Samstag, 28. August 2010

Für Schokoholics: Chocolate Muffins

Okay, Rezepte für Schoko-Muffins gibt es wie Sand am Meer und wahrscheinlich haben die meisten ihr Lieblingsrezept schon gefunden. Sollte aber jemand wirklich noch auf der Suche nach einem leckeren Rezept sein oder mal Abwechslung wollen - ich schwöre auf dieses Rezept hier.


Damit bekommt man unglaublich schokoladige und sehr saftige Muffins. Die enthaltenen Schokostückchen schmilzen beim Backen, werden aber nicht fest, so dass man beim Reinbeißen immer mal auf ein Inselchen flüssiger Schokolade trifft - ein Traum! Sie halten sich übrigens auch sehr gut frisch. Wir haben sie über eine Zeitraum von vier Tagen gegessen und auch am letzten Tag waren sie noch lecker und kein bisschen trocken.

Im Rezept angegeben sind 200g Vollmilch-Schokolade. Ich habe sie bisher eimal so und einmal mit je 100g Vollmilch- und Zartbitterschokolade gebacken. Geschmeckt haben beide Varianten sehr gut, also einfach selbst entscheiden, ob man eher der leicht bittere oder der richtig süße Schoko-Typ ist!

Rezept
für 12 Muffins

200g Vollmich-Schokolade (oder 100g Vollmilch + 100g Zartbitter, siehe Anmerkung oben)
100g Butter
200 ml Milch
1 Ei
100g saure Sahne
50g brauner Zucker
250g Mehl
1 EL Speisestärke
2 TL Backpulver
3 EL Kakaopulver
1 Prise Salz

Die Schokolade in kleine Stücke hacken. Butter mit 30g Schokolade in einem Topf bei mittlerer Hitze gerade so zerlaufen lassen. Milch mit Ei, saurer Sahne und Zucker verquirlen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Das Mehl mit Speisestärke, Backpulver, Kakao und der Prise Salz vermischen. Mit dem Kochlöffel die Eiermilch, die Schoko-Butter und die restlichen Schokostückchen unterrühren. Dabei gerade so lange rühren, bis sich die Masse gerade so verbindet.

In die Muffinform jeweils zwei Papierförmchen ineinander setzen. Den Teig hineinfüllen und vorsichtig versuchen glattzustreichen. (Das geht nicht so leicht, da der Teig sehr dickflüssig und klebrig ist. Aber auch unzureichend glattgestrichen bekommt man schöne Muffins.) Die Vertiefungen sollten nicht ganz gefüllt sein - die Muffins gehen ziemlich stark auf!

Die Muffins im Ofen auf der mittleren Schiene 20-25 Minuten backen (Stäbchenprobe!), herausnehmen und abkühlen lassen. Und dann: Schoko-Genuss!

Quelle
Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut: Basic Baking

Lieblingsessen: Nudeln mit Linsenragout und Minz-Joghurt

Bei den vielen Rezepten, die ich immer ausprobieren will, kommt es eher selten vor, dass Gerichte (selbst wenn sie für lecker befunden wurden) noch mal gekocht werden - sehr zum Leidwesen meines Freundes, der dann ab und zu vehement fordert, das eine oder andere Gericht nicht in Vergessenheit geraten zu lassen ;) Bei diesem Essen muss er das jedoch gar nicht, denn es gehört inzwischen mit zu meinen Lieblingsessen und wird deswegen selbstverständlich in regelmäßigen Abständen gekocht.


Alle Gäste, die ich bisher damit bekocht habe, waren erst mal verwundert - Nudeln und Linsen, und dann auch noch Joghurt oben drauf? Na ja, was das wieder werden soll... Dachte ich mir beim ersten Mal auch. Aber Überraschung: Nudeln, Linsen und Joghurt ergänzen sich perfekt und ergeben ein leckeres, würziges (und sehr sättigendes) Essen. Positiver Nebeneffekt: Es macht kaum Arbeit und kocht sich fast von allein. Nur anfangs ein bisschen Frühlingszwiebeln und Tomaten schneiden, dann kommen alle Zutaten in einen Topf und - man will es bei dem Anblick erst nicht so richtig glauben - 45 Minuten später hat man ein schön sämiges würziges Linsenragout. Es lässt sich auch perfekt vorkochen, so dass man, wenn der Besuch da ist, es nur noch erwärmen und die Nudeln frisch kochen muss.

