Freitag, 31. Dezember 2010

Kulinarischer Jahresrückblick oder: Meine persönlichen Rezept-Highlights

Heute ist nicht nur der letzte Tag des Jahres, meine Lieben. Heute wird auch mein kleiner, bescheidener Blog ein halbes Jahr alt. Deswegen hab ich mir gedacht, ich mach einen kleinen Rückblick darauf, was es hier in den letzten sechs Monaten zu essen gab und stelle euch meine persönlichen Favoriten 2010 vor. Gerade am Anfang hat ja hier fast noch niemand gelesen, deswegen buddele ich jetzt mal das eine oder andere Rezept aus dieser Zeit aus ;o)

Und weil Desserts die "normalen" Gerichte ja fast immer ausstechen, machen wir das ganze in zwei Kategorien... Doch jetzt erst mal: Vorhang auf für meine fünf leckersten Hauptgerichte 2010!

Mango-Mozzarella-Salat

Mein allererster Post hier und gleichzeitig ein wunderbar erfrischender Salat, der dank saftiger Mango, cremigem Büffelmozzarella und nussigem Arganöl für eine wahre Geschmacksexplosion sorgt. Sehr lecker auch zu marinierten und knusprig gegrillten Hähnchenkeulen!



Klassischer Flammkuchen

Mein erster Versuch, selbst Flammkuchen zu machen, und gleich ein voller Erfolg! Ein herrlich dünner, knuspriger Boden, der annähernd so gut gelungen ist wie bei den Exemplaren, die ich letztes Jahr im Elsass so gern gegessen habe.



Rote-Bete-Salat mit Datteln und Feta

Eine Salat-Eigenkreation, die mich voll überzeugt hat. Rote Bete esse ich sehr gern, am liebsten in Kombination mit Feta. Getrocknete Datteln und karemellisierte Schalotten sorgen hier noch für einen süßlichen Extra-Kick.



Curry-Muschel-Topf

Seit ich sie vor einigen Jahren in Frankreich das erste Mal probiert habe, gehören Miesmuscheln zu meinen absoluten Meeresfrüchte-Favoriten. Besonders liebe ich dieses scharfe, asiatisch inspirierte Rezept von Tim Mälzer. Seit Jahren ein Klassiker in meiner Familie.



Couscous mit Auberginen und Johannisbeeren

Die Kombi aus Couscous mit Auberginen, karamellisierten Schalotten und Johannisbeeren klingt erst mal ungewöhnlich, ist aber ein wahres Geschmackserlebnis. Auf keinen Fall die Johannisbeeren weglassen, sie machen das Gericht wirklich zu was Besonderem.



Aber Hauptgerichte sind ja nicht alles... Deswegen folgen hier noch meine anderen Favoriten, bunt gemischt aus Desserts, Gebäck, Saucen, Sirup, etc. ;o)

Panna cotta mit Kaffeegelee

Zwar hab ich es gerade erst hier im Blog vorgestellt, aber dieses Dessert ist für mich eines der absoluten Highlights dieses Jahres gewesen. Hat das Zeug dazu, ein All-Time-Favorite zu werden :)



süßsaure Chilisauce

Ein absoluter Klassiker in meiner Küche, der einfach jedes etwas zu langweilig geratene Essen aufpeppt - ob zu gebratenen Nudeln, Frühlingsrollen, gegrilltem Fleisch oder mit Crème fraîche verrührt als Dip. Sobald eine Flasche leer wird, hab ich keine Ruhe, bis ich neue Chilisauce gemacht hab.



Marzipan-Nuss-Pralinen

Gerade jetzt im Dezember kam dieses Rezept wieder verstärkt zum Einsatz, denn die Pralinen sind einfach das pefekte Geschenk - wer würde sich nicht darüber freuen? ;-) Noch dazu sind sie viel schneller und einfacher gemacht als sie aussehen, was ja auch nie verkehrt ist...!



