Sonntag, 30. Oktober 2011

Indisch-würzig: Masala-Gemüse

In der Mittagspause esse ich hin und wieder bei einem kleinen indischen Imbiss. Dort gibt es unheimlich leckeres, gesundes und sättigendes Essen: Aloo Gobi, Linsencurry, Kichererbsen-Curry oder Masala-Gemüse zum Beispiel. Dazu dann noch ein Mango-Lassi und ich bin gerüstet für alles, was der Tag noch so zu bieten hat :-) Klar, dass ich da auch mal Lust hatte, selbst wieder indisch zu kochen. Das Masala Gemüse mit Rosinen und Cashewkernen, dass ich in der Woche zuvor beim indischen Imbiss gegessen hatte, war mir besonders in Erinnerung geblieben und so war klar, dass ich das nachmachen wollte. Da kam mir das Rezept aus dem Indien Basics gerade recht :-) Man kann das Gericht super je nach Jahreszeit mit verschiedenen Gemüsesorten abwandeln und auch, um Gemüsereste zu verwerten, eignet es sich sehr gut. Ich habe hier Kürbis, Möhren, Tomaten, grüne Bohnen und Erbsen verwendet. Aber auch Kartoffeln, Blumenkohl, Brokkoli oder Pastinaken passen bestimmt wunderbar ins Masala-Gemüse.


Das Gericht wird mit Ingwer, Chili und Kurkuma angenehm würzig, aber durch den Joghurt an der Sauce ist es gar nicht scharf und auch für Chili-Mimosen wirklich gut essbar. In Anlehnung an das Masala-Gemüse bei "meinem" Mittagspausen-Inder habe ich es noch mit ein bisschen Zimt gewürzt und eine gute Handvoll Rosinen zugegeben. Auch einige geröstete Cashewkerne zum Darüberstreuen hätten sich sicher gut gemacht, waren aber leider nicht mehr vorrätig. Ein super-leckeres, gesundes und wärmendes Herbstessen, das es bei mir sicher wieder geben wird!

Rezept
für 3-4 Personen

500g Kürbis (z.B. Butternut oder Hokkaido)
2 große Möhren
100 g tiefgekühlte grüne Bohnen
100 g tiefgekühlte Erbsen
2 Tomaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stück frischer Ingwer (etwa 4 cm)
2 grüne Chilischoten
4 EL Erdnussöl
1/2 TL Chilipulver
1/2 TL Kurkumapulver
200 g Joghurt
2 EL getrocknete Bockshornkleeblätter oder Panch Phoran
Salz

nach Geschmack:
1/2 TL Zimt
50g Rosinen
50g geröstete Cashewkerne


Den Kürbis waschen, halbieren und die Kerne herauskratzen. Kürbis zunächst in Spalten und dann in ca. 1cm große Würfel schneiden. Möhren schälen und in dickere Scheiben schneiden. Die Bohnen und Erbsen schon mal aus der Kühltruhe nehmen und antauen lassen. Tomaten waschen und in kleine Würfel schneiden, dabei die Stielansätze wegschneiden.

Die Zwiebel schälen, längs halbieren und die Hälften längs in feine Streifen schneiden. Knoblauch und Ingwer schälen und möglichst fein hacken. Chilis waschen, entstielen und fein hacken. Öl in einem Topf heiß werden lassen. Darin erst die Zwiebel goldgelb anbraten, dann Knoblauch und Ingwer dazugeben und etwa 1 Minute braten, dabei kräftig rühren.

Kürbis, Möhren, Erbsen und Bohnen in den Topf geben, Chili- und Kurkumapulver darüberstreuen, 1 Minute weiterrühren. Tomaten, Chilis, Joghurt, Bockshornkleeblätter oder Panch Phoran sowie ggf. Zimt und Rosinen und etwa 300 ml Wasser gut unterrühren, salzen. Deckel drauflegen und alles zugedeckt 25-30 Minuten bei mittlerer Hitze kochen. Immer mal wieder durchrühren und eventuell noch ein bisschen Wasser dazugeben – die Sauce sollte allerdings nicht zu dünn werden. Am Ende ggf. mit Salz abschmecken und nach Belieben mit gerösteten Cashewkernen bestreut servieren.