Statt Harissa kann man zum Würzen übrigens auch gut Sambal oelek verwenden. Mit einer Messerspitze bekommt man ein würziges, aber nicht wirklich scharfes Essen. Mutigere nehmen 1-2 TL. Und wer keine Minze bekommt (was mir manchmal im Winter so geht), kann Petersilie nehmen, aber mit Minze schmeckt es noch mal so lecker!

Rezept
für vier Personen

1 Bund Frühlingszwiebeln
300g Tomaten
1 EL Olivenöl
200g Puy- oder Belugalinsen
1/2 Liter Gemüsebrühe
2 TL Harissa (oder Sambal oelek, siehe Anmerkung oben)
2 TL Honig
1/2 Bund Minze
2 Knoblauchzehen
150g Naturjoghurt oder griechischer Joghurt
Salz, Pfeffer
500g kurze Nudeln (z.B. Penne)

Die Frühlingszwiebeln waschen, Wurzelbüschel und dunkelgrüne welke Teile abschneiden. Den Rest der Zwiebeln in feine Ringe schneiden, einen EL vom Grün zur Seite legen. Tomaten waschen und mit Kernen klein würfeln, dabei die Stielansätze wegschneiden.

Öl im Topf heiß werden lassen, Zwiebelringe darin kurz andünsten. Linsen unterrühren, bis sie rundherum ölig glänzen. Brühe und Tomaten dazugeben, mit Harissa und Honig würzen. Den Deckel auflegen, Hitze klein stellen und die Linsen ungefähr 40 Minuten garen, bis sie weich sind, aber nicht zerfallen. (Sollten sie länger brauchen - was mir aber noch nie passiert ist - evtl. noch etwas Brühe oder Wasser hinzugeben, damit nichts anbrennt.)

Inzwischen die Minze waschen, trockenschütteln und fein hacken. Den Knoblauch schälen und ganz fein würfeln. Jogurt mit Knoblauch, Minze und Zwiebelgrün verrühren, salzen und pfeffern. Pasta in sprudelndem Salzwasser bissfest kochen.

Linsenragout mit Salz abschmecken. Nudeln abgießen und in tiefen Tellern verteilen. Linsenragout drauf und mit einem Klecks Joghurt garnieren. Den restlichen Joghurt dazu auf den Tisch stellen.

Quelle
Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut: Vegetarian Basics

Freitag, 27. August 2010

Home, sweet home

Der Besuch einer Freundin bescherte mir ein paar Tage Urlaub zu Hause. Endlich mal Zeit, die Stadt, durch die man täglich hetzt, mit anderen Augen zu sehen (und zu fotografieren!), sowie für ein paar Ausflüge in die Umgebung. Hier einige Impressionen der vergangenen Woche:


Nach schweißtreibendem Aufstieg liegt die Wartburg endlich vor uns





Der Ausblick kann sich sehen lassen



In der schönen Altstadt von Erfurt mit viel Fachwerk und verwinkelten Gässchen













Kleine Pause mit fantastischem Kalten Hund bei Goldhelm



Und noch ein Abstecher nach Weimar






Freitag, 20. August 2010

Couscous mit Auberginen, karamellisierten Schalotten und Johannisbeeren

Okay, zugegeben, ich esse meiner Meinung nach ziemlich oft leckere Sachen. Von Zeit zu Zeit begegnen einem aber Gerichte, die nicht nur einfach gut, sondern eine wahre Geschmacksexplosion sind. Von den bisher im Blog vertretenen Rezepten erinnere ich mic in diesem Zusammenhang immer besonders gern an den schon vielfach erwähnten Mango-Mozzarella-Salat und an die Provenzalischen Auberginen. Jetzt kann ich dieser Kategorie (vielleicht sollte ich auch im Blog eine Kategorie dafür eröffnen?) ein weiteres Rezept hinzufügen: Den fantastischen Couscous mit Auberginen, karamellisierten Schalotten und Johannisbeeren.