Karamell-Chai-Sirup

Sirup hab ich zwar schon öfter gekocht, aber die Idee, Sirup aus Chai-Tee zu kochen, fand ich echt genial. Mit Milch vermischt und warm oder kalt genossen macht das Ganze wirklich süchtig!



Biscotti mit Pistazien, Cranberries und weißer Schokolade

Mindestens genauso klassisch wie Chilisauce und Marzipanpralinen sind bei mir mittlerweile diese Biscotti geworden. Sie sind ein tolles süßes Mitbringsel, von dem bisher wirklich JEDER, der damit beschenkt wurde, das Rezept haben wollte. Noch dazu schmeckt der ungebackene Teig einfach köstlich ;o)



Ich hoffe, mein kleiner kulinarischer Jahresrückblick hat euch gefallen und wünsche euch hiermit einen tollen Silvesterabend und für das neue Jahr alles Gute! Ich freu mich schon, auch im neuen Jahr wieder interessante Rezepte auszuprobieren und hier zu posten und würde mich freuen, wenn auch ihr dann wieder hier vorbei schaut :)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Weihnachtsdesserts 2010, Teil 1: Panna cotta mit Kaffeegelee


In meiner Familie bin an Weihnachten immer ich für die Desserts zuständig. Während meine Mutter sich um Rehrücken und Gänsebraten kümmert, begebe ich mich auf die Suche nach einem angemessenen süßen Höhepunkt für unsere Weihnachsdinner. Am zweiten Feiertag nach einem fantastisch knusprigen Gänsebraten, traditionell serviert mit Rotkohl und Klößen, gab es bei uns diese zweischichtige Panna cotta. Gekrönt wird die Sahnecrème hier von dünnen Geleeschicht, bestehend aus Kaffeelikör. Das Rezept, das ich im delicious days-Kochbuch von Nicole Stich gefunden habe, ist bei uns super angekommen: Mein Vater meinte sogar, dass es noch vor dem Gänsebraten das beste Gericht an Weihnachten gewesen sei...! Ein solcher Vergleich würde mir zwar schwer fallen, aber über das Kompliment habe ich mich sehr gefreut :)

Panna cotta gehört, seit ich sie vor vielen Jahren zum ersten Mal in Italien gegessen hab, sowieso zu meinen Lieblingsdesserts. Ein Grund dafür (neben dem unglaublich sahnigen Geschmack, natürlich) ist die Tatsache, dass man eine Panna cotta immer wieder so wunderbar abwandeln kann: Ob mit einer fruchtigen Sauce, mit Gewürzen, die unter die Crème gezogen werden, oder wie hier mit mehreren Schichten, mit einem guten Basis-Rezept kann man ganz leicht immer wieder individuelle Desserts zubereiten. Und es ist so einfach - wie die Mousse au Chocolat ist auch die Panna cotta ein guter Beweis dafür, dass traumhafte Desserts oft mit ganz wenigen Zutaten auskommen...!

In diesem Rezept wird die Panna cotta mit recht wenig Gelatine zubereitet, wodurch sie eine wunderbar cremige Konsistenz bekommt. Auf diese Weise ist sie perfekt, wenn man sie in hübschen Gläschen servieren möchte. Wer die Crème allerdings stürzen möchte, sollte die Gelatine-Menge erhöhen. Ach ja: Zusätzlich kommen im Original-Rezept noch zerstoßene Kaffeebohnen in die Sahne, die habe ich aber vergessen zu besorgen und daher weggelassen - das Dessert bekommt aber auch ohne Kaffeebohnen und nur durch die Likör-Schicht einen tollen Geschmack!

Rezept
für vier Stück

500g Sahne
50g brauner Rohrzucker
1 Vanilleschote
3 TL Kaffeebohnen (kann man auch weglassen)
2 1/2 Blatt weiße Gelatine
100 ml Kaffeelikör (z.B. Kahlua)

Sahne und Zucker in einen Topf geben. Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit den ausgekratzten Schoten zur Sahne geben. (Die Kaffeebohnen im Mörser groß zerstoßen und ebenfalls zugeben.) Die Sahne erhitzen und etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren. In der Zwischenzeit zwei Gelatineblätter in einer Schüssel mit kaltem Wasser einweichen.