Quelle
leicht abgewandelt nach: Tanja Dusy: Indien Basics

Sonntag, 23. Oktober 2011

Cremiger Kürbis-Risotto

Leider war es hier im Blog (und auch in meiner Küche) in den letzten Woche wieder etwas ruhiger. Unter der Woche wird lange gearbeitet und auch ab und zu abends zum Sport gegangen, so dass ich dann meist was Schnelles, häufig schon Bewährtes koche - was ja per se nicht schlecht ist, aber eben häufig schon verbloggt oder aufgrund der bescheidenen Lichtverhältnisse nicht schön zu fotografieren. Und an den Wochenenden sind wir zurzeit sehr viel unterwegs oder aber das schöne Herbstwetter lockt uns nach draußen und lässt nicht viel Zeit für anderes... Ihr seht, um Ausreden bin ich nicht verlegen ;o) Erzählt mal, wie macht ihr anderen Vollzeit-Arbeitenden das mit dem Kochen und Bloggen? Wie kriegt ihr alles unter einen Hut? Habt ihr vielleicht feste Tage unter der Woche, an denen ihr immer was Aufwändigeres und/oder Neues kocht? Oder läuft das bei euch alles am Wochenende? Berichtet doch mal, bin gespannt :-)


Gerade im Herbst und Winter ist Kürbis mein absolutes Lieblingsgemüse, weswegen zurzeit jede Woche ein Kürbisgericht auf dem Tisch stehen muss. Kürbissuppe, Kürbispasta und Kürbispüreee waren schon darunter, und vor Kurzem gab es noch einen unheimlich leckeren und cremigen Kürbis-Risotto. Für Risotto braucht man ja eigentlich nicht wirklich ein Rezept, denn wenn man einmal den Dreh raus hat, kann man Risotto ja immer wieder nach Lust und Laune variieren. Aber der Vollständigkeit halber gibt's bei mir natürlich trotzdem ein Rezept ;o) Optisch noch ein bisschen schöner wird das Ganze, wenn man die Kürbiswürfel noch ein bisschen kleiner schneidet - da war ich einfach nur ein bisschen faul ;o) Das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch, denn der Kürbis wird auch so herrlich weich. Mit im Bild: Filet vom schwarzen Heilbutt, ganz schlicht in Butter gebraten und mit etwas Schnittlauch-Vinaigrette übergossen. Zerging auf der Zunge :-)

Was sind eure liebsten Kürbis-Rezepte? Was muss ich in dieser Saison unbedingt noch probieren? Meine Nachkochliste ist zwar schon beträchtlich gewachsen, aber da geht noch was ;o)

Rezept
für 3-4 Personen

300g Risottoreis
1 Schalotte
60g Butter
4 EL Olivenöl
Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
Weißwein
1 Liter heiße Gemüsebrühe
1 Kürbis (z.B. Hokkaido, ca. 750g)
50g geriebener Parmesan
1 EL Sahne

Die Schalotte schälen und in feine Würfel schneiden. Den Kürbis waschen, halbieren und die Kerne herauskratzen. Kürbis zunächst in Spalten und dann in kleine Würfel schneiden.

In einem Topf jeweils 2 EL Butter und Olivenöl erhitzen, die Schalotte darin bei mittlerer Hitze andünsten. Den Reis dazugeben, mit etwas Salz würzen und unter ständigem Rühren zwei Minuten lang glasig dünsten. Mit einem guten Schuss Weißwein ablöschen und vollständig einkochen lassen. Dann nach und nach den heißen Fond - und nach Belieben auch noch mal etwas Wein - zugeben. Den Reis ca. 20 Minuten bei schwacher Hitze köcheln, bis er weich ist, aber noch etwas Biss hat - dabei immer rühren.

In der Zwischenzeit in einer Pfanne 2 EL Butter zerlassen und die Kürbiswürfel darin andünsten, bis sie nur noch leicht bissfest sind. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und nach ca. 12 Minuten der Kochzeit des Risottos zum Reis geben.