Der Weg zu diesem Geschmackserlebnis war für mich jedoch hart und steinig: Sage und schreibe 600g Schalotten sollten geschält und geschnitten werden. Wo ich doch, was Zwiebeln, Schalotten, etc. angeht eine echte Memme bin und schon nach kürzester Zeit aussehe, als hätte ich seit Wochen schwersten Liebeskummer. So auch gestern... Nach etwa der Hälfte der eigentlich fälligen Schalotten habe ich mich geschlagen gegeben, was man, wenn man die leckeren karamellisierten und mit Balsamico abgelöschten Schalotten am Ende in der Pfanne hat, aber bereut - davon könnte man kiloweise essen! Deswegen: Besorgt euch eine Taucherbrille oder was auch immer euch hilft, und schneidet fleißig Schalotten!

Bitte auch auf keinen Fall die Johannisbeeren weglassen, auch wenn ihr Obst in herzhaftem Essen eigentlich skeptisch gegenübersteht (wie ich meistens). Die Säure der Beeren harmoniert perfekt mit der Süße der Schalotten und macht aus einem leckeren Couscous erst eine Geschmacksexplosion! Mehr gibt es nicht zu sagen außer: NACHKOCHEN, NACHKOCHEN, NACHKOCHEN!

Rezept
für vier Personen

3 Auberginen (insgesamt 900g)
600g Schalotten
1 Knoblauchzehe
8 Zweige Thymian
40g Walnusskerne (hab ich einfach vergessen...)
6 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
250g Instant-Couscous
1/3 TL Kurkumapulver
3 EL Zucker
5 EL Aceto Balsamico
1/2 Bund Koriandergrün (bei mir: Petersilie)
50g rote Johannisbeeren

Auberginen waschen, Stielansätze abschneiden. Bei jeder Aubergine von den beiden Längsseiten je zwei ca. 1,5cm breite Scheiben abschneiden. Jede Aubergine auf eine Schnittfläche legen und von den restlichen beiden Seiten mit Schale jeweils noch mal zwei Scheiben abschneiden. (Den inneren, weichen Teil braucht man nicht mehr.) Die Scheiben anschließend in ca. 1,5cm breite Streifen und diese dann in Würfel schneiden.

Die Schalotten schälen, halbieren und längs in feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Thymian waschen, trocken schütteln, Blättchen von den Stängeln streifen und hacken. Walnüsse halbieren oder vierteln.

In einer Pfanne ca. 1 EL Öl erhitzen. Darin Walnüsse bei mittlerer Hitze goldbraun rösten, herausnehmen. Zusätzlich 3 EL Öl in die Pfanne geben, Auberginen darin bei mittlerer Hitze anfangen. (Ich hab die Auberginen in zwei Portionen angebraten.) Knoblauch und Hälfte des Thymians dazu geben, salzen, pfeffern und die Auberginen in ca. 5 Minuten unter Rühren fertig braten. Dabei nach und nach ein paar EL Wasser dazugeben, damit die Auberginen nicht verbrennen (das Wasser sollte jeweils sofort verdampfen!). Die Auberginen aus der Pfanne nehmen.

In einem Topf ca. 450ml Wasser aufkochen, salzen, dann Couscous und Kurkuma einrühren und bei geringer Hitze 10 Min zugedeckt ausquellen lassen. Das restliche Öl in der Pfanne erhitzen und darin die Schalotten bei mittlerer Hitze hellbraun anbraten. Übrigen Thymian und Zucker darüber streuen und karamellisieren lassen (dabei nicht rühren!). Wenn die Schalotten dunkler bräunen, umrühren und mit Balsamico ablöschen. Nochmals kurz unter Rühren weiterbraten.