Dann den Topf vom Herd nehmen, die Sahne durch ein feines Sieb gießen und auffangen. Aufgeweichte Gelatineblätter ausdrücken und unter die heiße Sahne rühren, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. In kleiner Gläser füllen und zugedeckt im Kühlschrank fest werden lassen.

Nach einigen Stunden (laut Rezept drei, bei mir eher fünf) ist die Panna cotta so fest, dass man den Geleespiegel vorbereiten kann. Dafür restliche Gelatine in kaltem Wasser einweichen, inzwischen den Likör in einem kleinen Topf erhitzen, aber nicht kochen lassen! Gelatine ausdrücken, im Likör unter Rühren auflösen. Den Likör 10 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig mit einem Esslöffel auf der Panna cotta verteilen. Abgedeckt im Kühlschrank mindestens weitere zwei Stunden kalt stellen.

Quelle
Nicole Stich: delicious days

Augenblicke



Fast schon ein Postkarten-Motiv... Aufgenommen bei einem nachweihnachtlichen Kurztrip ins eiskalte, aber herrlich sonnige Prag :)

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Kartoffel-Steinpilz-Süppchen


Schon in meinem letzten Post hatte ich ja von dem neuen Schätzchen in meiner Küche, meinem Pürierstab samt Zerkleinerer, erzählt. Nachdem beim letzten Rezept der Zerkleinerer Premiere feiern durfte, wird heute, na klar... püriert ;o) Schon länger stand mir nämlich der Sinn nach einem cremigen, wärmenden, deftigen Süppchen. Kartoffeln waren noch da und wollten verbraucht werden, bevor ich mich zum weihnachtlichen Familienbesuch aufmache. Im Vorratsschrank fand sich noch ein Gläschen mit getrockneten Steinpilzen. Da entsteht doch gleich eine Rezeptidee...

Quasi die Edel-Variante der schnöden Kartoffelsuppe, schon fein gemacht und aufgehübscht für die Weihnachtstage :) Und mit diesem Rezept wünsche ich jetzt auch allen Lesern meines Blogs ein wunderschönes Weihnachtsfest, ein paar besinnliche und entspannte Tage mit euren Lieben und natürlich hoffentlich jede Menge köstliches Essen! Ich freue mich schon, mich nach den Feiertagen wieder hier im Blog zu melden, denn dann plane ich einen kleinen kulinarischen Jahresrückblick in zwei Teilen ;o)

Rezept
für drei Personen

2 EL Olivenöl
1 Zwiebel
2 Möhren
6 mittelgroße Kartoffeln
10g getrocknete Steinpilze
ca. 1 Liter Gemüsebrühe
Salz, Peffer aus der Mühle
je 1/2 TL getrockneter Thymian und Oregano
eine Prise frisch geriebene Muskatnuss
eine Prise Ras-el-hanout (kann man auch weglassen)
1 Bund Schnittlauch

Etwa 30 Minuten bevor mit dem Kochen begonnen wird, die Steinpilze in eine Schüssel geben, mit warmem Wasser begießen und einweichen lassen. Nach der halben Stunde Wartezeit die Zwiebel schälen und würfeln, die Möhren schälen und erst in Scheiben, dann in Würfel schneiden. Die Kartoffeln schälen und ebenfalls würfeln. Dann die Pilze aus dem Einweichwasser nehmen und klein schneiden. Einweichwasser durch eine Filtertüte gießen und auffangen.

Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel- und Möhrenwürfel zugeben und einige Minuten andünsten. Dann die Kartoffelstücke zugeben und ebenfalls kurz mitbraten. Mit ca. 100ml Einweichwasser von den Steinpilzen ablöschen, dann mit Gemüsebrühe aufgießen, so dass alles gut bedeckt ist. Gemüse bei mittlerer Hitze mit Deckel weich köcheln lassen. Einige Minuten vor Ende der Kochzeit die Steinpilze zugeben.