Sobald der Reis fertig ist, den Topf vom Herd nehmen. Die restliche Butter in kleinen Stückchen unter den Risotto rühren, dann den Parmesan und zuletzt die Sahne unterheben. Den Kürbis-Risotto mit Salz abschmecken und sofort servieren.

Quelle
eigenes Rezept

Samstag, 8. Oktober 2011

Süßsaurer Linseneintopf mit knusprig gebratener Chorizo

So, ich läute dann schon mal die Eintopf-Saison ein, ok? :-) Nach dem herrlichen Spätsommerwetter der letzten Zeit kann ich mich im Moment nur recht schwer an Kälte, Regen und Herbststürme gewöhnen. Und ungefähr genauso schwer ist mir nach dem Urlaub (auch wenn der eigentlich gar nicht so lang war...) wieder die Gewöhnung an den Büro-Alltag gefallen. Mit anderen Worten: Ich brauche ein Essen, dass mich wärmt, dass satt macht und so richtig die Seele streichelt. Richtiges Comfort Food eben. Also dann: Ich brauche Eintopf, jetzt und sofort! :-) Da ich Linsen ganz besonders gern esse und ein Faible für süßsaures Essen habe, fiel die Wahl dieses Mal natürlich auf einen Linseneintopf.


Eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Denn ehrlich gesagt war das mein erster selbstgekochter Linseneintopf, den bisher letzten seiner Art gab es irgendwann mal von Mama gekocht. Uns hat der Eintopf sehr gut geschmeckt, er ist schön deftig-würzig und hatte eine sehr feine süßsaure Note - wofür ich allerdings gegenüber dem Originalrezept, dass mir etwas zu lasch war, noch kräftig mit Essig und Zucker nachhelfen musste ;o) Besonders gut gefallen haben uns im Eintopf Chorizo-Scheiben, die ohne Fett in einer Pfanne knusprig gebraten werden und einfach mal was anderes sind als die Standard-Einlagen Wiener Würstchen oder Knackwürste. Und wer jetzt weiß, warum auf meinem Foto keine Chorizo zu sehen ist, bekommt einen Preis ;o) (Nein, ich verrate es euch: Weil es abends schon so dunkel war, wurden am nächsten Tag die Eintopf-Reste fotografiert. Und weil knusprig gebratene Chorizo sooo lecker ist, hat die nicht bis zum nächsten Tag überlebt ;o)) Wer gern vegetarisch essen möchte, lässt die Chorizo einfach weg und erfreut sich pur am feinen Geschmack des Linseneintopfs.

Rezept
für vier Personen

2 Zwiebeln
2 Möhren
1 Pastinake
100g Knollensellerie
2 Kartoffeln
5 EL Butter
200g Puy-Linsen
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 Zweig Thymian
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
8 kleine Chorizo (à 45g; kann man auch weglassen)
Sherry- oder Balsamessig
Zucker
1 TL Dijonsenf
1 Bund Schnittlauch, fein gehackt

Zwiebeln, Möhren, Pastinake, Sellerie und Kartoffeln schälen und fein würfeln. Zwiebeln in 2 EL Butter andünsten. Gemüse zugeben und ca. 2 Minuten anbraten. Linsen und 1,5 Liter Wasser zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen, Thymian und Petersilie zugeben und einmal aufkochen. Bei mittlerer Hitze ca. 40 Minuten sanft köcheln lassen.

In der Zwischenzeit Chorizo in Scheiben schneiden und portionsweise in einer Pfanne ohne Fett knusprig braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Wenn die Linsen weich sind, die restliche Butter (3 EL) in einer Pfanne aufschäumen lassen. Mit dem Senf unter die Suppe rühren und diese anschließend mit Salz, Pfeffer, Essig und Zucker süßsauer abschmecken. Die Suppe mit Chorizoscheiben und Schnittlauchröllchen bestreut servieren.