Die Auberginen, den Couscous und die Walnüsse in die Pfanne geben und alles mischen, dann vom Herd nehmen. Koriander (oder Petersilie) waschen, trocken schütteln und grob hacken. Johannisbeeren waschen und von den Rispen streifen. Koriander und Johannisbeeren unter das Couscous mischen. Etwas abkühlen lassen und lauwarm servieren.

Quelle
Tanja Dusy: Sommerküche voller Sonne und Aroma

Mittwoch, 18. August 2010

Bunt! Fruchtig! Scharf! - Möhren-Orangen-Süppchen

Ihr kennt das bestimmt: Manchmal liest oder hört man von einem bestimmten Gericht und weiß genau - DAS und NUR DAS will ich jetzt bitte sofort haben, danke! Und nein, auch wenn der Gedanke nahe liegt, sowas passiert mir nicht immer nur bei eher ungesunden Sachen wie Lasagne oder Schokokuchen ;) Ab und zu gehen Heißhunger und gesundes Essen dann doch mal zusammen. So wie am vergangenen Wochenende, als ich auf der Speisekarte eines vegetarischen Restaurants "Möhren-Orangen-Süppchen" las. Sofort hatte ich zarten Möhren-, fruchtigen Orangen- und scharfen Chili-Geschmack im Kopf und es war klar: Das soll es sein!


Da das Restaurant geschlossen hatte und ich quasi auf der Durchreise war, mussten meine neuen gesunden Gelüste also bis zum nächsten Tag warten und wurden dann in meiner eigenen Küche ausgelebt. Ich bin ja eigentlich eine bekennende Nach-Rezept-Kocherin - zumindest zunächst mal was die Mengenangaben betrifft, mit Zutaten und Gewürzen kann dann nach Lust und Laune abgewandelt werden. Das Möhren-Orangen-Süppchen gehört jedoch zum gar nicht mal sooo großen Repertoire der Gerichte, die nach Augemaß bzw. Gefühl koche. Wer ein Rezept für den gefühlten Herbst da draußen sucht, ist damit auf jeden Fall gut beraten! Und wer es nicht so gern scharf, sondern nur fruchtig mag, lässt die Chili einfach weg.

Pssst: Nach dem selben Rezept kann man übrigens auch eine leckere Kürbissuppe kochen (Flüssigkeitsmenge reicht für einen kleineren Hokkaido), dann als Garnitur statt Petersilie geröstete Kürbiskerne und/oder ein paar Tropfen Kürbiskernöl nehmen.

Rezept
für vier Personen

3-4 EL Olivenöl
2 Schalotten oder eine kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 rote Chili
1 Stück Ingwer (etwa 2cm groß)
ca. 700 g Möhren
1 Liter Gemüsebrühe
100ml Weißwein (oder weglassen und etwas mehr Brühe nehmen, mit Wein aber deutlich leckerer!)
1 Orange
1 EL Crème fraîche
Salz
einige Stängel Petersilie

Möhren schälen und in ca. 1/2 cm breite Scheiben schneiden. Schalotten, Knoblauch und Ingwer schälen und klein würfeln. Chili waschen, Kerne und Trennhäutchen rauskratzen, ebenfalls klein würfeln.

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Schalotten, Knoblauch, Ingwer und Chili zugeben und ca. 3 Minuten andünsten. Dann Möhrenscheiben zugeben und nochmals 2-3 Minuten dünsten. Dann zunächst den Wein zugießen und kurz einkochen lassen. Gemüsebrühe zugeben, Suppe bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 15-20 Min. kochen lassen, bis die Möhren weich sind.

Suppe vom Herd nehmen und fein pürieren. Orange auspressen, Orangensaft in die Suppe geben und noch mal kurz mit dem Pürierstab aufschäumen. Crème fraîche zugeben, mit einem Schneebesen unterrühren. Suppe nach Belieben mit Salz abschmecken. Petersilie fein hacken und zur Dekoration in die Suppe streuen.