Wenn das Gemüse weich ist, Suppe pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Thymian, Oregano, Muskatnuss und evtl. Ras-el-hanout abschmecken. Schnittlauch waschen, trocken schütteln, fein hacken und in die Suppe rühren.

Quelle
eigenes Rezept

Dienstag, 21. Dezember 2010

italienisch-spanische Koproduktion: Pasta mit roter Mojo

Seit zwei Wochen nenne ich stolz ein neues Küchengerät mein Eigen: einen robusten Pürierstab nebst zugehörigem Zerkleinerer :) Natürlich hab ich auch vorher einen Pürierstab besessen, ein billiges Teil aus einem Drogeriemarkt. Der brauchte eine halbe Stunde, um einen Topf Suppe zu pürieren, und machte dazu einen Lärm, das man meinte, die Mauern unseres Hauses erzittern zu spüren. Von einem Zerkleinerer konnte bisher keine Rede sein. Ich hatte einen Mixer, mit dem man nichts zerkleinern konnte, was eine härtere Konsistenz als... hm, sagen wir, frische Himbeeren hatte. Muss ich noch mehr sagen, um euch zu erklären, wie glücklich ich über meinen neuen Luxus in der Küche bin und welche kulinarischen Möglichkeiten er mir plötzlich eröffnet? ;o)


Deswegen bin ich zur Zeit auch immer auf der Suche nach Rezepten, bei denen ich meinen Pürierstab oder Zerkleinerer (oder beides ;o)) verwenden kann. Und Pasta sollte es auch mal wieder geben. Warum also nicht, so mein erster Gedanke, einfach selbstgemachtes Pesto dazu herstellen? Gesagt und... fast getan. Denn bei der Suche nach einem Rezept für rotes Pesto fiel mir eines für spanische Mojo in die Hände. Ist ja vom Prinzip her gar nicht sooo weit vom Pesto entfernt, dachte ich mir, nur ein bisschen Chili und Kreuzkümmel hier, ein wenig heller Balsamico da. Alle Zutaten in meinen neuen Zerkleinerer geworfen (geht selbstverständlich auch im Mixer oder mit dem Pürierstab, so ihr da mehr zu bieten habt als meine vorherigen Luschen-Modelle ;o)) und innerhalb von Sekunden ist die Mojo fertig. Mit Pasta mischen, angeröstete Pinienkerne, Petersilie und Parmesan dazu und genießen.

Auf jeden Fall meine neue Lieblings-auf-die-Schnelle-Pasta! Und DIE Lösung für die Tage vor Weihnachten, wenn zwischen letzten Erledigungen und Vorbereitungen die Tage eigentlich 48 Stunden haben könnten. Noch dazu gesund und relativ leicht, lässt daher viel Raum für die Völlerei der nächsten Tage. Was will man mehr? ;o)

Rezept
für drei Personen

rote Mojo
4 mittelgroße Knoblauchzehen
2-3 frische rote Chilischoten
2 TL Edelsüß-Paprikapulver
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL getrockneter Oregano
3 EL Weinessig
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle

außerdem
300g Spaghetti, Salz
2-3 EL Pinienkerne
1 kleines Bund Petersilie
50g Parmesan

Die Nudeln in Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest kochen. Währenddessen die Mojo zubereiten: Dafür Knoblauch schälen und grob hacken. Chilischoten waschen, längs halbieren, Stiel abschneiden, Kerne herauskratzen und die Schoten grob hacken. Chilischoten und Knoblauch mit allen anderen Zutaten und Gewürzen im Zerkleinerer, Mixer oder mit dem Pürierstab fein zerkleinern. Nach Belieben mit etwas Wasser verdünnen (war bei mir nicht nötig) und noch mal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie leicht bräunen und anfangen zu duften. Petersilie waschen, trocken schütteln und fein hacken. Parmesan reiben. Nudeln abgießen, im Topf mit der Mojo vermischen. Auf Teller verteilen und mit Pinienkernen, Petersilie und Parmesan bestreut servieren.