Quelle
abgewandelt nach Tim Mälzer & Eckart Witzigmann: Zwei Köche, ein Buch

Sonntag, 2. Oktober 2011

Herbstfreuden: Eine Wanderung und ein Pilzragout mit Semmelknödeln

Der Spätsommer meint es ja zurzeit so gut mit uns, und wir genießen das herrliche Wetter ganz besonders, denn wir hatten diese Woche Urlaub :-) Nach einigen Tagen in der alten Heimat Nr. 1 - Erfurt nebst Ausflügen in den Thüringer Wald - steht im Moment die alte Heimat Nr. 2 - Dresden und die Sächsische Schweiz - auf dem Programm. Hier haben wir heute eine sehr schöne kleine Wanderung unternommen, von der ich hier gern ein paar Bilder zeigen möchte:



Neben dem Wandern bleibt im Moment natürlich auch etwas mehr Zeit zum Kochen. Leckere Herbstküche stand auf dem Programm - es gab herzhafte Suppen, Kürbis- und natürlich Pilz-Gerichte. Was könnte besser zu diesem herrlichen Herbstwetter als ein Pilzragout mit selbstgemachten Semmelknödeln? Für mich jedenfalls nicht viel :-) Fürs Ragout habe ich eine Mischung aus Pfifferlingen und braunen Champignons verwendet, aber natürlich geht auch nur eine Sorte oder aber eine bunte Mischung selbstgesammelter Waldpilze. Die Knödel sind mein Standard-Semmelknödel-Rezept und können noch beliebig abgewandelt oder ergänzt werden. Hier habe ich sie mit ganz normalen Brötchen zubereitet, aber auch Vollkornbrötchen (mit oder ohne Körner) oder Laugengebäck eignen sich gut dafür. Und wer es etwas würziger mag, kann noch gehackte Petersilie oder Rucola unter die Knödelmasse heben, auch sehr lecker zum Pilzragout!


Und weil das Gericht nicht nur lecker und für mich ein Inbegriff des Herbstes, sondern auch noch vegetarisch ist, ist es mein Beitrag für den ersten Blog-Event des vegetarischen Blogs Wo geht's zum Gemüseregal?. Noch bis zum 16.10. suchen Franzi und Anna vegetarische Herbst-Hauptgerichte und das Mitmachen lohnt sich gleich doppelt, denn es gibt auch was zu gewinnen ;o)

Rezept
für vier Personen

Pilzragout

600g Pilze (nur eine Sorte oder gemischt), geputzt und ggf. kleingeschnitten
1 EL Butter
1 kleine Zwiebel, gehackt
50 ml Weißwein
50 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne
2 EL Crème fraîche
1/2 Bund Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer aus der Mühle


Semmelknödel

8 altbackene Brötchen (Vollkorn oder normale)
400 ml Milch
3 Eier
Salz, Pfeffer aus der Mühle
frisch geriebene Muskatnuss


Zunächst geht's um die Knödel. Die altbackenen Brötchen in Scheiben schneiden und in eine große Schüssel geben. Milch in einem Topf lauwarm werden lassen, über die Brötchen gießen und etwa 15 Minuten stehen lassen, bis die Scheiben die Milch aufgesogen haben. Dann Eier, Salz, Pfeffer und Muskat zugeben und den Teig so lange kneten, bis er formbar ist. Ggf. noch mal mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu 8-12 Knödeln formen (je nachdem, wie groß man sie mag).

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Knödel einlegen, die Hitze auf schwache bis mittlere Stufe stellen und den Deckel halb auflegen. Die Knödel je nach Größe 15-20 Minuten im Wasser ziehen lassen - Achtung, das Wasser soll nicht kochen, sondern nur ganz leicht blubbern!

In der Zwischenzeit um das Pilzragout kümmern. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin anbraten. Pilze dazu geben und scharf mitbraten. Mit Weißwein ablöschen und ein paar Minuten einkochen lassen. Gemüsebrühe und Sahne zugeben und einige Minuten weiterkochen lassen. Die Crème fraîche unterrühren und das Ragout mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sollte die Sauce noch zu flüssig sein, bis zur gewünschten Konsistenz weiter einkochen lassen. Zum Schluss Petersilie unterrühren.

Das Ragout in tiefe Teller füllen und mit Knödeln servieren.

Quelle
eigene Rezepte