Quelle
eigenes Rezept

Montag, 16. August 2010

Endlich wieder Süßes: Brombeer-Mascarpone-Crème


Gestern hat sich eine liebe Freundin beklagt, dass es hier im Blog noch viel zu wenig Rezepte für Desserts und andere süße Sachen gäbe. Und recht hat sie - lediglich ein denkbar einfacher Erdbeersalat sowie die köstlichen Mini-Käsekuchen mit Himbeeren finden sich hier bisher. Zwar mag ich Süßes sehr gern, in der letzten Zeit mit ihren vielen Geburtstagsfeiern hab ich aber so viel Kuchen sowie bei Essenseinladungen auch reichlich Desserts gegessen, so dass die Lust auf Süßes aus der eigenen Küche doch mal nicht ganz so groß war.

Aber der Ruf nach mehr Dessert-Rezepten soll nicht ungehört bleiben - also Vorhang auf für die Brombeer-Mascarpone-Crème. Die Crème ist ein denkbar einfaches (grade mal 20 Minuten in der Herstellung), aber dennoch sehr leckeres und wirkungsvolles Rezept. Die Süße der Mascarpone-Crème und die Säure der Brombeeren harmonieren wunderbar, für etwas "Biss" sorgen zerbröselte Cantuccini und grob gehackte Bitterschokolade. Das Rezept habe ich ursprünglich in der "Lecker" Juli/August 2010 gefunden und etwas abgewandelt. Dort wird es mit roten Johannisbeeren zubereitet und zusätzlich werden einige zerbröselte Baisers unter die Crème gehoben. Das habe ich weggelassen, da meine Brombeeren natürlich weniger Säure hatten als Johannisbeeren.

Die Crème war in der letzten Woche das Dessert zu einem leckeren Menü, das ich gemeinsam mit einer Freundin gekocht habe. Als Vorspeise gab es übrigens den Mango-Mozzarella-Salat, den ich schon mal vorgestellt hatte, nur leider ohne Mango, denn die hatte ich vergessen zu kaufen... Es schmeckt aber auch so, nach Rezept zubereitet und als "marinierter Mozzarella" deklariert ;)

Rezept
für vier Gläser

200g Brombeeren
100g Mascarpone
300g Vollmichjoghurt
2-3 EL Amarettolikör
2-3 EL Zucker
2-3 TL Vanillezucker
100g Cantuccini
50g Zartbitterschokolade

Brombeeren vorsichtig waschen und gut abtropfen lassen. Mascarpone, Joghurt, Amaretto, Zucker und Vanillezucker glatt rühren.

Cantuccini und Schokolade grob hacken und unter die Crème mischen. Einige Brombeeren zum Dekorieren beiseite legen, restliche Brombeeren vorsichtig unter die Crème heben.

Alles auf vier Gläser verteilen, mit restlichen Brombeeren verzieren und genießen!

Quelle
abgewandelt nach "Lecker" Juli/August 2010

Mittwoch, 11. August 2010

Einmal Asien auf die Schnelle: Gebratene Nudeln und süß-saurer Gurkensalat

Asiatisch koche ich während der Sommermonate kaum. Exotische Gewürze und scharfe Gerichte sind für mich eher etwas Winterliches, während ich mich im Sommer lieber quer durch die mediterrane Küche koche, Sommergemüse und frische Kräuter verwende. Jetzt hatte ich aber doch mal wieder Lust auf was Asiatisches, die Zeit war aber recht knapp. Deswegen habe ich mich für ein echtes Basic entschieden: Gebratene asiatische Nudeln.