Quelle
abgewandelt nach Küchengötter.de

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Marzipan-Nuss-Pralinen

Nun ist es wirklich nicht mehr lang bis Weihnachten und sicher sind viele von euch - so wie ich - noch auf der Suche nach dem einen oder anderen Geschenk. Oft soll es ja etwas Persönliches sein, etwas Selbstgemachtes. Da ging früher dann das Problem auch schon los für mich, denn handwerkliche und künstlerische Begabungen zählen nicht unbedingt zu meinen Talenten. Im Basteln etwa war ich immer ne Niete und hab es nie gern gemacht. Seit ich aber gern koche und backe, liegt die Lösung natürlich auf der Hand: Es gibt Selbstgemachtes aus meiner Küche!


Ein Rezept, mit dem man wirklich so ziemlich JEDEN glücklich machen kann und das angenehmerweise auch noch nach viel mehr Aufwand aussieht, als man wirklich betrieben hat ;o), sind diese Marzipan-Nuss-Pralinen. Ich hab mir ja früher Pralinen machen immer total kompliziert und langwierig vorgestellt (was es sicher - je nach Rezept - auch sein kann), aber diese Pralinen sind wirklich unglaublich einfach und auch relativ schnell gemacht. Und sie schmecken... ach, einfach himmlisch! Ich habe sie jetzt zum vierten oder fünften Mal gemacht (allerdings nicht alle Male in dieser Weihnachtssaison...) und sie gelingen mit jedem mal besser :)

Ganz schön süß sind sie allerdings (klar, Marzipan eben), weswegen eine Praline definitiv ausreicht, um einen akuten Schoko-Hunger-Anfall zu bewältigen und weswegen man zum Umhüllen auch unbedingt Zartbitter-Kuvertüre und nicht etwa Vollmilch verwenden sollte. Das wäre wirklich zuviel des Guten bzw. Süßen ;o) Man kann die Pralinen natürlich mit einer normalen Gabel aufspießen und in die Schokolade tauchen, das hat bei mir aber nicht so gut funktioniert, weil die Gabel unschöne große Löcher hinterlässt, die man nur schwer durch eine Verzierung kaschieren kann, und weil sich die Pralinen recht schwer herunterstreifen lassen. Bewährt hat sich bei mir an solcher Pellkartoffelanspießer (im Bild unten), der sich schon seit Ewigkeiten in meiner Küche findet, aber sonst nie benutzt wird (Pellkartoffeln werden hier mit Schale gegessen). Hat er auch mal ne Aufgabe, schön ;o) Wer hat, kann natürlich auch ein Pralinengäbelchen einsetzen.


In einer Blechdose luftdicht verpackt und in einem kühlen Raum gelagert halten sich die Pralinen auch ein Weilchen, schätzungsweise ein bis zwei Wochen, aber so lange hat hier noch nie eine Ladung überlebt ;o)

Rezept
für etwa 50-60 Stück

25g Pistazienkerne
1/2 Bio-Orange
400g Marzipan-Rohmasse
100g Haselnusskrokant
1 EL Orangenlikör (oder Amaretto oder weglassen)
1/4 TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer
250g Zartbitterkuvertüre

zum Verzieren: kleine Schokoherzen, in Schokolade getauchte Kaffeebohnen oder Ähnliches

Die Pistazien mit dem Messer oder im Blitzhacker fein hacken. Die Orangenhälfte heiß waschen und die Schale fein abreiben. Marzipan in kleine Würfel schneiden und mit dem Krokant, den Pistazien, der Orangenschale, dem Pfeffer und evtl. dem Orangenlikör in eine Schüssel geben. Mit den Händen gründlich durchkneten. Aus der Masse walnussgroße Kugeln formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.

