachten. Mir hat der Nachmittag auf jeden Fall dahingehend die Augen geöffnet, dass ich meinen Schokoladenkonsum mehr hinterfrage und lieber seltener in eine hochwertige Schokolade investiere, von der ich dann auch länger was habe, als alle paar Tage eine Supermarkttafel herunterzuschlingen... dieser Vorsatz klappt seitdem ziemlich gut und ich habe auch nach der Verkostung inzwischen schon einige tolle Schokoladen probiert! Für die Verkostung und überhaupt für den Einkauf bei Camondas kann ich daher eine große Empfehlung aussprechen.


Ich hoffe, euch hat mein kleiner Bericht aus dem Schokoladen-Paradies gefallen. Wir haltet ihr es mit Schokolade? Kauft ihr (auch) im Supermarkt oder eher seltener hochwertige Schokoladen? Könnt ihr mir eine Sorte empfehlen, die ich probieren muss?

Ich habe den Gutschein für die Verkostung privat geschenkt bekommen und berichte darüber, weil mich die Veranstaltung persönlich absolut überzeugt hat. Der Artikel gibt meine persönliche Meinung wieder und ist weder von Camondas noch von einem der genannten Schokoladenhersteller beeinflusst oder gesponsort worden.