Genauso Basic wie die Rezeptidee an sich sind in der von mir ausprobierten Variante auch die Zutaten: Lediglich Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Ingwer und getrocknete Chilis dürfen mit zu den Nudeln in den Wok. Gewürzt wird mit Sojasauce und Zitronensaft. Insgesamt ein Gericht, dass eine gute Basis für weitere Experimente nach Lust und Laune sein kann, bei dem mir so aber noch das gewisse Etwas fehlte. Ich hab es ein bisschen bedauert, dass ich zur Zeit kein Fläschchen meiner geliebten süß-sauren Chilisauce mehr in meinem Vorrat habe, denn die hätte perfekt gepasst. Also Notiz an mich: Unbedingt so bald wie möglich wieder neue Chilisauce machen! Gut kombinieren kann man die Nudeln noch mit anderem gedünstetem Gemüse, gebratenem Hühner- oder Schweinefleisch oder Garnelen.


So ganz ohne alles wollte ich die Nudeln dann aber doch nicht servieren, eine frische Komponente sollte dabei sein. In einem meiner Kochbücher bin ich auf einen süß-sauren Gurkensalat gestoßen, der gut zu Wok-Gerichten passen sollte. Gesagt, getan. An sich kommen an den Salat auch noch getrocknete Chilis, die habe ich aber weggelassen, weil meine Nudeln schon scharf waren. Der erste Bissen vom Gurkensalat ist ein Schock: Unheimlich sauer, oh mein Gott...!!! Ich hab dann noch mit einem weiteren Esslöffel braunem Zucker (oder zwei...) nachgeholfen. Ab dem zweiten Bissen gewöhnt man sich an den Geschmack und der Salat passt dann echt gut zu den Nudeln. Pur ohne was anderes dazu wäre er mir aber sicher zu heftig.

Rezepte
für eine hungrige Person

Gebratene asiatische Nudeln

200g asiatische Eiernudeln
Salz
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 kleines Stück Ingwer
2 Knoblauchzehen
1-2 kleine getrocknete Chilischoten (bei mir: 2)
3-4 EL neutrales Öl (bei mir: Erdnussöl)
3 EL Sojasauce
1-2 EL Zitronensaft

Zum Servieren evtl.:
noch mehr Sojasauce
süß-saure Chilisauce

Nudeln in Salzwasser nach Packungsanweisung garen. Dann abgießen und gut abtropfen lassen.

Frühlingszwiebeln waschen, Wurzelbüsche und grüne Teile, die nicht mehr frisch aussehen, abschneiden. Rest der Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden. Ingwer und Knoblauch schälen, beides sehr fein hacken. Chilischoten mit den Fingern oder im Mörser zerbröseln oder sehr fein hacken.

Öl im Wok erhitzen, Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch und Chili zugeben und 2-3 Minuten lang anbraten. Dann die Nudeln zugeben und unter Rühren etwa 1-2 Minuten braten. Dann Sojasauce und Zitronensaft zugeben und kurz einkochen lassen, noch mal gut durchrühren. Evtl. mit mehr Sojasauce und süß-saurer Chilisauce servieren.

Quelle
abgewandelt nach Sabine Sälzer, Sebastian Dickhaut: Basic Cooking


Gurkensalat süß-sauer

1/8 l Reisessig
1 gehäufter EL brauner Rohrzucker (bei mir: 2-3)
2 kleine getrocknete Chilischoten (weggelassen)
1 Salatgurke
1 rote Zwiebel (bei mir: eine Schalotte)

Essig mit Zucker in einem kleinen Topf verrühren. (Ggf. Chili im Mörser zerreiben und dazu geben.) Aufkochen, bei schwacher Hitze 1-2 Min. köcheln lassen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Gurke schälen, längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel herausschaben. Gurke in schmale Scheiben schneiden. Zwiebel oder Schalotte schälen, halbieren, in feine Streifen schneiden, zur Gurke geben. Abgekühlte Marinade zugeben und vermischen.

Quelle
Sabine Sälzer, Sebastian Dickhaut: Basic Cooking 2

Montag, 9. August 2010

Ratatouille oder: Sommer komm zurück!