Kuvertüre in einer Metallschüssel über einem heißen Wasserbad unter Rühren schmelzen. Marzipanpralinen mit einer Gabel in die Kuvertüre tauchen und auf das Backblech setzen (oder, wenn vorhanden, auf ein feinmaschiges Pralinen-Abtropfgitter). Sofort so verzieren, dass die Einstiche von der Gabel kaschiert sind. Dann die Kuvertüre in mindestes einer Stunde (dauert eher etwas länger) fest werden lassen.

Quelle
Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut: Sweet Basics

Sonntag, 12. Dezember 2010

Risotto mit Erbsen und Salatstreifen

Mein Verhältnis zu Risotto ist ein wenig... kompliziert. Ich koche unheimlich gern Risotto. Vor sich hin rühren, immer mal eine Kelle Brühe oder einen Schuss Wein dazu, und wieder weiter rühren... Es gibt wirklich kaum ein Gericht, das mich schon beim Kochen so sehr entspannt wie Risotto. Der einzige Haken dabei: Nicht immer esse ich dann auch das Ergebnis besonders gern. (Ja ich weiß, ich kann's mal wieder kompliziert machen ;o)) Risotto muss für mich wirklich super-schlonzig sein und so richtig schön dahin fließen. Sobald es auch nur ein kleines bisschen fest und trocken wird, erinnert es mich an die Konsistenz von Milchreis (und den mag ich nicht... Kindheitstrauma) und dann möcht ich es nicht mehr essen.


Die "Schlonzigkeit" dieses Risottos war jedoch ganz nach meinem Geschmack. Auch der Nachschlag, zu dem ich mich dann doch noch entschlossen hatte, floß noch munter vor sich hin ;o) Erbsen, fein geschnitte Streifen von Römersalatherzen und Weißwein geben hier einen feinen, frischen Geschmack. Bestes Soulfood, bei uns am Freitag Abend zum Start ins Wochenende. Dazu gab es hier kleine Schnitzelchen, die ich mit einer Mischung aus Semmelbröseln und fein geriebenem Parmesan paniert hatte. Das Risotto passt aber genauso gut zu Fisch und ist natürlich auch solo ein tolles Hauptgericht.

Rezept
für zwei Personen als Hauptgericht

100g TK-Erbsen
1 Zwiebel
2 EL Olivenöl
200g Risottoreis
100 ml Weißwein (+ evtl. ein Schuss mehr)
500 ml Gemüsefond oder -brühe
2 kleine Römersalatherzen
50g geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer

Die Erbsen auftauen lassen. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel zugeben und 2-3 Minuten anschwitzen, bis die Zwiebeln glasig sind. Den Reis zugeben, kurz mitbraten, mit Wein ablöschen und mit der Hälfte des Gemüsefonds aufgießen.

Alles 15-20 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen, immer rühren und nach und nach den restlichen Fond zugießen. (Ich gieße auch gern noch einen Schuss Wein dazu, ich mag es, wenn das Risotto schön intensiv danach schmeckt.)

Die Salatherzen waschen und in feine Streifen schneiden. Sobald der Reis weich ist, aber noch einen leichten Biss hat, Erbsen und Salatstreifen zum Risotto geben und untermischen. Parmesan unterrühren, Risotto mit Salz und Pfeffer abschmecken und möglichst sofort servieren.

Quelle
Tim Mälzer Kochbuch

Montag, 6. Dezember 2010

Weihnachtsbäckerei, die Zweite: weiße Schoko-Ingwer-Plätzchen

Ich muss gestehen, im Moment wird hier in meiner Küche nicht wirklich viel gekocht. Besuche bei meiner Familie, Geburtstags- und Weihnachtsfeiern sowie der eine oder andere Weihnachtsmarktbesuch führen dazu, dass im Moment häufig die Gelegenheiten oder der Hunger für das selbstgekochte Essen fehlen. Der Herd bleibt hier also im Moment kalt, dafür hatte der Backofen jedoch am Wochenende einiges zu tun. Zum zweiten Advent stand hier nämlich auch die zweite Plätzchenbackaktion dieses Jahres an. Eines der Ergebnisse möchte ich heute vorstellen: die weißen Schoko-Ingwer-Plätzchen.