Jetzt war ich eine ganze Weile lang nicht mehr hier zuhause in meiner Küche und hatte auch über eine Woche lang keine Gelegenheit, selbst zu kochen. Während der Zeit ging ich einem recht eintönigen, aber gut bezahlten Ferienjob nach und verbrachte meine Tage damit, Kisten hin und her zu schleppen und mir währenddessen zu überlegen, was ich kochen würde, wenn ich erst mal wieder zurück in meinem kleinen Reich wäre und einen ganzen Abend hätte, um nur für mich zu kochen. Was kochen, was der Freund nicht mag (Kalbsleber mit Äpfeln, Zwiebeln und Kartoffelpüree!)? Ein süßes Hauptgericht (Marillenknödel!)? Was richtig Aufwendiges (selbst gemachte Ravioli!)?

Aber wie so oft änderten sich meine Essenspläne mal wieder kurzfristig...


Beim Einkaufen lachte mich mal wieder die sommerliche Gemüsepracht an. Ich wollte unbedingt was Gemüsiges kochen, was mit Knoblauch, mit frischen Kräutern. Was, das richtig schön wärmt (denn leider war vom Sommer an diesem Tag nicht viel zu spüren), sich aber trotzdem nach Sonne und Urlaub am Mittelmeer anfühlt. Kurzum: Ich musste dringend Ratatouille kochen!


Also wurden Kochbücher und -zeitschriften gewälzt, wobei ich in meinem Fundus zehn verschiedene Ratatouille-Rezepte entdeckte. Ich habe mich dann für das Rezept aus dem French Basics, einem meiner liebsten Kochbücher, entschieden. Dabei werden alle Gemüsesorten zunächst separat angebraten und anschließend dann im Ofen geschmort. Ich habe am Schluss noch etwas Tomatenmark zugegeben, weil mir der Tomatengeschmack zu schwach war. Ein leckeres Sommerrezept, das ich beim nächsten Mal wohl noch durch eine klein gehackte Chili und etwas (unfranzösischen) zerbröselten Feta aufpeppen würde.

Rezept
für zwei Personen als Hauptgericht, für vier Personen als Beilage

2 kleinere Zucchini (etwa 400g)
1 Aubergine (etwa 500g)
je 1 rote und 1 gelbe Paprika
400g Tomaten
2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
je 2 Zweige Thymian, Rosmarin, Petersilie, Oregano und Estragon (letzteres habe ich nicht bekommen)
2 Lorbeerblätter
8-10 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
(Kirsten: zusätzlich etwa 2 EL Tomatenmark)

Das Gemüse waschen. Die Enden von Zucchini und Auberginen abschneiden. Zucchini in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden, evtl. noch mal halbieren. Auberbinen in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden, diese je nach Größe vierteln oder noch kleiner schneiden. Die Paprika vierteln, Kerne und Trennhäutchen entfernen, dann die Viertel in ca. 1 cm breite Streifen schneiden.

Wenn man mag, die Tomaten kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser überbrühen und häuten. (Darauf habe ich verzichtet.) Stielansätze aus den Tomaten herausschneiden, Tomaten grob würfeln. Zwiebeln schälen, vierteln und in nicht zu feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen und in möglichst feine Scheiben schneiden. Kräuter und Lorbeerblätter waschen, mit Küchengarn zusammenbinden.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. In einem Topf 2 EL Öl erhitzen. Zucchini in zwei Portionen hinein geben und leicht braun braten, aus dem Topf nehmen. Wieder 1 EL Öl erhitzen, Paprika in zwei Portionen anbraten, aus dem Topf nehmen. Jetzt nach und nach die Auberginen in 4 EL Öl anbraten (bei mir brauchte es etwas mehr), wieder aus dem Topf nehmen.

Das restliche Öl in den Topf geben, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter hinein geben und kurz andünsten. Alle Gemüse und die Tomaten zugeben, locker mischen, salzen und pfeffern. Deckel auflegen und das Gemüse im Ofen etwa 45 Minuten lang garen. Aus dem Ofen nehmen, abschmecken und evtl. 1-2 EL Tomatenmark zugeben.

Quelle
Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut: French Basics