Wie jetzt, Ingwer im Plätzchen?, höre ich da einige fragen. Ein bisschen skeptisch war ich auch, als ich die Plätzchen im letzten Jahr zum ersten Mal gebacken habe. Ich wollte aber mal was anderes als die "üblichen Verdächtigen" ausprobieren. Und gelohnt hat es sich auf jeden Fall :) Den Ingwer schmeckt man im Teig und erst recht in den fertigen Plätzchen nicht mehr heraus. Er gibt lediglich eine angenehme Frische und Würze, aber würde man jemand raten lassen, was drin ist, wäre Ingwer wohl nicht die sofort offensichtliche Antwort. Dafür enthalten die Plätzchen leckere Pistazien- und weiße Schokolade-Stückchen, und das allein ist doch eigentlich schon Grund genug, oder? Also liebe Weihnachtsbäcker, seid mutig und räumt dem Ingwer 'nen Platz auf dem Plätzchenteller ein ;o)

Das Rezept für die Plätzchen stammt aus dem Basic Baking. Ich hab es unverändert übernommen, nur die Idee für die Deko stammt von mir. Zum einen müssen Plätzchen eine Verzierung haben, sonst sind sie einfach nur Kekse. Zum anderen finde ich die Farbkombi weiß + grün einfach zu hübsch. Und außerdem bleibt man bei diesem Rezept sonst ohnehin auf einer halben Tafel Schokolade sitzen, und das Tütchen Pistazien wird auch nicht leer dabei - warum also beides nicht gleich noch für die Plätzchen verwenden? Insgesamt ein leckeres Rezept, ein gut zu verarbeitender Teig, weswegen mich die Plätzchen nun schon durch die zweite Adventszeit begleiten.

Rezept
für ca. 45 Stück

Teig
150g weiße Schokolade
1 Stück frischer Ingwer (ca. 3 cm lang)
1 EL Pistazienkerne
180g Butter
1 Päckchen Vanillezucker*
1 Päckchen Orangenfrucht mit Zucker (bei den Backzutaten)
300g Mehl

Deko
50g weiße Schokolade
2-3 EL Pistazienkerne

außerdem: Backpapier

Von der Schokolade 50g klein würfeln und beiseite legen. Den Rest in Stücke brechen und in einem Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren schmelzen. Wieder abkühlen lassen. Ingwer schälen und sehr fein hacken oder würfeln. Pistazienkerne fein hacken.

Butter würfeln und mit Ingwer, den beiden Schokoladen, Pistazien, Vanillezucker, Orangenfrucht und Mehl in eine Schüssel füllen. Mit den Knethaken des Handrührers oder mit den Händen gut durchkneten, in Folie packen und eine Stunde in den Kühlschrank legen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier belegen. Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen, etwas flachdrücken und aufs Blech legen. Im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 10 Minuten backen. Herausnehmen, vom Blech lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Für die Deko die Pistazien je nach persönlicher Vorliebe eher grob oder fein hacken. Weiße Schokolade in einem Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren schmelzen. Flüssige Schokolade in einen Gefrierbeutel füllen. Ein winziges Eckchen abschneiden und die Schokolade so auf die Plätzchen spritzen. Mit gehackten Pistazien bestreuen und fest werden lassen.

* Ich mache meinen Vanillezucker immer selbst, da bei mir regelmäßig ausgekratzte Vanilleschoten anfallen. Diese einfach in ca. 2-3 cm lange Stücke schneiden, mit Zucker in ein Schraubglas füllen. Schon nach kurzer Zeit riecht und schmeckt der Zucker intensiv nach Vanille. Wenn der Zucker aufgebraucht ist, kann man das Glas noch einige Male neu befüllen, ohne die Vanilleschoten austauschen zu müssen.

Quelle
Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut: Basic Baking